(openPR) Geschätzte 45 Milliarden Euro wird die Branche 2012 umsetzen - so viel wie
die französische Telekommunikations- oder Luft- und Raumfahrtindustrie
Mit einem Gesamtjahresumsatz im Fernverkauf von 36,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wovon allein 31 Milliarden Euro auf den E-Commerce entfielen, konnte Frankreich in den vergangenen Jahren hohe Steigerungsraten in diesem Marktsegment erzielen. Dieses Jahr erwirtschafteten die in Frankreich tätigen Online-Anbieter im ersten Halbjahr ein Umsatzvolumen in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von insgesamt 20 Prozent. Aufgrund der hohen Steigerungsraten bei Online-Anbietern und Käufern ist Frankreich auch für ausländische Unternehmen ein Erfolg versprechender Markt.
In Frankreich gibt es heute rund 90 000 kommerzielle Websites - 20 000 mehr als im Vorjahr. Für das erste Quartal 2011 weist der iCE 40-Index, mit dem die zahlenmäßige Zunahme der führenden E-Commerce-Websites gemessen wird, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Zuwachsrate in Höhe von elf Prozent aus. Von diesem Wirtschaftszweig hängen in Frankreich nahezu 60 000 direkte und indirekte Arbeitsplätze ab.
Der amerikanische Einzelhandelsriese Amazon ließ letztes Jahr im südostfranzösischen Departement Drôme ein Logistikzentrum für die Lagerung und den Versand von Waren einrichten. Dadurch wurden 500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges wird umso deutlicher, als es sich bereits um das zweite durch Amazon in Frankreich errichtete Logistikzentrum handelt. Das erste, mit rund 200 Arbeitsplätzen, befindet sich in Saran/Loiret.
Der Markt
Laut Mediamétrie/Netratings lässt sich die Branche in zwei Kategorien aufteilen : einerseits in kommerzielle Websites mit den charakteristischen E-Commerce-Angeboten wie beispielsweise eBay (9,1 Millionen unterschiedliche Besucher pro Monat im ersten Quartal 2011), PriceMinister (7,8 Millionen Besucher), der kürzlich von der japanischen Firma Rakuten übernommen wurde, oder aber Living Social France (Sammeleinkäufe), die im ersten Quartal 2011 den französischen Anbieter Dealissime übernommen hat; und andererseits in bekannte Versandhandelsunternehmen wie etwa Amazon (9,1 Millionen), La Redoute (6,5 Millionen), 3 Suisses (5,3 Millionen), die Fnac (6,9 Millionen), Voyages-Sncf (6,9 Millionen) oder Carrefour (6,4 Millionen).
Die Trends
Zukünftig wird der Handel mit immateriellen Waren (zum Beispiel Spielfilme oder Musik) den gesamten Bereich der herunterladbaren audiovisuellen Werke sowie der über das Internet durchführbaren Bank- und Versicherungsgeschäfte abdecken. Die Entwicklung von Innovationen im elektronischen Handelsverkehr zählt daher zu den zentralen Aufgaben des in der nordfranzösischen Region Nord Pas-De-Calais angesiedelten Clusters ‚Industrie des Handels‘.
Die Projekte
Zu den kürzlich ausgezeichneten Projekten zählen unter anderem der ‚Smart Store‘, ein virtueller Verkaufsraum in 3D mit Zugang über Smart Phone sowie das Projekt ‚C3DS‘. Dabei wurde die sensorische Wahrnehmung von Textilien für die virtuelle Anprobe von in 3D modellierten Kleidungsstücken verbessert. Weitere Kompetenzzentren, wie das im Großraum Paris angesiedelte ‚Cap Digital‘ oder das ‚TES‘ (gesicherte elektronische Transaktionen) in Caen, beteiligen sich beispielsweise an der Entwicklung von innovativen Dienstleistungen im Bereich des E-Commerce. Ein nächster Schritt könnte die Einrichtung von virtuellen Einkaufszentren sein, in denen nach amerikanischem Vorbild hunderte von Anbietern ihre Produkte vorstellen können.
Die Verbraucherrechte
Die in Frankreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und Regelungen dienen in erster Linie dem Schutz der Verbraucherrechte. Dazu zählen der Kampf gegen die so genannten ‚Spams‘ und der Schutz der Privatsphäre. Unter der Schirmherrschaft der öffentlichen Hand wurde 2009 zwischen Vertretern von Markenproduktanbietern und mehreren E-Commerce-Plattformen eine Charta gegen Produktfälschungen im Cyberspace unterzeichnet. Große Bedeutung wird in Frankreich auch der Sicherheit des Zahlungsverkehrs beigemessen.












