(openPR) Vor mehr als 35 Jahren ist mein Vater zum Pferd gekommen, wie die Jungfrau zum Kind.
Als Vater von 5 Kindern und Nebenerwerbslandwirt mit vielen Kleintieren entwickelte sich durch den „Mitleidskauf“ einer jungen, verletzten Stute ein großer Reitbetrieb. Und das ging sogar relativ schnell.
Es stellte sich die Frage: Was macht man mit einer Stute, wenn niemand da ist, der reiten kann?
Die Antwort lag nah: natürlich – züchten!
Parallel dazu wurden Ponys angeschafft, damit wir Kinder das Reiten erlernen konnten. Schließlich sollten die selbst gezüchteten Pferde ja irgendwann einmal geritten werden.
Es dauerte nicht lange bis die ersten Kinder aus dem Dorf „auf der Matte“ standen, die auch reiten wollten.
Jetzt wurden Nägel mit Köpfen gemacht.
Ein Reiterverein wurde gegründet, ein Reitplatz abgesteckt, eine junge Reitlehrerin engagiert und zusätzliche Ponys wurden angeschafft.
Ein paar Jahre später wurde der Stalltrakt vergrößert, eine Reithalle gebaut und ein großer Außenplatz angelegt.
Jetzt war es so weit. Das erste Reitturnier - die Halleneinweihung - konnte stattfinden. Das war ein gigantisches Spektakel mit feierlichem Gottesdienst und mit vielen interessanten Dressur- und Springprüfungen.
Zu diesem Zeitpunkt - ich war damals 12 Jahre alt - stand für mich schon fest, dass ich niemals mehr auf Pferde verzichten möchte.
Mit 16 habe ich angefangen, an Lehrgängen teilzunehmen. Ich habe begonnen, Reit- und Voltigierunterricht zu geben und natürlich täglich mehrere Pferde geritten.
Parallel dazu bin ich in einer Arztpraxis als Arzthelferin in die Lehre gegangen. In diesem Beruf habe ich 19 Jahre mit viel Spaß und Leidenschaft gearbeitet.
Als ich 22 Jahre alt war habe ich meinen Jahresurlaub genommen und in Vechta einen Reitwartlehrgang absolviert. Drei Jahre später folgte dann ich Münster der Amateurreitlehrer-Lehrgang.
Vor 13 Jahren haben meine Eltern mir den Reitbetrieb übergeben. Wir arbeiten immer noch gemeinsam im Stall, jetzt nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt die Verantwortung trage und die Entscheidungen treffe.
Heute sieht es so aus, dass wir immer noch züchterisch tätig sind und auch immer noch Ponys und Pferde im Schulbetrieb einsetzen, damit Kinder und Erwachsene die Möglichkeit haben, das Reiten zu erlernen oder an Turnieren teilzunehmen.











