(openPR) Nach Alter Mörder Sitte ist ein Krimi, den man vergleichen könnte mit einem Spinnennetz. Zunächst setzt man die Grundfäden, dann spinnt man ein Netz und fängt so seinen Leser endgültig ein. Wenn man auch zunächst daran zweifeln könnte, nachdem man die ersten Seiten liest. Der Autor kommt mit einer Ruhe daher, die sich im Nachhinein als sehr tückisch erweist. Sein Protagonist, „Opa Bertold“, nur noch Hobbykriminalist, im Ruhestand und lebt in einer „hochklassischen“ Seniorenresidenz. Dieser interessiert sich für die Römerzeit und deren Schlachten, die unter anderem ja auch in der Eifel stattfanden. Und eigentlich auch mehr als Hobby, bis er eine Nachricht bekommt, die ihn betrifft und mit dem Verschwinden seiner Tochter, vor 25 Jahren. Zunächst glaubt er an einen Scherz, da sich der Absender eben eines antiken Keltenführers und dessen Namen bedient, doch als ein ominöses Bild auftaucht, welches sein Spiegelbild wiedergibt und eben das seiner Tochter, wie sie heute aussehen könnte, ist er sich zwar den Ernst der Lage bewusst, doch wahrhaben wollte er es noch lange nicht. Bis seine Enkelin, auch bei der Polizei, ihm „den Hosenboden strammzieht“. Doch damit nicht genug, auch Graf Wilhelm der Zweite erhält Einzug, was nicht nur bei Opa Bertold Unwohlsein auslöst.
Guido M. Breuer der Gefahr läuft mit seiner Art zu schreiben, Leser und deren Geduld überzustrapazieren, indem sie das Buch gelangweilt zur Seite legen könnten, schafft es auf eine ziemlich ungewöhnliche Art die Spinnfäden so zu spannen, dass trotzdem ein Netz entsteht, mit Fäden klebrig darauf wartend den Leser einzufangen und erst nach der letzten Seite wieder gehenzulassen.
Fazit: nach Ruhigem und durchaus, wenn auch erst zum Ende hin, nachvollziehbarem gemächlichen Beginn, mit Witz und Charme, nimmt dieser Krimi dermaßen an Fahrt auf, dass man diesen so schnell nicht aus der Hand legt, einfach nicht legen will.













