(openPR) Das Joachim Quartett Berlin lotet bei den Kasseler Musiktagen die Gefühlswelten zwischen Schubert, den Wiener Klassikern und einem neuen Werk von Jan-Müller Wieland aus
„Mich interessiert Musik, die durch den Rückblick vorausschaut. Zukunft ohne Vergangenheit ist für mich unvorstellbar“, sagt der Münchner Komponist Jan Müller-Wieland (* 1966). Entsprechend sinnfällig wird die Uraufführung seines dritten Streichquartetts „Zweiter Mond“ am Dienstag, 6. November um 20:00 Uhr im Kasseler Ständesaal vom Joachim Quartett Berlin mit Werken klassisch-romantischer Meister umrahmt.
Jan Müller-Wieland ist Professor für Komposition an der Münch¬ner Musikhochschule. Er studierte unter anderem bei Hans Werner Henze in Köln und Rom und erhielt für seine Werke zahlreiche Stipendien und Preise, darunter den Förderpreis der Ernst von Siemens-Musikstiftung. Seine Musik ist oft geprägt von schlagkräftig-komplexer, mitunter jazzbeseelter Rhythmik. Aus¬drucksstarke Gesten verbinden sich mit großer Lebenslust und doppelbödigem Humor. Zu seinem neuen Werk notiert er: „November 2011. Kino. Paris. Lars von Trier: ‚Melancholia‘. Der zweite Mond. Oder Planet? Er wird immer größer. Heimkommen. Stille. Warten. Zeit lassen. Schließlich Absprung in dieses Stück.“
Sowohl der zu Konzertbeginn erklingende „Quartettsatz“ in c-Moll D 703 von Franz Schubert als auch das „Adagio und Fuge“ in c-Moll KV 546 von Wolfgang Amadeus Mozart legen die Gedanken an tiefschwarze Nacht und große Melancholie nahe. Während Schuberts Werk jedoch ein Fragment blieb, vielleicht weil der Komponist es als zu avanciert ansah und keine passende Fortsetzung fand, blickte Mozart zurück und setzte sich mit barocken Techniken Bachs und Händels auseinander. Dabei behielt er jedoch seinen eigenen, unverkennbaren Stil. Ludwig van Beethovens beliebtes Streichquartett in F-Dur op. 18 Nr. 1 stellt wiederum einen avancierten Aufbruch dar: Das Werk bildet den ersten Zugang des Komponisten zu dieser Gattung, die dieser anschließend bekanntermaßen wesentlich mitprägen sollte.
Das Joachim Quartett Berlin besteht aus den vier hochkarätigen Solokünstlern, die sich erst im vergangenen Jahr zu einem Kammermusikensemble zusammengefunden haben. Alle vier Musiker sind Professoren an der Universität der Künste Berlin. Viviane Hagner, Latica Honda-Rosenberg (Violine), Hartmut Rohde (Viola) und Jens-Peter Maintz (Violoncello) gewannen bereits große internationale Wettbewerbe wie den Tschaikowsky- oder den ARD-Wettbewerb und konzertieren weltweit. Mit ihrer Formation lehnen sie sich bewusst an die große Tradition des legendären historischen Joachim Quartetts von 1869 an.
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Streichquartett II
„Bilder klingen – verschieden und schattenlos…“
Werke von Franz Schubert, Jan Müller-Wieland (Uraufführung), Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven
Joachim Quartett Berlin
Dienstag, 06.11.2012
20:00 Uhr
Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Kassel
Einführung um 19:00 Uhr im Ständesaal.
Die Veranstaltung ist Bestandteil des Kinderbetreuungs-Projekts „Große Kunst für Kleine“. Anmeldung über unsere Tickethotline: 0561 316 450-0.
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