(openPR) Die Galerie FELDBUSCHWIESNER präsentiert in der ersten Solo- Ausstellung mit DANIELE BUETTI neue Arbeiten der Werkreihe Oh boy oh boy aus den Jahren 2010 und 2011.
Daniele Buetti machte sich bereits in den 90er Jahren mit Verfremdungen und Überarbeitungen von Fotografien der Werbe- und Modewelt einen Namen, mit denen er gesellschaftliche Ideale von makelloser Schönheit und identitätsstiftendem Konsumzwang hinterfragte. Auch in der neuen Werkreihe Oh boy oh boy veranschaulicht er prekäre Phänomene unserer medial geprägten Gesellschaft: Damals wie heute verführt der Künstler die Sinne, um seinen kritischen Ansatz, der erst auf den zweiten Blick erfassbar wird, zu verbergen. Damit führt er dem Betrachter die Manipulierbarkeit der eigenen Wahrnehmung vor und verweist auf die unreflektierte und dem schönen Schein der Oberfläche verfallene gesellschaftliche Unmündigkeit unserer Zeit.
Statt Fotografien aus der Werbeindustrie nutzt Buetti als Grundlage seiner neuen Arbeiten dokumentarische Pressefotografien. Die Bilder werden nicht mehr durch Übermalungen und Perforationen transformiert, sondern durch eine komplexe digitale Umgestaltung so stark abstrahiert, dass deren ursprünglicher Inhalt zunächst verborgen bleibt. Motive werden nach und nach herausgelöst und durch kleinere und größere Farbflächen ersetzt, bis lediglich die Umrisse der zentralen, ebenfalls in kleinste Farbsegmente unterteilten Figuren erkennbar sind. Die so generierten, faszinierend vielfarbigen Bildkompositionen werden auf Photopapier gedruckt und mit Acrylglas bedeckt, Umrisse einzelner Bildbestandteile mit einem Laser-Konturenschnitt nachgezogen
Durch diese innovative Arbeitstechnik schafft der Künstler kraftvoll leuchtende, surreale Welten, die in ihrer kleinteiligen Auflösung an mittelalterliche Mosaiken oder Kirchenfenster erinnern. Unverkennbar sind darüber hinaus Anklänge an stilisierte geometrische Elemente des Jugendstils, grelle, plakative Formen der Pop Art und moderne digitale Bildwelten, in denen sich einzelne Bestandteile in Pixel auflösen.
Daniele Buetti veranschaulicht den sakralen Charakter des Medialen und konfrontiert es letztlich mit dem Realen. Tatsächlich wird erst auf den zweiten Blick fassbar, dass der inhaltliche Kern der Bilder im Widerspruch zu ihrer äußeren Ästhetik steht, da die Figurenkonstellationen beispielsweise Szenen aus Gefängnissen wie Abu-Grahib und Guantánamo entstammen. Nehmen wir die Grausamkeit in der Bilderflut, der wir tagtäglich ausgesetzt sind, noch wahr? Verdrängen wir sie in unserer Ausrichtung auf eine konsumorientierte Glitzerwelt? Buetti lässt den Betrachter die strahlende Ästhetik der Arbeiten nur so lange ungeteilt genießen, bis sich die Mosaiksteinchen der dunklen Seite zu einer weiteren Bilderkenntis zusammenfügen - „Oh boy oh boy“ / „Junge, Junge!“.
Daniele Buetti ist seit 2004 Professor für Fotografie an der Kunstakademie in Münster. Er ist in renommierten Sammlungen, wie der DaimlerChrysler-Sammlung, der Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, der Thyssen-Bornemisza Contemporary Art Foundation, Salzburg und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe vertreten.
Seine Werke wurden weltweit in Museen und Galerien ausgestellt, darunter das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, das Haus der Kunst, München, das Fotomuseum Winterthur, die Kunsthalle zu Kiel, das Kunstmuseum Bern, das Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, die Kunsthalle Baden-Baden, das Museum der Moderne, Salzburg, das Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe, die Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main












