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Selbstbestimmt mit Messer und Gabel

14.06.201218:11 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Utl.: Symposium des forum. ernährung heute: Der Schriftsteller Walter Wippersberg und der Meinungsforscher Prof. Dr. Klaus Kocks von der deutschen CATO-Sozietät widmen sich der Frage nach Selbstbestimmung, Privatheit und Werten in der aktuellen Ernährungsdebatte.



Wien, 14. Juni 2012 – Im Rahmen des heute stattfindenden Symposiums „Freiheit oder Fremdbestimmung: Wie privat ist Essen?“ befassen sich zwei namhafte Redner in ihren Vorträgen „Die Gesundheitsgesellschaft“ bzw. „Warum man seine Pflicht nicht gerne tun kann“ mit dem Individuum, das sein Heil in einem immer stärker werdenden Gesundheitsanspruch sucht und dabei seinen Platz innerhalb einer immer restriktiver werdenden Gesellschaft noch finden muss. Während der Schriftsteller Walter Wippersberg als Kritiker der neuen „Gesundheitsreligion“ einen ethischen, religiösen Zugang wählt, nähert sich der Meinungsforscher und Kommunikationsberater Prof. Dr. Klaus Kocks dem Thema aus philosophischer, naturwissenschaftlicher Sicht. Beiden gleich ist die Frage: „Gesundheit um jeden Preis – muss das sein?“ Beide Vortragende plädieren für ein verstärktes Maß an Selbstbestimmung, das von Aufklärung und Bildung des Einzelnen getragen wird.

Für Walter Wippersberg ist das Streben nach Gesundheit, das mittlerweile eine fast religiöse, fanatische Komponente annimmt, eine Kompensation einer inneren Glaubensleere unserer Gesellschaft. „Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken. (…)Unsere Vorfahren retteten ihre Seele, wir unsere Figur.“ Wippersberg sieht seine These über die neue Gesundheitsreligion auch religionswissenschaftlich begründet, denn sie hat sich „(…)längst, wie das bei Religionen so üblich ist, in verschiedene Glaubensrichtungen gespalten, und sie hat auch schon, wie man das gleichfalls von anderen Religionen kennt, die eine oder andere für sie typische psychische Störung hervorgebracht, die Orthorexie, zum Beispiel, das zwanghafte Verlangen, sich möglichst ‚gesund’ zu ernähren.“
Hier erkennt Wippersberg auch die starke gesellschaftsprägende Wirkung einer voll entwickelten Religion: „Das Individuum – auch wenn es sie aktiv nicht praktiziert – kann sich ihrer normierenden Kraft nicht entziehen und findet sich schnell in der Rolle des „scheel angesehenen Außenseiters“ wieder. Die Ordination des Arztes hat laut Wippersberg längst den Beichtstuhl ersetzt. Und damit nicht genug, wurde der Begriff „gesund“ an sich in den letzten Jahren neu definiert und dies birgt noch mehr Druck für das Individuum. Reichte es früher, „nicht krank“ zu sein, ist das nach heutigen Gesundheitsdogmen längst nicht mehr genug. So wird uns auch ständig eingeredet, „Gesundheit sei das höchste Gut“.

Wippersberg ortet auch seitens des Staates Druck, wenn nicht sogar Kontrolle auf bzw. über den Einzelnen: „Wie das Christentum, zumal der Katholizismus, den Menschen nicht einfach nach seiner je eigenen Fasson selig werden lassen will, so haben auch die Gesundheitsreligion und der Staat, der sich ihrer gern bedient, nicht nur des Menschen Glück im Auge.“ Wippersberg nennt dies „moralische Bevormundung“.

Prof. Dr. Kocks schlägt – aus philosophischer Sicht – in dieselbe Kerbe: „Habe ich als erwachsener Staatsbürger das Recht, mich mit Messer und Gabel fehlzuernähren, am Ende sogar umzubringen? Hat der Staat das Recht, mich zu meinem gesundheitlichen Wohl als zwangszuernährenden Delinquenten zu behandeln? Sind schwangere Frauen noch im Besitz ihrer bürgerlichen Rechte oder obliegen sie als Fötenträger bereits der staatlichen Aufsicht?“ Er versucht auch gleich eine Antwort zu geben, sofern möglich, denn: „Diese Fragen so zu stellen, heißt anzudeuten, dass man sie nicht ideologisch beantworten kann, jedenfalls nicht mit einem entschiedenen Ja oder Nein vom Tisch fegen.“
Prof. Dr. Kocks geht noch einen Schritt weiter und sieht in den „Machtansprüchen staatlicher Gesundheitspolitik“ einen „Gestus der Re-Infantilisierung“, die Kinder, die von „Papa Staat“ vor sich selbst gerettet werden müssen.“

Kocks ruft am Ende seines Vortrages auf zu „Selbstverantwortung, der Erziehung zur Selbstverantwortung. (…) Wir müssen lernen, mit unserer Freiheit maßvoll umzugehen. Wir müssen das auch lehren. (…) Adipositas, soweit nicht medizinisch indiziert, sondern sozial, beginnt in bildungsfernen Milieus, und das heißt im Kopf. Adipositas als Zivilisationskrankheit ist eine falsche Lebensführung in Ermangelung besserer Alternativen. Adipositas ist eine soziale Frage. Dieser Verantwortung müssen wir politisch und sozial in ihrer ganzen Komplexität gerecht werden.“

Symposium: „Freiheit oder Fremdbestimmung: Wie privat ist Essen?“
Am 14. Juni 2012, Hotel Savoyen Vienna
Weitere Informationen sowie die Abstracts der Vorträge sind im Nachfeld des Symposiums verfügbar auf: www.forum-ernaehrung.at

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