(openPR) Intervierw mit dem Team-Manager der Deutschen Wasserball-Nationalmannschaft, Michael Zellmer, über das Ausscheiden beim Olympia-Qualifikationsturnier, das vom 01. - 08. April 2012 in Edmonton (CAN) stattfand und die anstehenden Aufgaben.
Zur Person Michael Zellmer:
Als Aktiver spielte Michael Zellmer für den Waspo Hannover Linden sowie den Nachfolger SG W98/Waspo Hannover, wurde mit Hannover zwei Mal Deutscher Poklasieger und holte zwei Mal den Deutschen Supercup.
Michael Zellmer (34) war selbst 267-facher Nationalspieler (Torwart) und hat an den Olympischen Spielen 2004 (Athen) und 2008 (Peking) soiwe an den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 teilgenommen.
Seit Januar 2009 ist Michael Zellmer Team Manager der Deutschen Wasserball-Nationalmannschaft.
Wasserballhelden: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft und bei den Verantwortlichen nach dem verpassten Olympia-Ticket?
Michael Zellmer:
Natürlich sind alle hier enttäuscht und traurig, da Olympia das große Ziel eines jeden Sportlers ist.
Wasserballhelden: Wo liegen aus Deiner Sicht die Gründe, für die ja doch recht unerwartete Niederlage gegen Mazedonien?
Michael Zellmer:
Aktuell herrscht ehrlich gesagt Ratlosigkeit, wie der Blackout gegen Mazeodnien passieren konnte. Die Rahmenbedingungen und die Vorbereitung waren optimal, wir sind von Verletzungen und Krankheiten verschont geblieben. Es muss mental etwas falsch gelaufen sein.
Wasserballhelden: Wenn Du das gesamte Turnier analysieren würdest, wie würde Dein Fazit ausfallen?
Michael Zellmer:
Insgesamt haben wir im Laufe der Olympia-Qualifikation nicht zu der Leistung gefunden, die uns zum fünften Rang in Eindhoven geführt hat.
Mit dem Sieg gegen Rumänien und die Niederlande waren wir aber voll im Soll und hätten mit einer normalen Leistung auch Mazedonien hinter uns gelassen. Das Viertelfinale gegen Kanada wäre dann auf jeden Fall ein anspruchsvolles aber auch lösbares Spiel gewesen.
Wasserballhelden: Gerade durch die Abwesenheit anderer Deutscher Mannschaften bei den Olympischen Spielen, hätte man die Chance gehabt, den Wasserballsport mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Denkst Du, dass die verpasste Teilnahme für den deutschen Wasserball insgesamt einen Rückschritt darstellt?
Michael Zellmer:
Die verpasste Olympia-Teilnahme stellt keinen wirklichen Rückschritt dar, weil wir aktuell in der Presse immer noch kaum Berücksichtigung finden. Hingegen wäre eine erfolgreiche Qualifikation ein großer Schritt in die mediale Öffentlichkeit gewesen, das ist definitiv eine Verpasste Chance für den Deutschen Wasserball.
Wasserballhelden: Wird die verpasste Qualifikation Auswirkungen auf die Förderung von Seiten des DSV haben?
Michael Zellmer:
Die Auswirkungen auf die Förderung werden sich im Laufe des Jahres ergeben. Durch die bereits gesicherte Teilnahme an der nächsten WM 2013 und EM 2014 werden wir aber international weiter unter den Top-Nationen bleiben.
Wasserballhelden: Das Ende eines Olympiazyklus ist ja immer auch die Zeit für Umbrüche. Wie siehst Du die Zukunft des Wasserball-Team Deutschland im Hinblick auf die nächsten Jahre?
Michael Zellmer:
Wir werden das Ausscheiden nun erst einmal ein bis zwei Wochen sacken lassen und verdauen. Ab Ende April wird es darum gehen, einen neuen Olympia-Plan für 2016 und danach aufzustellen und zu prüfen, mit welchen Spielern wir daraufhin arbeiten können.
Wir haben in den vergangenen Jahre eine stetige Entwicklung in Richtung der Weltspitze genommen und dürfen uns durch das Ausscheiden nicht vom Weg abbringen lassen. Natürlich müssen wir prüfen, welche Schrauben angezogen und welche Weichen neu eingestellt werden müssen. Ich glaube an unser Team und das wir bald wieder für positive Schlagzeilen sorgen werden.
Wir danken Michael Zellmer dafür, dass er uns für unsere Fragen zur Verfügung stand.










