(openPR) RENÉ LEIBOWITZ COMPOSITEUR 1913 - 1972
SCHOLA HEIDELBERG, ensemble aisthesis, Ltg. Walter Nußbaum
Ivry Gitlis, Violine - Sinfonieorchester des NDR, Ltg. René Leibowitz
CD1: Co-Produktion mit HR2 (Hessischen Rundfunk)
Legendär als Dirigent, Publizist und Lehrer - doch als Komponist noch Phantom: zum 100. Geburtstag von René Leibowitz am 17. II. 2013 realisiert Divox eigens das prachtvolle Doppelalbum-Buchformat, um dreisprachig wie musikalisch sein Oeuvre zu feiern. 150 Seiten zwischen zwei CDs mit einem großen Essay von J. Marc Reichow sowie zahlreiche Dokumente aus dem Nachlass in der Paul Sacher Stiftung (Basel) machen LEIBOWITZ / COMPOSITEUR zu einer Komponistenmonographie exemplarischer Art. Als WORLD PREMIERE RECORDINGS erklingen Schlüsselwerke aus den wichtigsten Phasen und Genres, und die Einflüsse und Spuren
aller mit Leibowitz befreundeten Dichter, Intellektuellen und Künstler fügen sich zum Portrait einer faszinierenden Persönlichkeit zusammen: vielsprachige vokale und instrumentale Kammermusik in allen Spielarten; Melodramen, Kantaten und Klavierlieder - auf Texte von u.a. T. Tzara, M. Jacob, C. Einstein, G. Limbour, M. Leiris, R. Queneau, G. Bataille und P. Celan -, immer musikalische Vertiefung des Wortsinnes, vom surrealistischen Doppel-Epitaph der 'Explanation of Metaphors' op.15 (für Anton Webern und den eigenen, von den Nazis getöteten Bruder Joe Leibowitz) bis hin zum Vokalquartett-Schwanengesang der 'Trois Poèmes de Pierre Reverdy' op.92; all das in virtuoser Beherrschung der instrumentalen Genres, etwa in den Vibraphon-Capricen, den zu Miniaturen konzentrierten Klarinettenstücken und dem großen, an den späten Beethoven anknüpfenden Duo für Violoncello und Klavier, aber auch der radikalen Klavier- Toccata für Claude Lévi-Strauss.
Die 2004 und 2006 beim HR Frankfurt entstandenen Ersteinspielungen sind dem Andenken Erich Itor Kahns gewidmet - jenes von den Nationalsozialisten aus genau dieser Sendeanstalt ins Exil vertriebenen Pianisten, der im Paris vor der Besatzungszeit zum entscheidenden Mentor des jungen Leibowitz werden und ihm (wie nur noch die Duzfreunde Theodor W. Adorno und Paul Dessau) den kompositorischen Weg aus dem mächtigen Schatten der Überväter Schönberg und Ravel weisen sollte: sein Vorbild eines Interpreten und Musikers schlechthin. Walter Nußbaum, Leibowitz-Interpret der ersten Stunde, widmet sich mit den Solisten seiner Ensembles der Wiederbelebung dieser großen vergessenen Musik beharrlich seit Jahren. So ist es konsequent, die hier erstmals vorgelegten Ersteinspielungen zu ergänzen durch jene sieben bereits 1993 von den selben Interpreten für Divox
eingespielten Schwesterwerke - damals ein vielbeachtetes erstes Ausrufezeichen in Sachen Leibowitz. Diskophile Krönung des Prachtalbums ist eine Weltpremiere historischer Art, das Deutschlanddebüt des Ausnahmegeigers Ivry Gitlis in der Uraufführung des ihm gewidmeten «Violin Concerto». Am Pult des NDR Sinfonieorchesters 1961 in Hannover stand der Komponist selbst, René Leibowitz.









