(openPR) Die Galerie FELDBUSCHWIESNER präsentiert in „Arena“, einer Solo-Ausstellung des Künstlers Lars Teichmann, neue Arbeiten aus den Jahren 2011-2012.
„Große Formate und spannungsreich aufgeladene Form- und Farbverhältnisse sowie ein kraftvoller Malgestus zeichnen die Werke [...] Lars Teichmann(s) aus. Oft dienen ihm Reproduktionen aus Kunstkatalogen, Internet oder Fernsehen als Ausgangspunkt für seine Arbeiten. Vorbilder aus der Malerei des 17. Jahrhunderts wie von Diego Velazquez oder Frans Hals regten den Künstler zu einer Reduktion des Farbspektrums [...] und zu prononcierten Malgesten an.“
In der Ausstellung „Arena“ bieten v.a. neue großformatige Arbeiten einen eindrucksvollen Auftritt. Die fast spürbare vibrierend-energetische Dynamik früherer Werke in Bildaufbau, Pinselduktus und Farbkomposition wird hier noch gesteigert und oftmals mit einem facettenreichen allegorischen Kontext verwebt. Es geht um Themen wie Sieg und Macht, Aufstand und Rebellion; die Allegorie als eindeutige, sinnbildliche Darstellung abstrakter Begriffe, wie sie in der Barockmalerei ihre Blütezeit hatte, wird jedoch von Teichmann vorsätzlich unterwandert:
„Die Energie dieser Figurenkonstellationen entwickelt Teichmann weiter zu nur scheinbar spontanen Malgesten und damit zu abstrakten Bewegungsvektoren. Aus diesen wiederum heraus entstehen andere Figurationen, die nichts mehr mit den barocken Vorbildern zu tun haben, sondern oftmals dem populären Kanon der Gegenwart entstammen. Dabei interessiert ihn erstens das malerisch vermittelte Nebeneinander anachronistischer Motive, das auf die durch Globalisierung und Digitalisierung hervorgerufene Verfügbarkeit der Bilder verweist. Zweitens begeistert sich der Künstler an der Vermittlung zwischen gegenständlichem Motiv und rein malerischer Geste. Der „Gestalt-Switch“, den der Betrachter von Teichmanns Bildern zwischen diesen beiden Kategorien vollziehen muss, verlangt ihm eine dauernde Justierung seiner Rezeption ab.“
Ähnlich verhält es sich mit den kleinen Porträts, die sich zu den monumentalen Formaten gesellen. Im Vergleich zu früheren Bildnissen hat Teichmann diese noch weiter abstrahiert, Formen verzerrt und Gesichter durch bunte Farbflächen ersetzt, so dass sie sich von repräsentativer historischer Porträtmalerei distanzieren und stattdessen wie entfernte Verwandte der collagierten, verdeckten Köpfe John Baldessaris daherkommen.
Im Porträt, wie auch in den ganzfigurigen Darstellungen verschleiert der Künstler die klar umrissene Persönlichkeit und Geschichte seiner Protagonisten. „Teichmann zeigt uns, wie wenig wir der Idee vom ‚unschuldigen Auge‘ vertrauen können. Was wir sehen, ist immer schon überformt von den mehr oder weniger großen Beständen unseres Bildgedächtnisses, das durch die Medien ständig weiter aufgefüllt und verschüttet wird. Und drittens schließlich besteht das Besondere von Teichmanns amorphen Bildfindungen darin, dass sie unsere Imagination immer wieder aufs Neue herausfordern, die in den Szenen mal Groteskes, mal Erotisches, dann wieder Gewalttätiges zu entdecken glaubt.“
(Zitate aus: Dr. Heinz Stahlhut, „Lars Teichmann“, in: Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK) (Ed.), Selected Artists 2010, Exhibition Catalouge, Berlin)
Lars Teichmann (*1980, Burgstädt) studierte Malerei an der Universität der Künste Berlin bei Wolfgang Petrick und Daniel Richter und schloss 2008 als Meisterschüler von Valérie Favre ab.
Zu den bisherigen Stipendien und Preisen des Künstlers, der 2011 an der 54. Biennale von Venedig teilnahm, zählen das Arbeitsstipendium Bildende Kunst des Landes Berlin (2010) und der Premio Internazionale Gruppo Euromobil under 30 der Artefiera, Bologna (2009).
Seine Arbeiten sind in renommierten Sammlungen, wie der Berlinischen Galerie, Berlin, der Collezione Euromobil di Falzè di Piave, Italien, der SØR Rusche Sammlung, Berlin und der Sammlung Hugo and Carla Brown, London/Den Haag vertreten.













