(openPR) Silikon-Spezialist stellt zwei neue Eigenentwicklungen zur Fakuma vor
Thalheim, 10.09.12. Rico, der Formenbau-Spezialist aus Thalheim in der Nähe von Wels in Österreich ist als Hersteller von Spritzgießwerkzeugen und Automatisierungskomponenten zur Verarbeitung von Elastomeren, speziell von Flüssigsilikon (LSR) und Feststoffsilikon (HTV), prädestiniert auch für die Entwicklung innovativer Peripherie in diesem Sektor. Zur Fakuma stellt das Unternehmen zwei komplett in Eigenentwicklung entstandene Nadelverschluss-Systeme vor, die die LSR-Verarbeitung noch effektiver werden lassen. Rico schließt damit die Lücken am oberen und unteren Ende der Schussgewichts-Skala und wird dadurch zum „Full System Supplier“ in der Elastomerverarbeitung. Die Markteinführung beider Systeme ist für den Anfang 2013 geplant.
Mit den Nadelverschluss-Systemen geht das Unternehmen einen weiteren qualitativen Schritt in Richtung des „Alles aus einer Hand“, für das Rico als Systempartner bis hin zur Serienfertigung von Silikonteilen in Zukunft steht.
Anspritzpunkt frei wählbar
Kaltkanalsysteme erleichtern nicht nur die Automatisierung des Spritzgießprozesses und das Erreichen von Materialeinsparungen, sondern bringen auch Vorteile bei der Verringerung von Zykluszeiten sowie eine abfallfreie Produktion. Geschäftsführender Gesellschafter Ing. Gerhard Kornfelder weiß, dass auch die Kunden von Rico diese Vorteile kennen: „Nach wie vor wird der Großteil unserer Projekte mit der über viele Jahre hinweg bewährten offenen Kaltkanaltechnik umgesetzt. Das heißt aber auch: Unsere Kunden setzten überwiegend offene Düsen zum Verarbeiten von LSR ein, was immer auch zu Markierungen am Anspritzpunkt führt. Mit den beiden Nadelverschluss-Systemen können sie jetzt abfallfrei und ohne erhabenen Anspritzpunkt arbeiten, was sowohl Zeit- als auch Qualitätsvorteile in der laufenden Fertigung mit sich bringt.“
Zwei Systeme, zwei Einsatzgebiete
Aus der großen Erfahrung von Rico in der Elastomerverarbeitung ergab sich die Entwicklung gleich zweier unterschiedlicher Nadelverschluss-Systeme, die für jeweils spezifische Produktionsaufgaben eingesetzt werden.
Das Nadelverschluss-System für sehr kleine Schussgewichte ab ca. 0,02 g besticht vor allem durch seine äußerst kompakte Bauweise. Dabei sind die Mindestabstände der Düsen identisch mit der herkömmlichen offenen Kaltkanaltechnik, um modular aufbauen und arbeiten zu können. Der erreichbare Düsenabstand liegt bei 15 mm, was die Anordnung von bis zu 64 Kavitäten in einem Werkzeug bei entsprechend kleinen Außenmaßen erlaubt. Der Antrieb der Nadelverschlussdüsen erfolgt pneumatisch. Ing. Gerhard Kornfelder hält fest: „Schon vor dem offiziellen Verkaufsstart unserer Nadelverschluss-Systeme verzeichnen wir eine große Nachfrage, vor allem für Anwendungen aus dem Medizintechnik-Sektor. Der große Vorteil unseres Systems gegenüber den herkömmlichen ist eben der sehr geringe realisierbare Düsenabstand und damit auch eine sehr kompakte Bauweise unserer Werkzeuge, gerade dann, wenn dort viele Kavitäten angeordnet werden müssen.“
Mit dieser neuen Entwicklung lassen sich die Probleme, wie sie speziell bei sehr kleinen Teilen und Schussgewichten auftreten, perfekt lösen. War bislang die Direktanspritzung schwierig bzw. die Lage des Anspritzpunktes oft störend, ist jetzt eine direkte Anspritzung problemlos möglich. Die Lage des Anspritzpunktes wird dabei variabel, eine indirekte Anspritzung über Unterverteiler oder Filmanguss ist nicht länger notwendig. Darüber hinaus minimiert sich durch die Arbeit mit dem Nadelverschluss-System auch der Verbrauch von teurem Material effizient, da mit der direkten Anspritzung auch die Angüsse wegfallen.
Das Nadelverschluss-System für große Schussgewichte kann neben der LSR- auch bei der Verarbeitung hochviskoser Materialien wie Feststoffsilikon (HTV) oder Gummi zum Einsatz kommen. Auch hier wird der große Vorteil der Technik sofort deutlich: Mussten früher zwingend mehrere Anspritzpunkte gesetzt werden, um die Kavität schnell und hochwertig füllen zu können, bevor die Vulkanisierung einsetzte, genügt jetzt ein Anspritzpunkt, um hochwertige Silikonteile entstehen zu lassen. Der Antrieb der Nadelverschlussdüsen erfolgt wie auch bei der kleineren Variante pneumatisch mit zusätzlicher elektrischer Hubverstellung. Durch seine nach wie vor kompakten Außenmaße lässt sich ein Mindestabstand zwischen den Düsen von 50 bis 75 mm erreichen, was einen sehr guten Wert darstellt und damit die Anspritzung von maximal 16 Kavitäten in einem Werkzeug problemlos realisierbar macht.
Feldversuche bis Ende 2012, dann Markteinführung
Laut Aussage von Ing. Kornfelder befinden sich beide Nadelverschluss-Systeme von Rico zurzeit im Feld- bzw. Langzeitversuch, um letzte Praxiserkenntnisse zu gewinnen und in die Serienproduktion einfließen zu lassen. Das Unternehmen bleibt seiner bisherigen bekannten Philosophie und Linie aber treu und verkauft auch im Fall der Nadelverschlussdüsen nur komplett – sprich Kaltkanal plus Kavitäten und Automatisierung – als Systemlösung. Ing. Kornfelder ist sich auch hier sicher: „Wir werden kein Normalienlieferant, denn ein Kaltkanal- oder Nadelverschluss-System allein macht noch kein gutes LSR-Werkzeug. Hinzu kommen muss die Erfahrung bei Beheizung, Konstruktion, Stahlauswahl, Fertigung und Abstimmung eines Werkzeugs. Erst daraus wird dann ein komplettes System, das einen stabilen Prozess, hohe Qualität und Lebensdauer garantiert.“
Wer sich für die beiden Nadelverschluss-Systeme vom Spezialisten interessiert, der sollte einen Besuch auf der Fakuma in Friedrichshafen, die zwischen dem 16. und 20. Oktober stattfindet, fest einplanen.











