(openPR) Am 27.11.2012 empfing Prof. Dr. Gerd Nufer im Rahmen seines Wahlmoduls "Sport- und Event-Marketing" (IMDD7) gleich drei Gastredner sowie einen Kollegen.
Im ersten Vortrag referierten die ESB-Alumni Andreas Schäfer und Julian Silvestri (Konstantin Klein, der den Vortrag ursprünglich mitgestaltet hatte, konnte aufgrund eines Auslandsaufenthalts leider nicht mit dabei sein) zum Thema „Ultras und Hooligans – gewaltbereite Fangruppierungen und ihr Einfluss auf Fußballvereine“. Der Vortrag entstand vor einem Jahr im Seminar von Prof. Nufer und wurde im Mai 2012 von den Autoren als Kongressbeitrag bei der internationalen Sportökonomie-Konferenz in der Schweiz präsentiert. Als Einführung wurde ein aktueller Medienbericht gezeigt: Lazio- und Roma-Fans überfielen Tottenham-Hotspurs-Fans, die traditionell jüdischer Abstammung sind, in einer Kneipe. Auffallend dabei ist, dass zwei rivalisierende Vereine Roms kooperieren, um gemeinsam gezielt gegen semitische Gruppen vorzugehen. Im weiteren Vortrag wurde die die Unterscheidung zwischen Ultras und Hooligans herausgearbeitet. Während Gewaltbereitschaft und Aggressivität nur bei Hooligans deutlich im Vordergrund stehen, sorgen Ultras koordiniert für Stimmung im Stadion und können deshalb als "co-creator of value" bezeichnet werden. Die Ausmaße von Hooliganismus und Ultras sind in unterschiedlichen Ländern verschieden ausgeprägt. So sind die Ultras in Italien eher rechtsradikal und die Ultras in Deutschland eher linksradikal orientiert, während in England am meisten Hooligans ihrem „Sport“ nachgehen. Abschließend wurde das Dilemma, dass Ultras einerseits für Stimmung, aber auf der anderen Seite auch für Gewaltausbrüche sorgen, zum Thema der Diskussion, die alle Teilnehmer des Seminars sehr angeregt führten.
Gleich darauf folgte ein weiterer spannender Vortrag von Tobias Reisenhofer zum Thema "Neuromarketing im Sport". Der Doktorand von Prof. Dr. Nufer gab eine spannende Einführung in den relativ neuen Wissenschaftszweig des Marketings und verband ihn mit der Sportökonomie. 95% aller Entscheidungen werden vom Menschen unterbewusst getroffen. Durch den ständigen Information Overflow sind die Marketeers von heute dazu gezwungen, immer bessere Marketingkonzepte zu liefern, um die Aufmerksamkeit des Konsumenten zu gewinnen. Neuromarketing bedeutet, die vielfältigen Erkenntnisse der Hirnforschung konsequent auf das Marketing zu übertragen und bietet Marketeers so die Chance, unbewusste Vorgänge im Konsumenten aufzudecken. Sport ist hochemotional und bietet so einen spannenden Rahmen für die Anwendung des Neuromarketings. Schon jetzt lassen sich unterschiedliche Sportarten verschiedenen, durch Neurowissenschaften analysierten, Zielgruppen zuordnen. In der Zukunft könnte es also möglich sein, Sportarten noch genauer zu bewerben und die am besten geeignetsten Sportarten für verschiedenste Sponsoren zu bestimmen. Herr Reisenhofer forscht im Rahmen seiner Doktorarbeit somit an einem extrem attraktiven und spannenden Thema.











