(openPR) Nachwuchs bei den Rothschild-Giraffen
Bei einer Giraffengeburt kann man wahrlich von einer Niederkunft sprechen. Aus etwa zwei Metern Höhe fiel Jujis Nachwuchs, ein kleiner Giraffenbulle, am 29. Juli ins Stroh - die Landung war zwar weich, aber alles andere als elegant. Doch der "kleine" Bulle hat sich schnell wieder aufgerappelt, seinen langen Hals unter Kontrolle bekommen und die vier grazilen Beine sortiert.
Die ersten Steh- und Gehversuche waren noch etwas holprig. Bei einer Geburtsgröße von 1,90 m ist es auch gar nicht so leicht, das Gleichgewicht zu halten. Nach zwei Stunden war es dann endlich geschafft: Das Giraffenbaby stand, wenngleich noch auf wackligen Beinen, und hatte die mütterliche Milchtankstelle gefunden. Erleichterung bei den Pflegern und ein echter Kraftakt für den Nachwuchs.
Etwa eine Woche lang haben sich Mutter und Kind in aller Ruhe im Giraffenhaus aneinander gewöhnen können. Nun ist es Zeit für erste Erkundungstouren am Ufer des Sambesi. Tierpfleger Wolfgang Frank ist zuversichtlich, daß der kleine Bulle ordentlich Schwung auf das Außengehege bringen wird. "Bei der Erstversorgung ist er sofort auf uns und auf die Tierärztinnen losgestürmt, ein echter Bulle eben".
Giraffenvater Schorse zeigte bei der Geburt allerdings wenig Interesse an seinem jünsten Spross. Für ihn war es bereits der 26. Nachwuchs. Ein Zuchterfolg, der vermutlich jeden Zoologen mit der Zunge schnalzen lässt - für Schorse nichts Besonderes.
Jubiläumskind Lifty (das 50. Giraffenbaby des Zoos und gleichzeitig Schorses 25. Kind, *27. August 2010) hingegen war sehr an ihrem Halbbruder Thabo interessiert. Nachdem sie fast ein Jahr lang Bergzebras und Springböcke am Sambesi-Ufer gescheucht hat, freut sie sich auf einen spielfreudigen Artgenossen.
Doch dazu muss das jüngste Giraffen-Baby (1,90 m und 80 kg) erst noch größer und kräftiger werden. 15 Monate wird es nun gestillt und wird sich in dieser Zeit zu einem gut 3 m großen und 300 kg schweren Halbstarken entwickeln.
Rothschild-Giraffen gehören zu den stark bedrohten Tierarten. In freier Wildbahn leben noch weniger als 2.500 Tiere der Giraffenart mit der auffallend großen Musterung - zum Vergleich: Es gibt ca. 60.000 freilebende Massai-Giraffen. Mit der Nachzucht der seltenen Langhälse versucht der Erlebnis-Zoo Hannover im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), die Rothschild-Giraffen vor dem Aussterben zu bewahren.
Die Giraffenfamilie am Sambesi:
Schorse (24), Shahni (11), Juji (7), Lifty (fast 1), Thabo (29. Juli 2011)












