(openPR) Die Düsseldorfer Tischlerei Löffelsend verarbeitet seit drei Jahren Rochenleder. So entstehen schöne Dinge, die an das Art Déco erinnern.
Es ist eine bedeutende Bewegung der Designgeschichte: das Art Déco (ungefähr 1920 bis 1940). In diesen Jahren ist unter anderem das Renaissance-Theater in Berlin im Art-Déco-Stil entstanden, und auch auf die Gestaltung von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und Bildern haben sich die „arts décoratifs“, die verzierenden Künste (so die Langform von Art Déco), positiv ausgewirkt.
Ein beliebtes Material zur Verzierung von solch' schönen Dingen war Rochenleder – und auch heute wird es verwendet, um Tische und Stühle, Humidore und Schmuckkästchen, ja selbst Visitenkartenetuis und Stiftboxen mit dem gewissen Extra zu versehen und damit noch schöner zu machen. Zum Beispiel in Düsseldorf-Oberkassel bei der Tischlerei Löffelsend, in der seit mehr als 35 Jahren alten Stücken wieder zu frischem Glanze verholfen und Neues angefertigt wird.
Seit drei Jahren nutzen Angelika und Rolf Löffelsend als einziges Unternehmen in Düsseldorf das Leder aus dem Meer für das Art-déco-Flair ihrer von Hand hergestellten Produkte. „Rochenleder ist einfach etwas ganz Besonderes und wertet Mobiliar, kunsthandwerkliche Stücke, Schmuck und Accessoires enorm auf“, sagt Angelika Löffelsend. Die Tischlermeisterin ist über den Restaurierungswunsch eines Kunden auf das Rochenleder gestoßen. „Er kam mit einem Möbel aus der Art-déco-Zeit zu uns, das wir restaurieren sollten. Bei der Auseinandersetzung mit der Epoche bin ich dann auf dieses Material gestoßen.“
Früher sei die Verwendung von Rochenleder üblich gewesen, heute sei das ganz anders, betont Angelika Löffelsend. Zwar gebe es in den USA einen relativ großen Markt. „Aber in Europa kommt das erst ganz langsam. Und im Raum Düsseldorf sind wir die einzigen, die mit diesem exotischen Leder arbeiten.“
Doch: Was ist nun das Besondere an Rochenleder, außer seiner Reminiszenz an alte und gute Designzeiten? „Da ist natürlich die Tatsache, dass die Haut in unseren Breiten sehr selten zu sehen ist. Es ist nicht alltäglich wie Kalbs- oder mittlerweile auch Krokodilleder und hat durch seine gemaserte Struktur eine interessante Optik. Zum anderen ist Rochenleder beinahe unverwüstlich, früher wurde es sogar zum Schleifen benutzt. Wenn es also einmal verarbeitet ist, hat man viele Jahre Freude daran“, sagt Angelika Löffelsend.
Schachbrett-Felder aus Rochenleder
Die Einsatzmöglichkeiten des Leders, das aus Asien stammt und dort ökologisch nachhaltig produziert wird – Rochen ist erstens ein Speisefisch, zweitens ist sein Leder ein Nebenprodukt und drittens gibt es Fangquoten, die vor Überfischung schützen –, sind schier unbegrenzt. Ob als schmuckes Uhrenarmband oder als Überzug für Kästen und Boxen, ob als Polstermaterial für Sessel oder als Schmuck für Tische und sogar Schachbretter: Angelika und Rolf Löffelsend bedienen jeden Kundenwunsch. Letztgenannte Stücke sind auch ein gutes Beispiel für den gestalterischen Einfallsreichtum und der hohen handwerklichen Kunst der beiden Unternehmer. Ein Palisander-Beistelltisch mit Rochenleder- und Bein-Einlage, dem Art déco nachempfunden, das gibt es genauso wenig alle Tage wie das Schachbrett mit Feldern in schwarzem und cremefarbenen Rochenleder und mit von Hand eingelegten Holzintarsien. „Diese Stücke werden natürlich in unserer Werkstatt hergestellt“, sagt Rolf Löffelsend. Ebenfalls erhältlich: Damenhandtaschen, Geldbörsen, Armbänder und mehr. Selbst außergewöhnliche Rochenleder-Wünsche werden bedient, zum Beispiel Fahrradsattel in Ferrari-grün oder auch Motorradsitze.
Rochenleder ist der Schwerpunkt der Lederarbeiten des Oberkasseler Traditionshauses, das bereits Restaurationsarbeiten in Schloss Eller ausgeführt hat. Aber auch andere Materialien werden eingesetzt: „Wir besorgen nach Kundenwunsch so gut wie jedes Leder und arbeiten damit“, hebt Angelika Löffelsend hervor. Das könne dem entsprechend auch Kobra- oder Lachsleder sein – je nachdem, was der Kunde möchte.
Informationen zum Unternehmen gibt es im Internet auf www.tischler-loeffelsend.de und www.kunststuecke-loeffelsend.de und telefonisch unter 0211 578679.










