(openPR) Vernissage: Donnerstag, 3. Januar 2013, 19 Uhr
GALERIE LISTROS
Kurfürstenstraße 33, 10785 Berlin
Vom 3. Januar bis 31. Januar 2013 präsentieren wir in der GALERIE LISTROS die Ausstellung „ÜBERRESTE“ von Christophe Ndabananiye. Es ist die sechste Ausstellung in der Reihe „von dort bis hier – Künstlerische Reflexionen translokaler Autobiografien“.
Christophe Ndabananiye begibt sich mit seiner Ausstellung „Überreste“ auf eine Art Spurensuche. Der Künstler lebte zwischen seinem 9. und 17. Lebensjahr mit seiner Familie in Kigali (Ruanda). 1991 wurde er im Alter von 14 Jahren an der École d´Art de Nyundo in Ruanda aufgenommen und studierte dort bis das Gebäude 1994 durch den Genozid zerstört wurde.
Im Herbst 2011 ging er für mehrere Monate in seine alte Heimat Ruanda zurück. Dort suchte er nach ehemaligen Kommilitonen und ließ sich von den Menschen vor Ort, der Landschaft, den Städten sowie der Kunst inspirieren. In verschiedenen Fotografien präsentiert Ndabananiye vor Ort gefundene Spuren menschlichen Lebens, Gegenstände, die scheinbar achtlos irgendwo liegen geblieben sind. So bildet er zum Beispiel Schuhe ab, wie man sie dort aber auch überall auf der Welt an bestimmten Plätzen findet.
In seiner Malerei arbeitet der Künstler mit einem besonderen Material. Ndabananiye nutzt als Malmittel derzeit fast ausschließlich Bootslack, den er irgendwo als Restebestand vorgefunden hat. Dieses Material drückt für ihn sehr gut die wesentlichen Aspekte aus, die ihn in seiner Malerei interessieren: Veränderung, Alterung, Erneuerung und Leben. Nacheinander trägt er mehrere Lack- und Ölfarbschichten auf Holz auf. Das Resultat ist eine wellige Oberfläche, ähnlich der alternden Haut des Menschen. Die entstandene Arbeit scheint zu leben und sich in einem Prozess der ständigen Veränderung zu befinden und so auch den Schaffensprozess sichtbar zu machen. Zugleich entsteht durch den Bootslack eine spiegelnde Oberfläche, die den Betrachter selbst zu einem Element des Bildes werden lässt.
Seit 1995 lebt Christophe Ndabananiye größtenteils in Deutschland. Er studierte Freie Kunst an der Hochschule der bildenden Künste Saar in Saarbrücken und lebt heute in Berlin. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kunstgeschichte Afrikas am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin.
RAHMENPROGRAMM
Donnerstag, 17. Januar, 19 Uhr
GALERIE LISTROS
In einem Künstlergespräch mit Prof. Dr. Johannes Fabian spricht Christophe Ndabananiye über „Ukumbusho“. Das suahelische Wort bedeutet etwa „Erinnerung, die zum Denken bewegt“ oder „Erinnerungsarbeit“.
Öffnungszeiten der GALERIE LISTROS
Di-Fr 10 - 18 Uhr
Do 10 - 02 Uhr
Sa 10 - 16 Uhr













