(openPR) Im randvoll besetzten „Friends Room“ der Mitchell Library in Sydney präsentierte Jakob Anderhandt seine Biographie über den Südseekaufmann und Kaiserlichen Konsul Eduard Hernsheim
Münster, 12. Oktober 2012. Einen Tag vor Eröffnung der Buchmesse in Frankfurt konnten interessierte Leser in Sydney bereits das 1.100seitige Werk bewundern. „Das für sich genommen ist eine Premiere“, sagte Anderhandt, „denn normalerweise ist es natürlich so, dass der Zielgruppe, also den Lesern in Deutschland, die Veröffentlichung zuerst vorgestellt wird.“ Doch habe er sich in seinem Fall anders entschieden, weil er der Mitchell Library vieles verdanke. „Die Bibliothek war für mich ein Glückstreffer, denn hier wird weltweit eine der besten Sammlungen zur Geschichte Ozeaniens verwahrt.“
Zu Beginn seiner Recherche vor sieben Jahren glaubte Anderhandt noch, bloß etwa die Hälfte seines Materials in Sydney zu finden. Nur einen oder zwei Monate später habe sich aber gezeigt, dass die Mitchell Library zwar vieles nicht im Original, doch dafür auf Mikrofilm bereithalte. Rückblickend mache das die Stärke ihrer Pazifik-Sammlung aus: „Wenn es rein um den Text geht und nicht das Erscheinungsbild“, sagte Anderhandt, „dann sind die Südsee-Bestände hier in Sydney unschlagbar.“
Mit Erscheinen des zweibändigen Werkes gehe für ihn eine lange Reise zuende, meinte der Autor. „Meine sieben Jahre, die ich zur Fertigstellung benötigt habe, machen rechnerisch gut ein Drittel jener Jahre aus, die Hernsheim von 1872 bis 1892 in Ozeanien verlebt hat. Auf jede seiner Stunden habe ich also rund zwanzig Minuten verwendet, um erzählen zu können, was damals auf seinen Reisen und seinen Handelsstationen alles geschehen ist.“ Dies wahrheitsgetreu zu berichten sei eines der Hauptziele seiner Arbeit gewesen. Ein Angebot einer Agentur, das Manuskript auf einen Abenteuerroman von halber Länge zusammenzukürzen, hätte er deswegen ausgeschlagen.
Im vollbesetzten „Friends Room“ stießen zuletzt auch Hernsheims verwickelte Familienverhältnisse auf reges Interesse. „Nur eine Zeitungsmeldung bezeugt“, erzählte Anderhandt, „dass Eduard Hernsheim bereits bei seinem ersten Aufenthalt in Sydney im Jahr 1872 verheiratet war.“ Amtliche Dokumente zu dieser Ehe gebe es aber keine, und genauso wenig Unterlagen zu einer Tochter aus einer späteren Ehe in Hamburg, von der heute noch lebende Nachfahren abstammen könnten. Insofern sei es durchaus denkbar, räumte Anderhandt ein, dass er sein Werk später doch einmal umschreiben müsse. Sollte die Biographie ein Erfolg werden, könnte ja durchaus ein entfernter Anverwandter des weitgereisten Kaufmanns ans Licht der Öffentlichkeit treten.
Jakob Anderhandt. „Eduard Hernsheim, die Südsee und viel Geld“ – Biographie in zwei Bänden. „Die Südsee-Bibliothek“, Nr. 1 und 2.
Band 1 / Nr. 1
582 Seiten, 6 Karten, 25 Abb. in SW, 5 Abb. in Farbe
27,50 €
ISBN 978-3-86991-626-2
Band 2 / Nr. 2
620 Seiten, 3 Karten, 17 Abb. in SW, 1 Abb. in Farbe
27,50 €
ISBN 978-3-86991-627-9













