(openPR) Zunächst erschien der fünfte und letzte Band von André Linkes SciFi-Komödie CRYSTAL YORKSHIRE zur Leipziger Buchmesse 2012 im März nur als E-Book. Erst im Juli folgte die Print-Ausgabe als Taschenbuch. Dieses Experiment sollte dem Kleinverlag Machtwortverlag unter anderem zeigen, wo die E-Books in Deutschland stehen. Zeit für eine Bilanz.
Seit 2006 veröffentlicht die manga- und japan-orientierte Autorin André Linke beim Kleinverlag Machtwortverlag die Romanreihe CRYSTAL YORKSHIRE. In der Science-Fiction-Komödie mit Manga-Elementen geht es um die Abenteuer junger Geheimagenten in der fernen Zukunft. Erschien die erste Auflage von Band eins ANGRIFF DER FLUKES im Dezember 2006 und damit gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, folgten zwischen 2008 und 2011 die Taschenbücher der Bände zwei bis vier (KRIEG UM NICHTS, DAS RAKERTEAM, DER BOTVIRUS) erst jeweils im März zur Leipziger Buchmesse. „Der Verlag stellte fest, dass Neuerscheinungen auf der Buchmesse für die Leser nochmal interessanter sind als vor der Weihnachtszeit“, so André Linke. „Darum setzten wir den Erscheinungsmonat neu.“
Dieses Jahr wurde es Zeit für ein neues Experiment: Zur Buchmesse in Leipzig kam im März 2012 zunächst lediglich das E-Book des fünften Bandes UNTER ZEITDRUCK heraus. Waren für die bisherigen Bände die Kindle-Ausgaben bereits nachgerückt, erschien diesmal zuerst ausschließlich die digitale Version des neuen Romans. Erst im Juli 2012 folgte dann das Taschenbuch. Doch auch diese nachgerückte Veröffentlichung änderte kaum etwas daran, dass viele Leser sich für die Kindle Edition entschieden.
„Allgemein kann man sagen, dass im Machtwortverlag derzeit etwa zwei Drittel aller verkauften Bücher E-Books sind, das gedruckte Buch nimmt nur noch circa ein Drittel ein“, verrät Karsten Lückemeyer, Verlagsleiter der Machtwortverlagsgruppe. An vielen Tagen sei sogar schon von dem Verhältnis 70:30 die Rede. „Es ist wichtig, so viele Bücher wie möglich als E-Books anzubieten, denn es ist abzusehen, dass die Zahl der Reader wächst und somit das Interesse an E-Books zunimmt.“ Das überraschte die Autorin. „Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet,“, so die 27-Jährige, „dass das E-Book längst in Deutschland angekommen ist.“
Aussterben werden gedruckte Geschichten aber vermutlich nie. So hört Linke häufig von Lesern, dass die Entscheidung für ein E-Book mit dem niedrigeren Preis und dem Gewicht zu tun habe, sich aber kaum jemand vorstellen könne, zu Hause kein großes Bücherregal mehr stehen zu haben. Lückemeyer sagt dazu: „Dass E-Books das gedruckte Buch gänzlich vom Markt verdrängen, ist zwar in absehbarer Zeit nicht zu befürchten, aber heutzutage allein auf das gedruckte Buch setzen zu wollen, wäre wohl tödlich für einen Verlag.“








