(openPR) Becker beteiligt sich an Forschungsprojekt für leichtere und umweltfreundlichere Autos
Kann man Formholz im Automobilbau einsetzen? Dieser Frage widmet sich ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt, an dem auch der Formholzhersteller Becker beteiligt ist. Ziel ist es, Autos leichter und umweltfreundlicher zu machen. Ein geringeres Gewicht würde den CO2-Ausstoß verringern und die Reichweite auch batteriebetriebener Fahrzeuge erhöhen.
Hier kommt das nachhaltige Naturmaterial Buchenholz ins Spiel: „Die Buche hat bei gleicher Größe nur ein Zehntel des Gewichts von Baustahl, aber ein Drittel seiner Festigkeit“, erklärt Dr. Ralf Becker, geschäftsführender Gesellschafter der Fritz Becker KG in Brakel. Nach Beobachtungen der Experten ist es Aluminium sogar in einigen Bereichen überlegen: Es hält wechselnde Belastungen ohne Ermüdungsbrüche aus, federt Stöße ab und dämpft Schwingungen. In Kombination mit anderen Materialien wie Metall und Kunststoff sollen die für den Fahrzeugbau nötigen Eigenschaften erreicht werden.
Weitere Pluspunkte des Naturproduktes: Die Herstellung holzbasierter Komponenten verbraucht nur einen Bruchteil der Energie, die bei der Herstellung von Aluminium-, Kunststoff- oder Stahlbauteilen anfällt. Zudem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der in großen Mengen geerntet und einfach recycelt werden kann. Dank der vielen heimischen Buchenwälder entfallen weite Transportwege, was die CO2-Bilanz nochmals verbessert. Und Holzformteile können in großen Mengen wirtschaftlich produziert werden.
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass Holz immer „arbeitet“, vor allem, wenn es Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Hierfür wollen die Verbundpartner eine Lösung finden. Auch die weitgehend metallbasierten Prozessketten der Automobilindustrie sowie die Eignung für Serienfertigung müssen berücksichtigt werden. Spannend ist auch die Frage, wie die Verbundmaterialien später repariert und entsorgt werden können. Auch von solchen Aspekten dürfte der Erfolg des Projektes abhängen.
Das 1,7 Mio. Euro teure Drei-Jahres-Projekt wird zur Hälfte vom Bund finanziert. Es trägt den Namen „HAMMER“(Holzformteile als Multimaterialsysteme für den Einsatz im Fahrzeugrohbau). Die Becker KG ist zuständig für die Arbeit an den Demonstratoren und die Erforschung der notwendigen Verfahren. Mit dem assoziierten Partner VW soll geklärt werden, welche Bauteile für eine spätere Anwendung in Frage kommen. Die Forschungsleitung des Projektes liegt in der Hand von Professor Stephan Böhm (Uni Kassel). Sein Team untersucht, wie die Formholzkomponenten in das Auto integriert werden können. Weitere Projektpartner sind das Fraunhofer Institut für Holzforschung WKI aus Braunschweig sowie die Sachs Engineering GmbH aus Engen-Welschingen.
HAMMER wird im Rahmen des Förderprogramms „WING – Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft“ noch bis 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.











