(openPR) Hannover, März 2012. Vom Zeh bis hin zu den Zähnen: Implantate gehören mittlerweile zum medizinischen Standard und dienen dazu, Menschen einen Teil ihrer ursprünglichen Lebensqualität zurückzugeben. „Experten schätzen die Zahl der gesetzten Zahnimplantate pro Jahr bundesweit auf mehr als 500.000 Stück“, erklärt Dr. Ralf Luckey, MSc, leitender Zahnarzt am Diagnostikzentrum für Implantologie und Gesichtsästhetik (DIG) der Implantatzahnklinik in Hannover (IKH). „Dabei steigt die Anzahl stetig, gleichzeitig auch der Bedarf nach einer umfassenden Infektionsprophylaxe.“ Denn jede Art von Operation birgt auch immer Gefahren, zum Beispiel die einer Infektion. Diesem Risiko haben sich verschiedene Universitätskliniken wie die MHH – Medizinische Hochschule Hannover –angenommen und forschen auf dem Gebiet. Immerhin infizieren sich jährlich zwischen vier und sechs Prozent aller Patienten mit Bakterien – auch im Bereich der Zahnmedizin. „Wir arbeiten daher mit einem speziellen Antibiotikum, welches die Gefahr einer Entzündung oder Abstoßung senkt“, erläutert Dr. Luckey.
Implantate vorsorglich tränken
Bei einer Implantation gilt es also, das Infektionsrisiko von vornherein zu minimieren. Diese Problematik gestaltet sich so komplex, dass sich seit kurzer Zeit sogar ein eigens gegründeter Verbund, die „Internationale interdisziplinäre Allianz gegen Implantatassoziierte Infektionen“, damit beschäftigt. In der Praxis von Dr. Luckey wird eine vorbeugende Verabreichung von Antibiotika bereits seit zehn Jahren vorgenommen. „Wir arbeiten erfolgreich mit Nebacetin, einer Antibiotikumlösung, mit der wir das Implantat vor dem Eingriff tränken“, beschreibt Dr. Luckey das Vorgehen. Hierbei handelt es sich um ein Lokalantibiotikum, welches örtlich begrenzt gegen Bakterien in der Wunde angeht und so einer Entzündung entgegenwirkt. Aus der Gabe von lokalen Antibiotika resultieren verschiedene Vorteile, so beispielsweise die geringere Gefahr einer Resistenzentwicklung gegen bestimmt Keime. Aber auch die bessere Wirksamkeit durch höhere lokale Konzentration, der anhaltend hohe Wirkspiegel, die kontinuierliche Freisetzung und die einfache Anwendung bieten Vorzüge für den Patienten. Zudem besteht insgesamt eine geringere Belastung für den Körper.
Eigeninitiative zeigen
Doch auch über eine vorbeugende Medikamentation hinaus gibt es einfache Verhaltensregeln, die Patienten befolgen sollten, damit Implantate bestmöglich im Mund einheilen. Direkt im Anschluss an den Eingriff helfen Kühlmanschetten oder Eisbeutel, ein Anschwellen zu verhindern. Gleichzeitig lindert die Kälte mögliche Schmerzen. Darüber hinaus sollten Patienten in den ersten Tagen auf kauintensive Nahrungsmittel wie beispielsweise Mohrrüben verzichten und sowohl Alkohol als auch Nikotin meiden. Zudem stellt jeder Eingriff immer eine Belastung für den Körper dar, weshalb es gilt, sich im Anschluss zu schonen und sportliche Aktivitäten einige Tage zu verschieben – hier lohnt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. „Am wichtigsten ist es jedoch, dass sich Patienten auf ihre Mundhygiene konzentrieren, um zusätzlich zum Antibiotikum der Gefahr einer Parodontitis oder einer Periimplantitis vorzubeugen“, weiß Dr. Luckey. „Ich empfehle, in den ersten acht bis zehn Tagen zusätzlich desinfizierende Mundspüllösungen zu verwenden und Zahnseide oder Interdentalbürsten zu verwenden.“ Aber auch in der Zeit danach kommt der Zahnpflege eine bedeutende Rolle zu: So sollten zwei- bis dreimal im Jahr professionelle Zahnreinigungen erfolgen, damit Patienten dauerhaft kraftvoll zubeißen können.
Weitere Informationen erhalten Sie unter der kostenfreien Servicerufnummer 0800 - 66 30 210 oder im Internet unter www.implantatzentrum-hannover.de.











