openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Healing Environment – Das Patientenzimmer der Zukunft

07.02.201311:11 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Entwicklungs- und heilungsfördernde Umgebung für krebskranke Kinder

München, 06. Februar 2013 – Kinder erkranken eher selten an Krebs. Dennoch zählt das Mainzer Krebsregister jährlich rund 1.800 Neuerkrankungen bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr. Obwohl sich die Heilungschancen in den letzten drei Jahrzehnten deutlich verbessert haben, bedeutet die Krebserkrankung eines Kindes eine extreme Belastung für die ganze Familie. Das betroffene Kind wird aus seiner vertrauten Umgebung (Familie, Kindergarten, Schule, Freunde) gerissen. Ein bevorstehender Krankenhausaufenthalt in einer ungewohnten Umgebung kann beängstigend und beklemmend auf das kranke Kind wirken. Jeder zusätzliche äußere Stressfaktor stellt eine Gefahr für die Gesundung und die normale Entwicklung des Kindes dar. Auf der anderen Seite kann die Umgebung auch dazu genutzt werden, das Stresserleben zu verringern und durch positive Anregung den Heilungsprozess sowie die normale Entwicklung des Kindes zu unterstützen.



Erste internationale Konferenz zum Thema „heilungsunterstützende Umgebung“ erfolgreich
Mit dieser als „heilungsunterstützend“ bezeichneten Umgebung ist unter anderem die gebaute Umgebung gemeint, das sogenannte Healing Environment. Auf der ersten internationalen Konferenz zum Thema „Optimal Healing Environments“ in Rotterdam diskutierten vom 28.-30. November 2012 Experten aus Forschung und Praxis, inwieweit eine gebaute Umgebung tatsächlich zur Genesung von Menschen beitragen kann. Organisiert wurde die dreitägige Konferenz vom deutsch-niederländischen Forschungs- und Architekturbüro kopvol – architecture & psychology in Zusammenarbeit mit der niederländischen Stiftung zur Architekturförderung und dem Samueli Institute, USA. Insgesamt waren 130 Besucher aus den Bereichen Architektur, Design, Gesundheitswissenschaft und Medizin der Einladung nach Rotterdam gefolgt; den Auftakt der Konferenz bildete ein Symposium, das einen weiten Bogen zu diesen Themenbereichen spannte. „Wir müssen an der wissenschaftlichen Tiefe und der räumlichen Qualität und Umsetzung arbeiten, um endlich von ‚hip’ nach sinnvoll und nützlich zu gelangen […]“, so die Forderung der Veranstalterin Gemma Koppen (kopvol – architecture & psychology). Wie diese Vertiefung aussehen kann oder unbedingt nicht auszusehen hat, beleuchteten im Anschluss an die Veranstaltung sieben internationale Sprecher zum Teil anhand eigener Forschungs- und Entwurfsprojekte. Den Abschluss bildete die „Forscher Perspektive“ mit einem Beitrag von Professor Evert van Loenen (Phillips Human Interaction Laboratory) zum ‚Patientenzimmer der Zukunft‘. In diesen Patientenzimmern der Zukunft unterstützen technische Lösungen Patienten bei der Orientierung und Kommunikation, helfen ihnen aber auch dabei, Abstand zu den medizinischen Behandlungen zu bekommen. Dr. Tanja Vollmer, Psychobiologin und Mitbegründerin von kopvol – architecture & psychology, zeigte an einem Beispiel der Kinderonkologie auf, dass derartige räumliche Interventionen sogar noch weit über das Technische hinausgehen können.

Krebskranken Kindern eine Überlebenschance von 90 Prozent ermöglichen
Am Beispiel des Nationalen Kinderonkologie Zentrums (NKOC), das 2016 in Utrecht mit dem Namen Prinses Máxima Centrum für Kinderonkologie eröffnen wird, wurde der Stellenwert einer entwicklungs- und heilungsfördernden Umgebung für Kinder mit einer Krebserkrankung bereits in der ersten Planungsphase hervorgehoben. „Häufig reichen kleine Entwurfslösungen aus, um große Effekte zu erzeugen. Wichtig ist, sie frühzeitig im Prozess zu entwickeln und einzubauen“, erklärte Dr. Tanja Vollmer, deren Büro an der Planung und Entwicklung eines Healing Environment im NKOC beteiligt ist. Dass über 90 Prozent der Kinder eine Chance haben, ihre Erkrankung zu überleben, ist eines der wichtigsten Ziele des NKOC. Aktuell liegt die Überlebenschance krebskranker Kinder bei 75 Prozent.
Entscheidend in der Entwicklung von Designkriterien für ein Healing Environment sei eine vorausgehende psychologische Analyse des Patientenverhaltens und -bedürfnisses, betonte Vollmer. Um einen potentiellen Zusammenhang zwischen der Krankenhausumgebung und der kindlichen Entwicklung wissenschaftlich zu prüfen und aus den Ergebnissen Designfaktoren abzuleiten, wurden über 50 Experten aus der pädiatrischen Onkologie, Eltern krebskranker Kinder sowie die betroffenen Kinder im Alter von 5-17 Jahren über mehrere Monate interviewt, ihr Verhalten in der Krankenhausumgebung gefilmt und ‚Mental Maps‘ (eine geistige Darstellung des Raumes) angelegt. Aus den Ergebnissen wurden fünf zentrale Designfaktoren eines „entwicklungsfördernden Gebäudes für Kinder mit Krebserkrankung“ entwickelt. Die fünf zentralen Designfaktoren dienen als Basis für den architektonischen Entwurf des NKOC. Einer dieser Faktoren ist der sogenannte „flexible Abstand zwischen Eltern und Kind“ – ein wesentlicher Aspekt, der im späteren Gebäude auf alle Bereiche angewendet wird, in denen sich Eltern und Kinder längere Zeit aufhalten. Der „flexible Abstand zwischen Eltern und Kind“ ist deshalb so bedeutsam, da durch die psychischen Belastungen der Krebserkrankung der Kinder das Bedürfnis nach emotionaler Nähe zwischen Eltern und Kind steigt.

Neues Patientenzimmer – einzigartige Gestaltung von Nähe und Abstand
Im NKOC-Beispiel wurde eine Eltern-Kind-Einheit als Grundlage einer neuen Typologie eines Patientenzimmers für krebskranke Kinder entwickelt. In dem sogenannten OKE-Zimmer (aus dem Niederländischen: Zimmer zur Unterstützung der Eltern-Kind-Einheit) kann der räumliche Abstand zwischen Eltern und Kind flexibel verändert werden und zwar abhängig vom Bedürfnis und Wohlbefinden des Kindes aber auch vom Bedürfnis der Eltern. So können Eltern und Kind mehrere Stunden bis Wochen bequem sehr nahe beieinander leben. Zugleich ist es möglich, sich entweder nur zu sehen und/oder zu hören, ohne dass ein Gefühl von räumlicher Trennung entsteht. Die 38 Quadratmeter großen Zimmer verfügen über einen deutlich erkennbaren Kind- und Elternteil. Beide Teile haben einen Eingang und einen eigenen Badbereich. Aufgrund dieser Voraussetzungen bietet die Eltern-Kind-Einheit ausreichend Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. So kann das Kind beispielsweise Freunde empfangen, während die Eltern in ihrem Bereich arbeiten. Durch eine spezielle flexible Trennwand kann das OKE-Zimmer aber auch so geöffnet werden, dass die ganze Familie in einem Raum gemeinsamen Aktivitäten nachgehen kann. Außerdem hat das OKE-Zimmer Zugang zu einem Balkon oder Terrasse. Das OKE-Zimmer vermittelt dem Kind kognitive und physische Anreize das Bett zu verlassen. Und es gibt dem Kind den notwendigen Schutz und die medizinische Versorgung, welche Patienten benötigen, ermöglicht aber gleichzeitig, sich vom reinen „Patientendasein“ loszueisen. Zusätzliche Angebote, die den Heilungsprozess unterstützen, können vom OKE-Zimmer sehr schnell, innerhalb einer Minute, erreicht werden. Das OKE-Zimmer unterstützt die Autonomie-Entwicklung der Kinder und gibt ihnen das Gefühl der Selbstkontrolle zurück. Der flexible Abstand zwischen Eltern und Kind ermöglicht Privatsphäre und Bewegungsfreiheit, ohne dass das kranke Kind auf die Nähe der Eltern verzichten muss. Hierdurch wird das Urvertrauen des Kindes gestärkt und seine Angst gesenkt. Die Eltern-Kind-Einheit kann durch die besondere Raumgestaltung, die bisher in onkologischen Kinderkliniken noch völlig außer Acht gelassen wurde, den Heilungs- und Entwicklungsprozess des kranken Kindes unterstützen.

Ausblick
Um einen derartigen seriösen Erfolg und Fortschritt in der Entwicklung von Heilenden Umgebungen zu erzielen, müssen Wissenschaft und Design in Zukunft effektiver zusammenarbeiten. kopvol – architecture & psychology arbeitet bereits seit 5 Jahren mit dieser Firmenphilosophie und -praxis. Das Fazit der ersten internationalen Konferenz zum Thema „Optimal Healing Environments“ bestätigte ihren Ansatz: „Eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen zur langfristigen Verbesserung der Gesundheitsarchitektur“, forderten die Teilnehmer. So arbeiten bis Februar 2013 Wissenschaftler aus den Bereichen Zeitwahrnehmung, Ästhetik, Patienten-Empowerment, Medizin und Pflege sowie Architekten gemeinsam an der Entwicklung von stressreduzierenden Zonen für Krankenhäuser, sogenannten „powerpoints“.

Weitere Informationen zu den einzelnen Beiträgen der Veranstaltung finden Sie unter www.iapah.nl

Weitere Informationen zu NKOC (Nationales Kinderonkologie Zentrum) finden Sie unter www.nkoc.nl

Bildmaterial kann bei E-Mail angefordert werden.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 696747
 2352

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Healing Environment – Das Patientenzimmer der Zukunft“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Elixiere: Quelle der Kraft und LebensfreudeBild: Elixiere: Quelle der Kraft und Lebensfreude
Elixiere: Quelle der Kraft und Lebensfreude
Die neuen Aurasprays HEALING HEART und HEALING MIND sind das Destillat spiritueller Energie, ausgewählter biologischer Pflanzen und Mineralien. Sie begleiten die Menschen auf ihrem Weg, die eigene Mitte zu finden und unterstützen den individuellen spirituellen Entwicklungsprozess. HEALING HEART führt den Anwender in die Kommunikation mit sich selbst …
African Raindrop, D’Vine und Earth Soul Rituals - Südafrikanisches Verwöhnprogramm im Fancourt Spa
African Raindrop, D’Vine und Earth Soul Rituals - Südafrikanisches Verwöhnprogramm im Fancourt Spa
… Rituals“ heißen die südafrikanischen Verwöhnprogramme, mit denen die Gäste des exklusiven Fancourt Spa umsorgt werden. Dabei stehen die Bioprodukte und Körperöle der afrikanischen Trendmarke Healing Earth ebenso auf dem Spamenü wie Pflegeprodukte und Behandlungen der international renommierten Linien Carita und Decléor. „Earth Soul“ - Die Spa-Rituale …
Bild: Healing Architecture: Einfluss von Architektur + Städtebau auf unsere Gesundheit – zum Weltgesundheitstag 2025Bild: Healing Architecture: Einfluss von Architektur + Städtebau auf unsere Gesundheit – zum Weltgesundheitstag 2025
Healing Architecture: Einfluss von Architektur + Städtebau auf unsere Gesundheit – zum Weltgesundheitstag 2025
… Leitsatz, der auch für die moderne Architektur und Stadtentwicklung von zentraler Bedeutung ist.In einem neuen Fachartikel untersucht die Online-Plattform „the good place“ das Thema „Healing Architecture“ und zeigt auf, dass dieses Thema nicht nur die Gesundheitsimmobilien wie Kliniken und Krankenhäuser betrifft, sondern auch die Orte, an denen Menschen sich …
Schneller gesund mit Healing Environments von Jeanet Marit Herbst
Schneller gesund mit Healing Environments von Jeanet Marit Herbst
… ein Kleeblatt erinnernde Grundrissform. Die vier „Blätter“ haben jeweils ein geräumiges und begrüntes Atrium, um das sich auf jeder Etage eine psychologische Spezialabteilung fügt. Alle Patientenzimmer sind in einem kontinuierlichen Ring an der Außenkontur des Gebäudes angeordnet und geben immer den Blick in den bestehenden Park frei. Personal und Patienten …
Bild: Neues Mittel für Bewusstseinsarbeit und gegen emotionale TiefsBild: Neues Mittel für Bewusstseinsarbeit und gegen emotionale Tiefs
Neues Mittel für Bewusstseinsarbeit und gegen emotionale Tiefs
… eigenverantwortlich aufarbeiten, scheuen aber aus Scham, Bequemlichkeit oder Kraftlosigkeit den Weg zum Therapeuten. Für diese Menschen, und für alle, die sich weiterentwickeln möchten, wurde Healing Heart entwickelt und jetzt auf den Markt gebracht. Healing Heart ist ein Auraspray, das geistige Information trägt. Es kommuniziert mit der Aura und der …
Bild: healing formula – die neue Gesundheits-App für mehr Energie und WohlbefindenBild: healing formula – die neue Gesundheits-App für mehr Energie und Wohlbefinden
healing formula – die neue Gesundheits-App für mehr Energie und Wohlbefinden
… Gesundheit und vernachlässigen die Dimension von Geist und Seele. Doch etwas in uns sehnt sich nach einem Ganz-Sein im umfassenderen Sinne. Die neue App healing formula bietet ein alltagstaugliches Übungssystem, das durch einfache Handhaltungen alte Muster löst und für einen tiefergehenden Heilungsprozess öffnet. Herzstück der App ist eine 12-minütige …
Bild: Reconnective Healing® - Heilung auf neuen WegenBild: Reconnective Healing® - Heilung auf neuen Wegen
Reconnective Healing® - Heilung auf neuen Wegen
Eine Messung des International Institute of Biophysics e.V. deutet auf den Heilungserfolg im Rahmen einer Reconnective Healing®-Sitzung von Healing Care Berlin hin; weitere Messungen sind geplant. "Krankheiten, seien sie physischer oder auch psychischer Natur, sind lediglich mit Medikamenten oder aber mit Therapien, die der Präsenz des Therapeuten bedürfen, …
Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik investiert knapp 1 Millionen € in Patientenzimmer
Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik investiert knapp 1 Millionen € in Patientenzimmer
… würden umfassende Studien belegen. Architektur soll Gesundung unterstützen In den letzten Jahren sind bereits die Eingangshalle, der medizinische Trainingsbereich (MTT) sowie 208 Patientenzimmer auf drei Ebenen renoviert worden. So können alle Patienten*innen der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik von den Umbauten profitieren: „Nach den langen Aufenthalten …
DESEO entwickelt CI für „ART OF HEALING - Entgiftungspflaster“
DESEO entwickelt CI für „ART OF HEALING - Entgiftungspflaster“
Die Münchener Agentur für Gestaltung DESEO GmbH erhielt den Zuschlag für die Konzeption einer Corporate Identity der neu gegründeten Firma ART OF HEALING. ART OF HEALING vertreibt Bodypflaster, die von asiatischen Medizinern und Wissenschaftlern entwickelt wurden. Das Wellness- und Gesundheits-Produkt entgiftet den Organismus und steigert das Wohlbefinden …
Bild: Healing Hands: Traditionelle Thai-Massagen im Herzen BerlinsBild: Healing Hands: Traditionelle Thai-Massagen im Herzen Berlins
Healing Hands: Traditionelle Thai-Massagen im Herzen Berlins
… Geist. Berlin bietet viele verschiedene Möglichkeiten zur Entspannung und Regeneration, aber haben Sie schon einmal von den traditionellen Thai-Massagen gehört, die in der Hauptstadt angeboten werden? Healing Hands, eine Firma im Herzen Berlins, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese alte Kunstform hier in der Hauptstadt bekannt zu machen und den Menschen …
Sie lesen gerade: Healing Environment – Das Patientenzimmer der Zukunft