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Aachen - heiße Quellen, Printen und Könige

29.10.201209:30 UhrTourismus, Auto & Verkehr

(openPR) Wegen seiner zahlreichen schwefelhaltigen Quellen war Aachen schon bei den Römern als Badeort beliebt. Karl der Große wählte Aachen zu seiner Residenz und errichtete eine Kaiserpfalz mit Palast, ließ seinen Sohn hier zum König krönen und begründete damit eine lange Tradition. Aachen war über 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Nicht zuletzt die leckeren Aachener Printen, ein Lebkuchengebäck mit vielen aromatischen Gewürzen, machten die Stadt weltberühmt.



Der Stadtname Aachen leitet sich vom Altgermanischen Ahha her und bedeutet Wasser. Schon die Kelten, nach ihnen die Römer und ebenso Karl der Große wussten die über 30 Thermalquellen des Aachener Gebietes, die zu den heißesten Europas gehören, ob ihrer heilenden bzw. lindernden Wirkung bei Rheuma und anderen Krankheiten zu schätzen. Aachen ist als staatliches Kurbad anerkannt und kann den Namen Bad Aachen führen. Tut es aber nicht, weil die Stadt dann in Registern, in Listen oder Verzeichnissen usw. nicht mehr an erster Stelle genannt würde. Und wer kennt schon Bad Aachen?

Die Römer machten den Ort mit Thermen-, Straßen- und Tempelbauten zum Badeort. Als Aquis villa fand Aachen 765 erste schriftliche Erwähnung, denn König Pippin der Jüngere baute hier einen Hof. Seinem Sohn Karl, später Karl der Große genannt, gefiel es offensichtlich bei seinem Weihnachtsaufenthalt 768 so gut in Aachen, dass er es zu seiner Residenz wählte und zu einer Kaiserpfalz mit Palast und Pfalzkapelle ausbaute. Bereits im 14. Jahrhundert wurden die Reste der Kaiserpfalz zum Rathaus umgebaut, das sich noch heute dort befindet. Die Pfalzkappelle wurde zum Aachener Dom, das Wahrzeichen der Stadt. Hier wurde Karl der Große und später Otto I. beigesetzt. Im Jahr 800 vollendet, war der oktogonale Kuppelbau rund 400 Jahre der größte freischwebende Kuppelbau nördlich der Alpen. Architektonisch angelehnt an die Basilika San Vitale in Ravenna. Im Obergeschoss des Oktagons steht noch heute der Marmorthron Karls des Großen. 31 deutsche Könige wurden in der Zeit zwischen 936 und 1531 im Dom gekrönt und haben auf diesem Thron gesessen. Aachen war damit über 600 Jahre Krönungsort der deutschen Könige. Der Aachener Dom ist mit seiner Kuppel, seiner angebauten monumentalen Chorhalle aus dem 15. Jahrhundert und den zahlreichen angefügten Kapellen ein beeindruckendes Zeugnis gotischer Baukunst. Im Zentrum der Chorhalle steht der goldenen Karlsschrein aus dem Jahr 1215 mit den Gebeinen Karls des Großen, hinter dem Altar der berühmte Marienschrein. Er beinhaltet die vier Aachener Heiligtümer, die seit 1349 auch heute noch alle sieben Jahre zur Heiligtumsfahrt den Pilgern aus aller Welt gezeigt werden. Die Schatzkammer des Doms birgt den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Hier kann man auch den Marmorsarkophag besichtigen, in dem Karl der Große 814 vermutlich bestattet wurde. Dom und Domschatz wurden 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal und überhaupt zweites Kulturdenkmal weltweit, in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Ein Besuch lohnt sich unbedingt, Sie werden überwältigt sein.

Auch fast alle Räumlichkeiten des Rathauses wie etwa der Weiße Saal, der Ratssitzungssaal, der Krönungsfestsaal, das Werkmeistergericht, der Friedenssaal und die Werkmeisterküche sind zu besichtigen. Die Aachener Bürgerschaft ließ das gotische Rathaus im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern der Palastaula der alten Kaiserpfalz errichten. Im Krönungsfestsaal im ersten Stock schmücken fünf Fresken des Aachener Künstlers Alfred Rethel die Wände. Sie zeigen legendäre historische Szenen aus dem Leben Karls des Großen. Daneben werden Kopien der Reichskleinodien, wie Reichsapfel, Reichskrone und Schwert sowie des Reichsevangeliars, einer Handschrift aus der Schule Karls des Großen, gezeigt. Im Erdgeschoss erwarten die Besucher reich ausgestattete Räume, die vom Glanz der freien Reichsstadt im 17. Und 18. Jahrhundert zeugen, als das Rathaus zum barocken Stadtschloss umgebaut wurde. Direkt am Rathaus angelehnt befindet sich in einem kleinen Holz- und dem größeren Backsteinhaus, die uralte Gaststätte Postwagen. Hier können die Besucher sich nach so viel Historie, Pracht und Bedeutung stärken. Und sicher findet sich am Markt auch schnell ein Geschäft, in dem es die berühmten Aachener Printen zu kosten und zu kaufen gibt.

Aachens Geschichte ist wechselvoll und reich an bedeutenden Ereignissen, aber die Stadt hat sich mit ihren Einwohnern immer weiterentwickelt und ist heute eine moderne Großstadt. Übrigens die westlich gelegenste Deutschlands. Und Schokoladenhochburg. Sind doch die Süßwarenhersteller Lambertz, Lindt & Sprüngli sowie Zentis hier ansässig. Für alle Naschkatzen, es gibt Werksverkäufe.

Während Ihrer nächsten Klassenfahrt nach Köln mit www.schulfahrt.de sollten Sie unbedingt einen Tagesausflug nach Aachen einplanen. Es lohnt sich!

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