(openPR) Hannover. Am 23.03.2012 veranstaltet ein Forschungsteam der Hochschule Hannover das Symposium „White Cube – Right Cube?“ im Sprengel Museum Hannover. Im Zentrum des Kongresses steht die Frage, ob zeitgenössische Kunst in einem weißen, sterilen Raum ausgestellt werden muss?
Ob und inwiefern der sogenannte White Cube die Wahrnehmung des Publikums beeinflusst, soll im Rahmen des Symposiums von renommierten Referierenden aus den Bereichen Architekturpsychologie, Gestaltung und Kunstbetrieb beleuchtet werden.
Vortragende werden unter anderen Dr. Barbara Steiner, Prof. Dr. Riklef Rambow und Prof. Wilfried Kuehn sein.
Moderiert wird die Veranstaltung von Architekturkritiker Prof. Dr. Falk Jaeger.
In Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover untersucht ein Team um Professorin Suzanne Koechert und Martina Wiedleroither seit Januar 2011 erstmals umfassend die Eignung des Ausstellungskonzepts „White Cube“ aus Besuchersicht.
Die Veröffentlichung und Diskussion der Ergebnisse einer Besucherbeobachtung- und Befragung der Hochschule Hannover ist Anlass der Veranstaltung. Durch mehrmalige Modifikation eines Sammlungsraumes des Sprengel Museums, der mit Werken von Joseph Kosuth und Daniel Buren einen Teil der ständigen Ausstellung beherbergt, stellte das Forscherteam die übliche Ausstellungspraxis in Frage. Während die Auswahl der Kunstwerke und deren Hängung im Raum die gleiche blieb, platzierten die Forscher zunächst eine Sitzgelegenheit im Raum. In einem weiteren Schritt variierten sie die Wandfarbe. Jeweils 14 Tage lang wurden Laufwege und Aufenthaltsdauer der Besucherinnen und Besucher beobachtet sowie deren Interesse und Zugang zu den Werken abgefragt. „Es gibt bislang kein vergleichbares Experiment in einem Kunstmuseum“, so Martina Wiedleroither, die Innenarchitektur studiert hat, als wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem Projekt arbeitet und an der UdK Berlin ihre Dissertation zum Thema verfasst.
Eingebettet war das im Juni und Juli 2011 durchgeführte, sechswöchige Experiment in das eineinhalbjährige Forschungsprojekt "Beurteilung des White Cube als dominierendes Ausstellungskonzept für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Museen" der FH Hannover.
Gefördert wird das bis Mitte 2012 laufende Projekt durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union.
Die Vorstellung der Ergebnisse der Evaluation von circa 700 Besuchern sowie deren Interpretation und Diskussion ist Teil des Kongressprogrammes. Neben der Ergebnispräsentation im Veranstaltungsblock „ Gegenwertige Raumvorlieben“, erwarten die Teilnehmer weitere Impulsreferate und Gesprächsrunden zu den Themen „Bedeutung des Raumes“ und „Raum in der kuratorischen Praxis“.
"Gemeinsam mit Fachleuten diskutieren wir kontrovers über Bedürfnisse von Besuchern, Ansprüche von Künstlern und das Verhältnis von Raum und Werk.“, so Prof. Suzanne Koechert über ihre Erwartungen an den Kongress.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die an der Entstehung von Ausstellungen beteiligt sind: insbesondere an Gestalter, Kuratoren, Kunstwissenschaftler und Künstler.
Eine verbindliche Anmeldung wird bis zum 15. März 2012 erbeten. Die Teilnahmegebühr beträgt 18 Euro und sechs Euro ermäßigt.
Weitere Informationen, Programm und Anmeldungen unter www.whitecube-rightcube.de .












