(openPR) Eine Gesellschaft, die allen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht: Das ist das Ziel, dem sich die Stiftung Liebenau trotz schwieriger Rahmenbedingungen in ihrer sozialen Arbeit verpflichtet hat. Im Jahr 2011 hat sie ihre bestehenden Angebote und Dienste unter diesem Aspekt weiterentwickelt sowie neue Einrichtungen und Hilfsdienste aufgebaut. An insgesamt 100 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz haben sich rund 6 200 Mitarbeiter für Menschen mit Hilfebedarf engagiert. Zum Verbund der Liebenauer Stiftungen gehören außer der Stiftung Liebenau die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist (mit Sitz Kißlegg) und die Stiftung Helios – Leben im Alter (mit Sitz in Goldach, Schweiz).
Einsatz für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung
Mit vielfältigen Angeboten lässt die Stiftung Menschen mit Behinderung, alten und kranken Menschen sowie Familien in schwierigen Lebenssituationen individuelle Assistenz- und Unterstützungsleistungen zukommen. "Allen diesen Angeboten liegt eine gemeinsame Überzeugung zu Grunde, die im christlichen Menschenbild wurzelt", erläutert Stiftungsvorstand Dr. Berthold Broll. "Sie basiert auf dem Respekt vor der persönlichen Würde des Einzelnen, der Stärkung der Eigenverantwortung des Menschen gegenüber der Gesellschaft und der Schöpfung sowie der Verpflichtung zur Solidarität." Weitere Grundsätze des Stiftungshandelns sind Verantwortung und Nachhaltigkeit. "Das heißt, wir entwickeln einerseits unsere bestehenden Angebote und Dienste weiter und wir suchen andererseits neue zukunftsweisende Lösungsansätze für soziale Aufgaben."
Neue Standorte in der Altenhilfe
Mit neuen Lösungen in der Altenhilfe beschäftigen sich verschiedene Forschungsprojekte zu technischen Unterstützungsmöglichkeiten im häuslichen und pflegerischen Bereich, zur Gemeinwesenarbeit und zur Trauerbegleitung, an denen die Stiftung Liebenau beteiligt ist. Drei Pflegeheime wurden im Jahr 2011 neu in Betrieb genommen: Neu eröffnet wurde das Pflegeheim St. Iris in Eriskirch. In St. Gallenkirch (Montafon, Österreich) und Brunnadern (Toggenburg, Schweiz) wurden bestehende Einrichtungen übernommen. In Ulm ist eine generationenübergreifende Wohnanlage "Lebensräume für Jung und Alt" entstanden. Im Deggenhausertal und in Maikammer (Rheinland-Pfalz) werden neue Altenhilfeeinrichtungen gebaut. Die Qualität der Liebenauer Altenhilfe wurde in Deutschland wiederholt durch sehr gute Noten des Medizinischen Dienstes der Kassen (MDK) bestätigt.
Ausweitung der Assistenzleistungen für Menschen mit Behinderung
Für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen hat die Stiftung Liebenau im vergangenen Jahr in 24 Kommunen verschiedenartige Angebote zur Förderung und Betreuung realisiert. In Dußlingen (Kreis Tübingen) wurde eine neue integrative Wohnanlage eingeweiht. In Spittal (Kärnten) entstand mit der "Lebenswelt St. Antonius" das erste Wohn- und Arbeitsprojekt für Menschen mit Behinderung der Stiftung in Österreich. Neue Bildungs- und Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung gibt es in Leutkirch, Markdorf und Villingen-Schwenningen. Neben diesen dezentralen Assistenzleistungen verzeichnete die Stiftung nach wie vor eine hohe Nachfrage nach beschützenden Lebensräumen für Menschen mit Schwerst- und Mehrfachbehinderung an den Stammorten Liebenau, Hegenberg und Rosenharz. "Wenn es um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung geht, halten wir nichts von einem Entweder-oder. Die Stiftung Liebenau hält deshalb ebenso dezentrale Assistenzleistungen vor wie qualifizierte Spezialangebote, entsprechend dem Bedarf der Menschen, die wir betreuen", sagt Vorstand Prälat Michael H. F. Brock. An den Stammorten sorgen umfangreiche Umbau- und Modernisierungsvorhaben für eine Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation.
Hohe Nachfrage nach medizinischen Leistungen
Im Gesundheitsbereich stößt die St. Lukas-Klinik der Stiftung Liebenau seit vielen Jahren an die Grenzen der zentralen Krankenhausbedarfsplanung. Die kontinuierlich steigende Nachfrage nach medizinischen Leistungen für Menschen mit Behinderung kann mit den vorhandenen stationären Plätzen nicht gedeckt werden. Auch der Ausbau der ambulanten Angebote in Liebenau und Stuttgart führte zu keiner spürbaren Entlastung im Bereich der Akutversorgung. Anlass zur Sorge gibt außerdem der wachsende Ärztemangel.
Belegungsrückgang in der beruflichen Rehabilitation
Während die Bereiche Aus- und Weiterbildung von Fachkräften im Jahr 2011 steigende Teilnehmerzahlen verzeichneten, erlebte das Berufsbildungswerk Adolf Aich, in dem Jugendliche mit Lernbehinderungen im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation ausgebildet werden, trotz neuer Maßnahmen und Projekte einen Rückgang der Belegungszahlen. Die Einrichtung steht seit Jahren in einem Spannungsfeld zwischen wachsenden fachlichen Herausforderungen und einer zunehmend schärferen Preispolitik der Kostenträger, die immer mehr Bildungsmaßnahmen über Ausschreibungen vergeben.
Sicherung von Arbeitsplätzen
Im Verbund der drei Stiftungen hat sich die Gesamtzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jahr 2011 von 6 040 auf 6 204 erhöht. Als Arbeitgeber leistet die Stiftung Liebenau mit ihren Tochtergesellschaften einen wichtigen Beitrag zur Verstetigung des wirtschaftlichen Lebens. Sie sichert Arbeitsplätze, gerade auch im ländlichen Raum, mit familienfreundlichen Teilzeitangeboten und an vielen verschiedenen Standorten.
Die steigenden Personalkosten haben in einigen Tochtergesellschaften, vor allem in der Altenhilfe und der Hilfe für Menschen mit Behinderung, allerdings zu einer deutlichen Verschlechterung der Wirtschaftsergebnisse geführt. Tariflich bedingte Kostensteigerungen konnten nicht durch entsprechend höhere Kostensätze für Pflege und Betreuung aufgefangen werden. Diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung der Stiftungsverantwortlichen auch in den beiden Folgejahren noch fortsetzen. "Deshalb werden wir uns engagiert in die Diskussionen um Tarife und Entgelte einbringen", so Vorstand Dr. Markus Nachbaur.
Investitionen für Wohnen und Pflege
Der Gesamtumsatz der Stiftung Liebenau, der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist und der Stiftung Helios betrug im Jahr 2011 rund 283 Mio. Euro, knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Auf die Altenhilfe entfielen 42 Prozent, auf Hilfe für Menschen mit Behinderung 31 Prozent und die Bereiche Bildung 10 und Gesundheit 8 Prozent. Die Investitionen sind mit insgesamt 23,6 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr um rund 26 Prozent zurückgegangen. Sie wurden verwendet für den Bau und die Modernisierung von Pflegeheimen in München, Baienfurt, Eriskirch und Maikammer, für verschiedene Gebäude am Standort Rosenharz, Sanierungsvorhaben am Standort Hegenberg und für ein neues Gebäude zur Berufsbildung in der Raiffeisenstraße Ravensburg.
"Die Sicherung der Wirtschaftlichkeit wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für alle Verantwortlichen in der Stiftung", so Dr. Nachbaur. Vor diesem Hintergrund sind auch die verstärkten Aktivitäten im Bereich des Fundraising zu sehen. Sie sollen insbesondere die zahlreichen Einrichtungen und Dienste der Stiftung Liebenau, die nicht oder nicht ausreichend finanziert werden, über Spendenmittel absichern. Besonders im Fokus stehen derzeit Hilfen für Familien. Im Jahr 2011 erhielt die Stiftung Liebenau mit ihren Tochtergesellschaften insgesamt 402.700 Euro Spenden, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. An die Stiftung selbst gingen mit rund 172.700 Euro etwa 84 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen 130.000 Euro aus Erbschaften und Vermächtnissen. Sie wurden dem Stiftungsvermögen zugeführt und sorgen so für nachhaltige Erträge.
Info:
Der Jahresbericht der Stiftung Liebenau ist erhältlich unter der Telefonnummer 07542 10-1181,











