(openPR) Nils Weiße und Michael Stewart sind Freunde: Sie sind in Siegen zusammen zur Schule gegangen, sie spielen Football zusammen und machen Mountainbiketouren. Jetzt haben sie dem Begriff „Freunde fürs Lebens“ eine ganz neue Bedeutung gegeben. Denn beide sind Stammzellspender. Sie haben sich beide in diesem Jahr zur Verfügung gestellt, um einem Leukämiepatienten das Leben zu retten.
Die Geschichte beginnt vor zwei Jahren im November: Damals war Nils Weiße bei der Bundeswehr in Germersheim stationiert. Bei einem Blutspendetermin trifft er auf das Team der Stefan-Morsch-Stiftung, die für die Registrierung als Stammzellspender wirbt. „Einmal stechen, zweimal helfen“ heißt das Motto für die Blutspende und die Registrierung als Stammzellspender. Die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke findet er gut, also krempelt er die Ärmel hoch, gibt neben der Blutspende auch eine kleine Blutprobe ab, damit seine Gewebemerkmale in die Stammzellspenderdatei der Stiftung aufgenommen werden können. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als zehntausend Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie Leukämie. Oft reicht die Behandlung mit Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus, um den Patienten zu heilen. Die Transplantation von Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen gesunder Spender ist dann die einzige Chance, das Leben zu retten. Mit der Transplantation bekommt der Patient ein neues, gesundes blutbildendes System. Eine solche Übertragung ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt.
Im Frühjahr 2012 war es soweit: Nils Weißes Gewebemerkmale passten zu denen, eines Leukämiepatienten, der dringend auf eine Transplantation wartete. Für die Voruntersuchung und die Entnahme der Stammzellen musste der 22 Jährige zweimal nach Birkenfeld/Nahe fahren. Dort befindet sich der Sitz der Stefan-Morsch-Stiftung, die nicht nur Stammzellspender wirbt und registriert, sondern auch eine Entnahmestation (Apherese) hat. Also fragte Nils Weiße seinen besten Freund, ob er ihn dorthin begleitet: „Ich habe Michael von der Stammzellspende erzählt und er hat sofort zugesagt, dass er mitkommt.“ Während Nils Weiße an der Apherese-Maschine hängt, die ähnlich wie bei ein Dialysegerät funktioniert und die Stammzellen aus dem Blut zentrifugiert, informiert sich Michael Stewart genau über die Arbeit der Stefan-Morsch-Stiftung.
Bei der Blutstammzell-Transplantation gewinnt man die Stammzellen nicht aus dem Knochenmark, sondern mit Hilfe eines speziellen Verfahrens aus dem Blut des Spenders. Vorher muss jedoch die Zahl der zirkulierenden Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu wird der Spender maximal eine Woche lang ambulant vorbehandelt, das heißt, ihm wird ein körpereigener Botenstoff unter die Haut gespritzt. Dieser Botenstoff wird natürlicherweise vom menschlichen Organismus gebildet und sorgt unter anderem dafür, dass Stammzellen vom Knochenmark ins Blut übertreten. Als Nebenwirkungen können gelegentlich Knochen-, Muskel-, bzw. Kopfschmerzen und – in seltenen Fällen – Fieber auftreten. Diese möglichen Beschwerden verschwinden jedoch unmittelbar nach dem Absetzen der G-CSF-Gaben. Bei der Spende von Stammzellen aus dem Blut ist weder eine Narkose noch eine Operation erforderlich.
Michael Stewart lässt sich noch am selben Tag eine Blutprobe abnehmen, um sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Dann fahren beide zusammen nach Siegen zurück. Das Leben geht weiter. Nils studiert Bauingenieurwesen in Wuppertal und Michael büffelt Raumplanung. Im Sommer kommt wieder ein Anruf der Stefan-Morsch-Stiftung: Dieses Mal für Michael Stewart. Auch er bekommt die Chance ein Leben zu retten. „Wir müssen mal wieder nach Birkenfeld“, sagt er seinem Freund Nils. „Das fand ich cool“, lächelt Nils Weiße. Und Michael Stewart freut sich, dass auch er als Stammzellspender ausgewählt wurde – zwei Freunde fürs Leben eben.













