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Tage nach dem Kampf: Klitschko-Management weiter in der Kritik

23.02.201217:45 UhrSport

(openPR) Man kennt es eigentlich nur von „DSDS“ und „Supertalent“-Veranstaltungen, wo die Großmeister der Scripted Reality zu Werke sind und Storyliner im Auftrag von RTL die besten Plots kreieren, um eine eigentlich fade, wie langweilige Veranstaltung aufzupeppen und am „köcheln“ zu halten.



(TNN) So geschehen nun scheinbar auch im Boxsport und das zur besten Sendezeit am Samstag-Abend des vergangenen Wochenendes. Die drei Hauptdarsteller: Insel-Großmaul David Haye, Boxweltmeister Vitali Klitschko und Dereck „Das Lama“ Chisora, der dem Handtuch tragenden kleineren Bruder Wladimir vor dem Kampf noch genüsslich ins Gesicht spuckt und damit den vorläufigen Höhepunkt des Abends produziert.

Vorläufig deshalb, weil die Posse nach dem Kampf noch weiterging, wonach Großmaul David Haye sich mit Dereck „HE GLASSED ME“ Chisora kameratauglich prügelten, zur Freude einiger Anwesender, die sogar auf Stühle stiegen, um die Prügelei nicht zu verpassen?

Seit vergangenem Samstag spalten die Klitschkos die Nation. Während die einen an eine bühnenreife Inszenierung glauben, sagen andere, die Klitschko´s treffe keine Schuld und sie hätten sich nur lustig gemacht über die Dummheit der Briten, die auf die Provokationen des ein oder anderen hereingefallen waren, womit wir beim Thema wären.

Denn die Frage muss lauten: Wer sind die Drahtzieher hinter dem, was am 19. und 20. Februar im Deutschen Boxsport passierte? Wer trägt Verantwortung und zeigt sich auch so?

Momentan werden Chisora und Haye als alleinige Verantwortliche für die Eskalation der Ereignisse genannt, was so aber nicht stimmen kann, beleuchtet man die Rolle des Senders und der Klitschkos näher.

Zum einen wäre da die Tatsache, dass RTL den BdB-Präsident Thomas Pütz vor laufender Kamera vor die Kabine des Boxers Dereck Chisora schickte, wo Kai „Ich mach alles mit“ Ebel schon wartete, um ihn zur Unpünktlichkeit des Briten zu befragen. Zitat Thomas Pütz: „Vor 5 Minuten sollte der Walk-in von Chisora stattfinden und wenn Chisora nicht gleich fertig ist, überlegen wir den Kampf zu canceln“. Dem Zuschauer wird damit suggeriert, Chisora sei eine „Diva“, jemand, der nur eine Show abzieht und das Publikum extra lange warten lässt, was so aber nicht stimmen kann. Denn zu genau diesem Zeitpunkt befand sich noch der Klavierflügel im Ring und Sängerin Christina Perri hatte ihren Auftritt noch vor sich. Ebenfalls noch nicht gelaufen war der Klitschko-Trailer, der auch noch einmal Minuten verschlingt und zum festen Programm-Ablauf einer jeden Klitschko-Veranstaltung gehört. Scheinbar war also noch genügend Zeit und Chisora womöglich auch gar nicht so unpünktlich wie dargestellt

Warum also hat RTL dem Zuschaue glauben lassen, Chisora sei definitiv zu spät? Wie hätte Chisora´s Walk-in schon vor 5 Minuten stattfinden sollen, wenn das reguläre Programm (Gesang plus Trailer) noch nicht einmal angelaufen war? Diese Frage sollte RTL unbedingt noch beantworten, zumal Chisora für diese - vom Sender angeprangerte - Unpünktlichkeit tausende Buh-Rufe kassierte.

Ein Kommentator des Online-Magazins´s Spox schreibt dazu: „Boxen verkommt mittlerweile zu einer billigen Wrestling-Show-Veranstaltung (...) GZSZ für Männer! Das ist doch nur noch lächerlich!“

Ein Lacher mit Folgen. Denn was nach der „Show“ passierte, sollte sogar die Polizei auf den Plan rufen. Anzuschauen hier:

http://www.telenewsdesk.com

Da schlagen sich zwei Briten die Köpfe ein und das auch noch auf der Pressekonferenz der Klitschko´s. Wie konnte es dazu nur kommen?.

David Haye war wütend auf das Klitschko-Management, allen voran Bernd Bönte, der im Vorfeld der Veranstaltung versucht hatte, die Haye-Börse zu drücken, respektive zu schmälern, von wegen RTL zahle weniger für einen etwaigen Kampf „Klitschko vs. Haye“ und man müsse die Börse deswegen neu verhandeln. David Haye war damit nicht einverstanden und wie sich herausstellte, hatte nicht RTL die Gelder gekürzt, sondern Bernd Bönte selbst, der offenbar aus eigenem Antrieb heraus weniger Geld an Haye zahlen wollte. Warum und wieso fragen wir jetzt lieber nicht und man sollte sich die Besitzverhältnisse des Klischko-Managements anschauen. Die Firma „K2 Promotion“ (Veranstalter des Abends), gehört nämlich nicht Bönte allein, sondern anteilig auch den Klitschko-Brüdern selbst und Bönte ist dort nur Geschäftsführer, also so etwas wie ein besserer Wasserträger. Es ist auch mehr als wahrscheinlich, dass Bönte nichts ohne die Zustimmung, respektive die Anweisung der beiden Klitschko-Brüder entscheidet. Die Idee zur Kürzung der Haye-Börse könnte daher auch von Klitschko selbst stammen.

Wie auch immer, das Ergebnis war das selbe. Haye macht sich Luft wegen seiner Unzufriedenheit über die Praktiken des Managements und Bönte reagiert prompt mit weiteren Sticheleien: „Du bist raus, raus, raus“, sagte der Klitschko-Manager zu Haye, der sich hier als Pseudo-Reporter auf der Pressekonferenz eingeschlichen hatte und aus diesem Grunde wohl auch Daseinsberechtigung hatte.

Chisora verfolgt die verbalen Scharmützel aufmerksam und mischt sich schließlich ein, woraufhin Haye ihn einen „Loser“ nennt, der dreimal in Folge verloren habe und deshalb weitergehender Ehren gar nicht würdig sei. Chisora fühlt sich angegriffen und fordert Haye auf, ihm den „Loser“ ins Gesicht zu sagen. Der Rest ist bekannt und damit auch Box-Geschichte, wenn auch unrühmliche.

Chisora - wutentbrannt - und vom Tisch aufgestanden eilt hinüber zu Haye, der gut 5 Meter Luftlinie entfernt vom Tisch der Pressekonferenz steht und nur darauf wartet, Chisora in die Finger zu bekommen. Die Begegnung endete in einer wilden Prügelei und Haye´s Manager wird blutendender Weise am Kopf verletzt.

Bleibt die Frage auch hier nach den Schuldigen und den Verantwortlichen.

Zum einen wäre da der Veranstalter selbst, in dem Fall die Klitschkos, die über ihre eigene Firma K2-Promotion den Abend ausrichteten und offenbar nicht geglaubt hatten, dass eine „schlagkräftige“ Security notwendig sei.

Die jedenfalls hat klar versagt, denn den Damen und Herren des Gefahren-Abwehr-Gewerbes hätte klar sein müssen, dass wenn Typen wie Haye und Chisora in einer solch aufgeheizten Stimmung aufeinander los gelassen werden (und Chisora brauchte einen langen Weg bis zu Haye), das am Ende nicht gut ausgehen kann. Es war also genügend Zeit die Situation abzusichern und die beiden schon im Vorfeld eines etwaigen Aufeinandertreffens zu trennen. Andererseits war es auch das erste Mal, dass zwei Schwergewichtler außerhalb des Rings und im Rahmen einer solchen Presseveranstaltung aufeinander los gingen. Erfahrung also gleich Null.

Dennoch: Personenschützer und Security sollten geradezu darauf trainiert sein, das Unvorhersehbare vorherzusehen und brisante Situationen richtig einzuschätzen, was in dem Fall komplett versagt hat oder vielleicht auch versagen sollte?

Hatte die Security etwa einen Auftrag? Hatten sie Anweisung nicht einzugreifen, wenn Haye und Chisora aufeinander losgehen?

Der Arena-Chef und Boxpromoter Ahmet Öner will in dem Eklat um die Box-Prügelei ein Laien-Schauspiel entdeckt haben, Zitat: "Wenn ich sehe, wie Wladimir während der Tumulte und Randale feixt und lacht und wie Bönte die Eskalation erst provoziert und dann die ganze Zeit über selbstgerecht lächelt, wird mir schlecht", so der Promoter im Interview (Quelle: Spox).

http://www.spox.com/de/sport/mehrsport/boxen/1202/Artikel/nach-der-skandal-pk-zwischen-dreck-chisora-und-david-haye-ahmet-oener-fordert-lizenz-entzug-fuer-klitschkos.html

Nun ist Ahmet Öner selbst kein Kind von Traurigkeit, man erinnere sich nur an eine ganz ähnliche Situation mit ihm selbst, als er wild pöbelnd auf einer Pressekonferenz gegen Klitschko-Manager Bernd Bönte verbale Tiefschläge verteilte, aber im Grunde hat er Recht. Denn wie kann man sich über etwas empören - und die Klitschkos werden nicht müde sich zu empören - wenn man kurz zuvor über genau die selbe Sache noch gelacht hat? Das passt einfach nicht zusammen!

Und Öner geht noch weiter:

"Entweder die Nummer war von vorne bis hinten inszeniert, oder das Klitschko-Team ist genauso unzurechnungsfähig wie die verrückten Briten“. (....) „Anstatt einzuschreiten, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen oder zumindest sein Sicherheitspersonal aufzufordern, die Angelegenheit unter Kontrolle zu bringen, steigt er auf einen Stuhl, um die Szene besser sehen zu können", klagt Ahmet Öner an.

Gemeint ist einer der Klitschko-Brüder, der auf einem Stuhl stand, was aber auch Sorge bedeuten kann, nur sein „Lächeln“ dürfte nur schwer zu erklären sein, oder etwa nicht?

Vielleicht amüsierte der Hamburger Box-Champion sich ja über die Dummheit der Briten, die sich mit dem raubeinigen Verhalten quasi selbst aus dem Weg räumten oder wie sonst soll man das Grinsen des Weltmeisters deuten?

Klitschko dürfte nicht wirklich Interesse an einem Rückkampf gegen Chisora haben, hat der ihn doch auch im Ring bedrängt wie seit Jahren keiner mehr und Klitschko will klar siegen, nicht halbherzig gewinnen. Schließlich geht es auch um Geld und um Reputation und ein RTL-Abend wie dieser spült Millionen in die Kasse der Ukrainer.

Zitat Klitschko im Berliner Kurier: „Mein Ego sagt mir, dass dieser Mann von mir eine richtige Bestrafung braucht. Ich möchte ihn im Ring k.o. schlagen“.

http://www.berliner-kurier.de/sportmix/vitali-klitschko-will--darf-aber-nicht-kein-rematch-gegen-pruegel-briten,7168912,11680884.html

Sein Manager Bernd Bönte sehe das aber anders, Zitat: „Ein Rückkampf ist undenkbar. Wir werden Chisora keine neue Plattform bieten. Außerdem wird er bestimmt gesperrt.“

Wie gut einen Manager zu haben, den man vorschicken kann. Der böse Manager sagt „nein“, und Klitschko boxt nicht? Wer soll das denn glauben! Insider wissen, dass im Hause KMG (Klitschko Management Group) nicht Bönte sondern die Klitschko´s selbst das letzte Wort sprechen. Wenn Klitschko den Chisora noch einmal boxen will, könnte Bönte das also nicht verhindern, denn nicht Bönte ist der Chef, sondern die Klitschko´s selbst sind der Chef.

Deshalb ist es auch nur schwer nachvollziehbar, weshalb man Haye versuchte im Preis zu drücken. Oder haben die Klitschko´s mit ihren beiden Firmen „KMG“ und „K2-Promotion“ jetzt etwa die Bodenhaftung verloren? Dreht sich alles nur noch um die Euros und um schnöde Profit-Maximierung?

Es ist noch gar nicht so lange her, da entdeckte eben dieser Klitschko einen Obdachlosen im Hamburger Hafen. Die Begegnung hätte ihn eigentlich darin erinnern müssen, wo die Klitschko´s einmal herkamen und sie waren nicht gerade reich. Nun haben sie sich hochgeboxt, sind Meister aller Klassen und haben den Markt leergefegt wie niemand vor ihnen. Jede weitere Veranstaltung - und Vitali hat Rücktrittsgerüchte bereits dementiert - kann daher nur einem dienen: Dem Ego und dem Geld!

Sean Quentin Dexter für TeleNewsNet

http://www.telenewsnet.com/tvdesk/sport/Klitschko-Chisora-Haye-Eklat-Pressekonferenz.html

Vitali Klitschko, Dereck Chisora, David Haye, Eklat, Prügelei, Pressekonferenz, RTL, Skandal, Spucken, Ohrfeige, Management, K2-Promotion, KMG, Bernd Bönte, Zuschauer, Ego, Geld, Verantwortung, Inszenierung

Update 22.02.2012 - 16.00 Uhr: Inzwischen häufen sich die Vorwürfe, der Klitschko-Manager Bernd Bönte habe Schuld am Prügel-Eklat. So wird behauptet, die Ohrfeige und das Anspucken im Vorfeld des Kampfes könnte Teil einer Inszenierung gewesen sein, um den Herausforderer Chisora „besonders böse“ aussehen zu lassen. Angeblich wäre auch vorstellbar, dass hierfür „Extra-Geld“ geflossen ist.

http://www.newspoint.cc/artikel/Sport/War_Klitschko-Ohrfeige_ein_Fake_86798.html

Was nicht heißt, dass Chisora einen Auftrag hatte zu spucken. Vielleicht nur besonders böse zu sein. Dass er dann anfängt zu spucken und und zu ohrfeigen, hatte so wohl auch niemand erwartet.

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