(openPR) Mit Gamma-Strahlen gegen den Verfall - BGS Beta-Gamma-Service sterilisiert Flutakten
Bruchsal, 01. August 2003: Der Spezialist für Bestrahlungsdienstleistungen BGS Beta-Gamma-Service hat kürzlich einen Auftrag der besonderen Art durchgeführt. Es ging um mehrere LKW-Ladungen Akten, die letztes Jahr im Jahrhunderthochwasser an der Elbe ein Opfer der Fluten wurden. Bevor spezialisierte Restauratoren sich an die Wiederherstellung der Akten machen, müssen Sie mit dem Schimmelpilz, der sich rapide auf dem Papier ausbreitet, fertig werden. Die mit dem Schimmelpilzbefall verbundenen Probleme (Gefahr für die Gesundheit und Verschleppungsgefahr) sind so gravierend, dass die Bekämpfung unbedingten Vorrang vor allen anderen konservatorischen bzw. restauratorischen Maßnahmen haben muss. Durch Bestrahlung mit Gammastrahlen werden die Schimmelpilze zuverlässig abgetötet. Die Restaurierung der Akten liegt nun in den Händen von Spezialisten.
Zu Schimmelpilzbefall kommt es, wenn Dokumente feucht gelagert werden oder Feuchtigkeit bzw. Nässe ausgesetzt werden. Mit ihrem Wachstum zerstören die Schimmelpilze das Papier langsam, weil sie sich von bestimmten Bestandteilen des Papiers ernähren und sie chemisch umwandeln. Schimmelpilze treten in Hunderten verschiedener Arten auf, von denen einige allergische Reaktionen, insbesondere auf der Haut und in den Atmungsorganen hervorrufen können. Zu den wenigen erfolgversprechenden Behandlungsmethoden für große Mengen schimmelbefallener Materialien gehören die Begasung mit Ethylenoxid und die Bestrahlung mit Gamma-Stahlen. Beide Sterilisierungsmethoden können alle Schimmelpilze und einen hohen Prozentsatz der Schimmelsporen abtöten.
Im Falle der Akten aus den Flutgebieten wurde die Bestrahlung gewählt, weil mit Ethylenoxid behandelte Akten wegen eines Restgehaltes des für den Restaurator mutagen, teratogen und karzinogen Ethylenoxids vor der Weiterbearbeitung über einen sehr langen Zeitraum gelagert werden müssen.
Annett Heilmann, Mitarbeiterin in der Abteilung Anwendungstechnische Beratung bei BGS, ist für die Bestrahlung von Akten zuständig, die vom Schimmelpilz befallen sind. Sie ist stolz darauf, dass die Bestrahlung helfen konnte, Kulturgüter vor dem drohenden Verfall zu retten. Ansonsten beschäftigt sich BGS überwiegend mit der Sterilisation von medizinischen Materialien und mit der Werkstoffoptimierung von Kunststoff, wie z.B. Rohre für Fußbodenheizungen. Frau Heilmann legt Wert auf die Feststellung, dass die bestrahlten Gegenstände aufgrund der angewendeten Energien niemals radioaktiv werden können. Für die Restaurateure und Archivare geht also keine Gefahr von den bestrahlten Akten aus.
Der BGS Beta-Gamma-Service ist einer der grössten Dienstleister seiner Art in Europa. BGS bietet unterschiedliche Bestrahlungsdienstleistungen an drei Standorten in Deutschland an: Wiehl bei Köln, Bruchsal bei Karlsruhe und Saal nahe Regensburg. Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und bestrahlt heute Produkte von über 500 Kunden mit einer Gesamtmasse von über 50.000 Tonnen.
Das Unternehmen wächst kräftig. Erst im Jahre 2002 wurde in Bruchsal die größte Bestrahlungsanlage der Welt in Betrieb genommen. Die Strahlenquelle mit einer Maximalleistung von 200 kW erlaubt auch die Bestrahlung großer Werkstücke mit Maßen von bis zu 12 Metern Länge und 1,60 Meter Breite. Besonderes Augenmerk legt BGS neben der Bestrahlung auf flexible Logistik-Dienstleistungen rund um die bestrahlten Teile.









