Forschungsteam Kinderfüße-Kinderschuhe, Dr. Wieland Kinz, Postfach 26, 5034 Salzburg, Österreich, +43 664 264 34 50

Über das Unternehmen
Forschungsteam Kinderfüße-Kinderschuhe: Aktivitäten und Personen.
1. Forschungsprojekt: „Kinderfüße-Kinderschuhe in Österreich (2002-2003, Österr. Bundesministerium)
858 Kinder im Alter von 3-6 Jahren wurden untersucht
• 69% der Kinder tragen zu kurze Straßenschuhe
• 88% der Kinder tragen zu kurze Hausschuhe
• Mogelpackung Kinderschuh: Nur 3% der Kinderschuhe haben eine Schuhinnenlänge, die der Größenangabe auf dem Schuh entspricht. Überraschend: Die Schuhe sind immer kürzer.
• Nur 24% der Kinder haben gerade Stellung der Großzehe. Bei 76% findet sich eine Schrägstellung. In der statistischen Berechnung zeigt sich: Je kürzer der Schuh, desto größer der Großzehenwinkel. Fazit: Zu kurze Kinderschuhe schädigen Kinderfüße.
• Tragehygienische Bedingungen der Hausschuhe sind unzureichend: Zu hohe Temperaturen im Schuh und die Kinder stehen im „Wasser“.
• Verblüffende Ergebnisse beim Elternfragebogen:
o 89,5% der Eltern halten es für wichtig, dass Ihre Kinder passende Straßenschuhe tragen – aber nur 65,2% halten passende Hausschuhe für wichtig
o 75,5% geben an eine Methode zur Passformüberprüfung von Kinderschuhen zu kennen – allerdings zeigt sich, dass keine Methode mit Erfolg angewendet wird.
o Fast die Hälfte der Eltern verwendet gebrauchte Kinderschuhe.
2. Forschungsprojekt: „Kids: healthy feet – healthy life“ (2005-2007, österr. Bundesministerium)
360 Kinder im Alter von 6-10 Jahren wurden im Abstand von einem Jahr 2 Mal untersucht.
• 82% der Kinder tragen zu kurze Straßenschuhe
• 85% der Kinder tragen zu kurze Hausschuhe (Spitzenwert: 5 Größen zu kurze Schuhe)
• Mogelpackung Kinderschuh: Rund 97% der Kinderschuhe sind kürzer als sie aufgrund der Schuhgröße sein sollten. Durchschnittliche Abweichung: 12 mm (das entspricht etwa 2 Schuhgrößen)
• Nur 24% der Kinder haben eine gerade Stellung der Großzehe. In der statistischen Analyse ergibt sich ein hochsignifikanter Zusammenhang zwischen der Passform der Hausschuhe und dem Großzehenwinkel. Fazit: Je kürzer die Hausschuhe desto größer der Großzehenwinkel.
• Elternfragebogen:
o Nur 8,5% der Eltern wissen, dass passende Kinderschuhe 12-17 mm länger als die Füße sein sollten.
3. Entwicklung plus12 (2004)
Hintergrund: Beim ersten Forschungsprojekt stellte sich die Schwierigkeit, dass die Passform der Kinderschuhe (Länge) ja nur beurteilt werden kann, wenn die Füße und Schuhe vermessen werden können. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Möglichkeit, die Innenlänge von Schuhen zu vermessen (Millimeterskala). Daraus entstand die Idee des plus12 – mit dem man die Füße und die Innenlänge der Schuhe messen kann.
4. Entwicklung plus12 base (2007)
Auf Anregung des Schuhhandels haben wir 2007 die plus12 base auf den Markt gebracht: Ein lustiger roter Fuß, in den das plus12 eingeklickt werden kann.
5. Spannende Fragen und Antworten rund um das Thema „Kinderfüße-Kinderschuhe“
• Spüren Kinder eigentlich, ob Schuhe zu kurz sind?
Bei unseren Messungen sind uns immer wieder Kinder aufgefallen, die 4 und 5 Größen zu kurze Schuhe trugen. Auf Nachfrage gaben Sie uns immer Auskunft, dass ihnen die Schuhe „perfekt“ passen würden.
Daraus entstand die Idee der „Schuh-Test-Straße“:
Über 300 Kinder im Alter von 6-10 Jahren nahmen teil: Sie bekamen zwei optisch gleiche Schuhe – einer passte (12-17 mm länger als der Fuß), einer war zu kurz.
Ergebnis. Ein Großteil der Kinder bezeichnet die zu kurzen Schuhe als passend.
• Schränken Schuhe die Beweglichkeit von Kinderfüßen ein?
In einer Untersuchung mit der ETH Zürich haben wir den Bewegungsradius von Kinderfüßen verglichen: barfuß, in Socken, in Hausschuhen und in Straßenschuhen.
Ergebnis: Haus- und Straßenschuhe schränken die Beweglichkeit von Kinderfüßen erheblich ein. Daraus entstand die Idee, innovative Anti-Rutsch Socken für Kinder zu entwickeln.
6. Publikation: Increased hallux angle in children and its association with insufficient length of footwear: A community based cross-sectional study (BMC Musculoskeletal Disorders, 17.12.2009)
Weltweit die erste Veröffentlichung zum wissenschaftlichen Nachweis von Schäden durch zu kurze Kinderschuhe.
7. Personalschulungen
Seit 2004 bieten wir auch Personalschulungen zum Thema Kinderschuhe an. Auf einfache Art und Weise vermitteln wir dabei, wie einfach es ist, passende Kinderschuhe zu verkaufen und wie ungeschickt das teilweise in der Praxis gemacht wird.
Im Dialog mit den TeilnehmerInnen analysieren wir die häufigsten Methoden der Passform-kontrollen und sorgen für Aha-Effekte, indem wir Fehler aufdecken.
Referenz: Vögele Shoes (CH), Leder & Schuh Ag (A).
8. online-Fragebogen
Im Herbst 2010 haben wir eine Eltern online-Befragung durchgeführt. 2000 Eltern aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz haben teilgenommen. Die Ergebnisse sind erstaunlich:
• Von 205 Paar Kinderschuhen, die online bestellt wurden, gingen 186 retour an den Versender.
• Wenn es um die Vermessung der Innenlänge von Kinderschuhen geht, sind Eltern (41,2%) inzwischen aktiver als SchuhverkäuferInnen (34,2%).
2011 und wie geht es weiter?
Im Jänner starten wir mit einem 2-jährigen Forschungsprojekt, bei dem zwei Volksschulen zwei Jahre lang regelmäßig untersucht werden. Die Fragestellungen, die uns interessieren: Wie entwickeln sich Kinderfüße (wir setzen dafür einen Scanner der Uni Potsdam ein) und verbessert sich die Passform der Kinderschuhe, wenn Eltern gezielt informiert werden?
Im Frühling beginnt ein Kindergarten-Projekt, bei dem mit einer Neuentwicklung, dem plus12 fit (einem praktischen Kartonstreifen mit dem die Füße und die Innenlänge von Schuhen gemessen werden können), 10.000 Kinder und deren Straßen- und Hausschuhe vermessen werden.
Außerdem möchten wir in diesem Jahr die Entwicklung unserer Kindersocken abschließen.
Wer wir sind:
• Univ. Prof. em. Dr. Elisabeth Groll-Knapp: Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien
• Dr. Christian Klein: Facharzt für Unfallchirurgie und Orthopädie
• Dr. Wieland Kinz: Koordination Forschungsteam „Kinderfüße-Kinderschuhe“