(openPR) WaveLight GmbH in Pressath/Oberpfalz
Zum ersten Mal fand das Thema „Lean Management“ auf einer Roadshow der Lean Factory Group Reimund Mittelmeiers Interesse. Raimund Mittelmeier ist Fertigungsleiter bei der WaveLight GmbH. Als eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Alcon-Konzerns ist die WaveLight GmbH marktführend in Produktion und Entwicklung hochmoderner Diagnose- und Operationstechnologie zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten durch Lasertechnologie. In der Fabrik in Pressath in der Oberpfalz produziert Wave Light seit November 2004 die komplette Produktpalette.
Nachdem Raimund Mittelmeier zunächst den Lean Basic Kurs der Leonardo Group belegt hatte, entschied er sich dafür: „… eine umfassendere Qualifizierung zu bekommen, um das ganze Lean Management Konzept auf unser Unternehmen übertragen zu können“. Er qualifizierte sich zum „Lean Champion“, was sich schon nach kurzer Zeit durch erhebliche Effizienzsteigerungen auszahlen sollte.
Diese Ausbildung zeichnet sich durch die verzahnte Vermittlung von Theorie und Praxis aus, in diesem Falle besonders passend, denn aktuellen Handlungsbedarf gab es bereits. Die Fertigung der Fabrik musste umgestaltet werden, da das Produktsortiment erweitert werden sollte. Getreu dem Lean-Konzept führte Raimund Mittelmeier eine Umstellung auf eine Mixed Model Line mit Kanban durch. Drei Linien der Gerätefertigung durchliefen auf einer Fertigungsfläche von 750 qm eine Prozessoptimierung und erhielten ein neues Layout. “Wir konnten ohne Platzmangel zusätzlich noch die Baugruppenfertigung und einen Produktionsraum mit kontrollierten Umgebungsbedingungen integrieren“, erzählt Mittelmeier begeistert.
Die Einführung von Lean mit der Prozessoptimierung durch die Mixed model line im Werk Pressath war sehr erfolgreich. Durch das verbesserte Prozessmanagement erzielen die 50 Mitarbeiter jetzt eine Effizienzsteigerung von 30 Prozent in der Gerätebestückung. Logistikverbesserung wurde durch ein Kanban - System an den Arbeitsplätzen erreicht. Dass durchaus noch weiteres Potenzial vorhanden ist, davon ist Reimund Mittelmeier überzeugt: „Wir fertigen Augenlasergeräte und Diagnosesysteme für den medizinischen Bereich, die sehr hohen Anforderungen und Prüfkriterien unterliegen. Die Durchlaufzeit unserer Augenlaser liegt derzeit bei 90 Stunden und kann sicher verkürzt werden“. Auch beim Prozessmanagement der Einmalartikelfertigung kann noch optimiert werden: Derzeit werden rund 200.000 sterile Applikationsinterfaces, die dem Patienten vor der OP aufs Auge aufgebracht werden, produziert. Durch weitere Lean Maßnahmen und Prozessoptimierung sollen zukünftig 400.000 Stück gefertigt werden.
„In der Lean Champion-Ausbildung haben sich Theorie und Praxis teilweise überlappt. So konnte ich das Gelernte aus den Kursen sofort in der Praxis anwenden und mein Wissen sehr gründlich vertiefen“, erklärt Reimund Mittelmeier. Sehr oft konnte er aus den verschiedenen Kursen und Seminaren neue Denkanstöße ins Unternehmen tragen, wobei er vor allem die interne Diskussion und Umsetzung der Ideen spannend fand. „Als Multiplikator habe ich zunächst Praxisbeispiele aus den Workshops zur Veranschaulichung für die Kollegen vorgestellt. Damit konnte ich selbst die vereinzelten Skeptiker überzeugen. Der Know-how-Transfer lief zum Schluss über intern organisierte In-House Seminare zum Thema Lean Basic, also auf sehr professionellem Niveau.“
Den Lean Gedanken in die Fertigung weiterzutreiben, darin sieht Mittelmeier jetzt auch seine Aufgabe. Dabei greift er oft auf die Erfahrungen aus seinen Seminaren zurück. Dort habe er gelernt dass jeder Prozesse immer weiter optimierbar sei. Der erste Schritt ist dabei stets, den Kakaiku zu definieren und dann über kleinere Kaizenschritte bis zum Ziel zu gelangen. Ganz fundamental ist dabei aber die grundsätzliche Bereitschaft, den Prozess immer wieder neu zu überdenken. Der entscheidende Impuls war jedoch auf eine Mixed Model Line umzustellen. „Ohne diese hätten wir Platzprobleme bekommen und die Fertigungstiefe, wie sie jetzt läuft, nicht in dem Maße verwirklichen können“. Erfreulich ist auch, dass durch die Lean Management Maßnahmen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.













