(openPR) Der aktuelle Marktkommentar von Tu Tuan To, 321GoldundSilberShop.de
Als sich der Goldpreis nach seinen deutlichen Verlusten wieder berappelte und über 1.700 Dollar stieg, atmeten die meisten Investoren auf. Bei genauer Betrachtung, so jedenfalls schaut es derzeit aus, handelte es sich dabei um eine Bullenfalle. Um eine „Korrektur in der Korrektur“, wie es im Börsenjargon so schön heißt. Nichts anderes also als eine Gegenreaktion auf den kurz vorherigen Trend. Der Goldpreis setzt nunmehr seine Korrektur fort. Und ist zunächst einmal offenbar maßgeblich beeinflusst durch charttechnische Aspekte. So erwies sie die bei 1.680 US-Dollar verlaufende Unterstützungszone als eher mittelprächtig robust. Ein paar Mal setzte der Goldpreis da auf, drehte ab nach oben, um danach erneut einen baisseträchtigen Anlauf zu machen. Dies ist ihm offenbar – zum Leidwesen der eher optimistischen Investoren – jüngst gelungen. Denn der Goldpreis sackte nochmals durch und kämpft nunmehr mit der nächsten Unterstützung, die bei rund 1.650 Dollar verläuft. Diese scheint indes nicht besonders robust. Gleiches gilt für die darunter liegende Auffanglinie bei 1.620 Dollar. Sollte der Goldpreis auch hier nicht Halt machen, könnte die Korrektur noch dynamischer verlaufen als bislang. Denn die nächste Unterstützungszone, die diese Bezeichnung verdient, wartet erst bei 1.530 Dollar. Und bis dahin, so steht zu befürchten, ist es ein ziemlich verlustreicher Weg. Der Vollständigkeit halber: Die Kursfantasie nach oben scheint – erneut charttechnisch – begrenzt. Denn in kurzen Abständen lauern Widerstände bei 1.720, 1.750, 1780 und bei 1.820 Dollar. Darüber zu spekulieren, wann der Goldpreis den einen oder anderen Anlauf nimmt, diese Schwelle nachhaltig zu überwinden, wäre derzeit zu früh. Auch fundamental glänzt – vorläufig zumindest – Gold nicht mehr wie noch vor einigen Monaten. Griechenland hat erfolgreich umgeschuldet, die Europäische Zentralbank (EZB) die Finanzmärkte mit zwei Drei-Jahres-Tendern in Höhe von insgesamt mehr als einer Billion Euro überflutet, der Leitzins bleibt bis auf Weiteres rekordtief niedrig. Von Krise also momentan, sicher zum Glück, nicht mehr viel zu spüren. Das würdigen Aktieninvestoren, die jüngst den Deutschen Aktienindex Dax seit Langem wieder über die 7.000er Marke hievten. Und das mögen auch die Anleihenmärkte, die jetzt wieder verstärkt spanische und italienische Schuldpapiere kaufen und so deren Renditen so weit nach unten wie lange nicht mehr drücken. Somit hat der Goldpreis, vorläufig jedenfalls, nicht die besten Chancen.
Was antizyklisch orientierte Anleger zweifellos mögen. Denn auch beim Edelmetall Gold gilt die alte Kaufmannsregel: Im billigen Einkauf liegt der Gewinn.
Goldpreis kurzfristig: seitwärts, abwärts
Goldpreis längerfristig: aufwärts
Auch beim Silberpreis setzte sich die Korrektur fort. Die Charttechnik scheint die Preisentwicklung des kleinen Goldbruders ebenfalls maßgeblich zu beeinflussen. So schnell ändern sich die Zeiten. Denn noch vor Kurzem, genauer gesagt: Anfang März, versuchte der Silberpreis den Widerstand bei 36,80 Dollar im scharfen Galopp zu nehmen. Doch vergeblich. Die Hürde war unüberwindbar. In den meisten Fällen kommt es nach einem erfolglosen Anrennen zu einer heftigen Gegenreaktion. Beim Silberpreis war dies nicht anders, denn die erwartete Korrektur drückte ihn deutlich nach unten in den Bereich von 32,50 Dollar. Der so genannte Pull back nach oben folgte zwar umgehend, endete aber ziemlich kläglich bei 34,50 Dollar. Seitdem ist der Silberpreis wieder südwärts gerichtet und nimmt die Unterstützungszone bei 32,50 Dollar erneut ins Visier. Falls diese Barriere nicht hält, scheint – Schritt für Schritt – der Weg frei zu den weiteren darunter liegenden Unterstützungszonen. Nämlich bei rund 31,20 sowie 30,50 Dollar. Und falls es hart auf hart kommt, kann die Korrektur des Silberpreises sogar bis in die Region von rund 28 US-Dollar rutschen, weil derzeit dort die langfristige Aufwärtstrendlinie verläuft. Derzeit, so ein Eindruck, ignorieren Investoren weitgehend die Preis beeinflussenden fundamentalen Faktoren bei Silber. Das Industriemetall dürfte überproportional profitieren von der absehbaren Erholung der Weltkonjunktur. Aber wie es an den Finanzmärkten nun einmal ist – ein und dasselbe Detail wird zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich wichtig genommen.
Silberpreis kurzfristig: seitwärts, abwärts
Silberpreis längerfristig: aufwärts







