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Der Geist der Goethezeit im World Wide Web

21.11.201113:17 UhrKunst & Kultur

(openPR) Internetseite goethezeitportal.de informiert über bedeutende Periode der deutschen Kultur- und Literaturgeschichte

Als zeitlich fixierte Periode, die sich an der Schaffenszeit Johann Wolfgang Goethes von ca. 1770 bis zum Tod des Meisters 1832 erstreckt, nimmt die Goethezeit innerhalb der deutschen Literatur- und Kulturge-schichte eine besondere Stellung ein: Diese rund 60 Jahre umfassen nicht nur drei der künstlerisch produktivsten und hochwertigsten Epochen der deutschen Geistesgeschichte – die Aufklärung mit der Strömung des Sturm und Drang, die (Weimarer) Klassik und die Romantik (ohne überhaupt auf die ‚Unterepochen‘ auch nur einzugehen!) –, haben eine ganze, auf kleinem Raum kaum zu fassende Reihe der hochkarätigen Werke der nationalen und Weltliteratur hervorgebracht – etwa Goethes Werther, Schillers Wallenstein und Heines Loreley, um jeweils nur einen Text aus jeder der drei Naturgattungen zu nennen – und versammeln eine Vielzahl an Autoren, die vielfach zu den besten Deutschlands und zu einem guten Teil ebenfalls zu den besten weltweit gehören. Innerhalb zweier Menschheitsgenerationen haben Dichter, neben den eben genannten, wie Heinrich von Kleist und Gottfried August Bürger, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff, Novalis und Jean Paul zu ihrem Schaffen gefunden und Großartiges geleistet. Den „Geist der Goethezeit“ hat Hermann August Korff in seinem gleichnamigen mehrbändigen Standardwerk als „Ideengeschichte mit besonderem Rechte“ untersucht und umfassend dargestellt.


Das Goethezeitportal ist eine ehrenamtliche Online-Initiative, die sich nicht nur der Erforschung, sondern vor allem auch der medialen Darstellung der kultur- und literaturgeschichtlichen Themen und Zusammen-hänge der Goethezeit verschrieben hat. Entstanden ist das Projekt 2004 an der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung der Germanisten Prof. Georg Jäger (heute emeritiert), Prof. Martin Huber (heute Bayreuth) und Dr. Danica Krunic, heute arbeiten neben den Initiatoren zahlreiche junge Wissenschaftler an den Inhalten der Internetseite mit.
Neben der Möglichkeit, umfassende Informationen zu erhalten und wissenschaftliche Arbeiten zu veröf-fentlichen, bietet das Internetportal auf redaktionell betreuten Seiten eine Plattform für gegenwärtige Kulturdiskurse. „Das Goethezeitportal ist zugleich ein Netzwerk und eine Schnittstelle zwischen den einzelnen Wissenschaften, zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, zwischen Wissenschaft und Kulturvermittlung“, erläutert Georg Jäger. Die Plattform wird vom gleichnamigen gemeinnützigen Verein getragen, dem Georg Jäger vorsteht. Martin Huber und Danica Krunic fungieren als stellvertretende Vorsitzende, und komplettiert wird der Geschäftsführende Vorstand durch den Schatzmeister Dr. Horst Engler-Hamm und die Schriftführerin Stephanie Kramp.
Im Mittelpunkt von www.goethezeitportal.de stehen die Bereiche „Wissen“ und „Bibliothek“. In der digitalen Bibliothek finden sich zahlreiche Forschungsbeiträge ausgewiesener Fachkenner zu verschiedenen Themen rund um die Goethezeit zum kostenlosen Download – von Hans-Edwin Friedrichs Studie zur empfindsamen Liebeskonzeption im 18. Jahrhundert bis hin zu Wolfgang Lukas‘ Aufsatz „‘Entzauberter Liebeszauber‘. Transformationen eines romantischen Erzählmodells an der Schwelle zum Realismus“. Zudem werden ständig neue Publikationen, die sich mit der Goethezeit in welcher kultur- und literaturgeschichtlichen Hinsicht auch immer, befassen, vorgestellt. Unter „Wissen“ findet sich neben der TimeLine als virtuelle Reise durch die Goethezeit und der Künstlerenzyklopädie wohl der Höhepunkt des Goethezeitportals: der Projektepool. Dort stellen fachkundige Wissenschaftler in umfangreichen Arbeiten und allgemein zugänglich bestimmte Themen der Zeit von 1770 bis 1832 vor: Unter der Überschrift „Italiensehnsucht deutscher Künstler der Goethezeit“ wird Goethes Italienische Reise vor dem Hintergrund seiner römischen Gruppenzugehörigkeit untersucht (Georg Jäger, Martin Huber, Danica Krunic, Prof. Gunter E. Grimm); Martin Huber und Danica Krunic informieren im Projekt „Intermedialität und Synästhesie in der Literatur der Romantik“ über die neue literarische Formsprache von Wackenroder bis Hoffmann; um Lieder der Goethezeit für Gesang und Harfe geht es im gleichnamigen Projekt von Georg Jäger, Anna Macias und Danica Krunic; Wirken, Werk und Wirkung der Dichtervereinigung Göttinger Hainbund stellt Patrick Peters gemeinsam mit Prof. Wolfgang Lukas und Danica Krunic vor; „Goethe, Schiller und Co.“ stellt Informationen über die Goethezeit für Jugendliche zusammen und wird von Georg Jäger, Martin Huber, Danica Krunic und Susanne Koch projektiert; die Essener Germanisten Gunter E. Grimm und Uwe Wehrlein haben die Rezeption des Nibelungenstoffes in der deutschen Literatur und Kunst von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart untersucht; und das Projekt „Dichterbilder“ (Gunter E. Grimm) widmet sich den historischen Strategien schriftstellerischer Selbstinszenierung. Dazu kommen unter anderem topographische Ansichten von Orten, die als goethezeitliche Erinnerungsstätten fungieren. Ein Beispiel für solche topographischen Ansichten sind die Rheinmotive auf Postkarten, die Georg Jäger und Jutta Assel sammeln und online mit Beschreibungen abbilden.

Zum Entdecken:
Das Goethezeitportal findet sich im Internet auf der Seite www.goethezeitportal.de und ist auch in den Sozialen Netzwerken www.xing.com und www.facebook.com vertreten.

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