(openPR) Reit im Winkl. Es ist Mittwochabend, 18 Uhr 30, am Penninger Schnapsmuseum. Etwa 20 Frauen und Männer – meist Urlaubsgäste – haben sich zum Jodelwalk mit Takeo Ischi eingefunden. Die Vor-freude auf die stimmungsvolle Wanderung mit Deutschlands berühm-testem Jodler ist groß – und das zu Recht: Der gebürtige Japaner, der seit über 30 Jahren im bayrischen Reit im Winkl lebt, kümmert sich mit Leidenschaft um Touristen und Einheimische, die sowohl das Jodeln, als auch echtes Alpenfeeling erleben möchten.
Der Jodelmeister ist nicht alleine. Zwei Helfer unterstützen ihn beim Trans-port von Alphorn und Akkordeon, welche beim Jodelwalk nicht fehlen dür-fen. Zunächst wandert die Gruppe durch die auf 695 Meter Höhe liegende Ortschaft Reit im Winkl. Gepflegte, Jahrhunderte alte Bauernhöfe und Häu-ser, inmitten der beeindruckenden Alpenkulisse, verleihen dem Ort etwas Einzigartiges. Schließlich erreichen die Teilnehmer einen Seerosenteich – die erste Station des Jodelwalks. Takeo Ischi erzählt von seiner Kindheit in Tokio und dem Reiz des Jodelns, welchem er schon in der Schulzeit erlag. „Immer wenn ich in den Bergen war, hatte ich den Wunsch, einen Jodler zu hören“, sagt er. Er übte fleißig in den Bergen Japans und trat dem Verein Alpen Jodler bei. Die Liebe zur Musik brachte ihn damals ohne Umwege ins japanische Fernsehen.
Schon nach wenigen Minuten haben sich die Teilnehmer von der Leiden-schaft des Jodelmeisters anstecken lassen. Jeder ist gespannt auf die erste Darbietung, den Obertongesang, in einer kleinen Kriegerkapelle mit be-eindruckendem Blick auf die Ortschaft. „Diese Gesangstechnik filtert aus dem Klangspektrum der Stimme einzelne Obertöne heraus, so dass sie getrennt wahrgenommen werden und der Eindruck einer Mehrstimmigkeit entsteht“, erklärt Takeo Ischi. Der Hall der Kapelle verleihe der Akustik eine besondere Qualität. Konzentriert lauschen die Wanderer den seltsam an-mutenden Klängen.
„Ich finde es faszinierend, was der Mann alles aus seinen Stimmbändern hervorholen kann“, staunt Andrea Klement, die Leiterin des Penninger Schnapsmuseums. Für sie ähnelt der Obertongesang einem Didgeridoo, dem Instrument der australischen Ureinwohner. Seit zwei Jahren veranstal-tet sie zusammen mit Takeo Ischi den Jodelwalk. Zum zehnjährigen Jubilä-um des Penninger Schnapsmuseums wurde sogar das Takeo Ischi Jodel-wasser, ein leichter Obstler, kreiert. Denn schließlich zählt der Japaner zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Ortes. Vor gut 30 Jahren begann seine Karriere in Europa, als ihn Maria Hellwig in ihrer Sendung vorstellte und ihm ein langfristiges Engagement in ihrem Lokal Kuhstall in Reit im Winkl anbot.
Zurück zum Jodelwalk: Auf einer freien großen Wiese kommt nun das Alp-horn zum Einsatz. „Die Berge tragen den Naturton des Alphorns etwa fünf bis zehn Kilometer weit, weshalb das Instrument nur im Freien oder in gro-ßen Räumen, wie etwa Kirchen, wirklich beeindruckend klingt“, sagt Takeo Ischi. Die Teilnehmer spüren die Einheit von Musik und Natur. Unten in der Ortschaft bleiben Menschen stehen, lauschen und applaudieren. Selbst das Jodeln auszuprobieren, ist für die Teilnehmer des Jodelwalks übrigens Pflicht. An einem Wasserfall angelangt und nach einer kurzen Anleitung des Meisters, schmettert jeder – mehr oder weniger zaghaft – einen Juchzer aus.
Nach gut zweistündiger Wanderung kehrt die Gruppe zum Jodelabend in den Berggasthof Jederer ein. Takeo Ischi sitzt mit den Teilnehmern am Tisch, plaudert, verteilt Autogramme und lässt sich mit dem einen oder an-deren Fan gerne ablichten. „Musik verbindet“, sagt er. „Jodeln ist internati-onal – man braucht keine Worte, um die Sprache der Musik zu verstehen.“ Und dann wird es doch noch zünftig. Spätestens als Takeo Ischi sein Bibi-Hendl zum Besten gibt, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Der Jodelwalk in Reit im Winkl wird noch bis Mitte September veranstaltet. Informationen und Anmeldung im Penninger Schnapsmuseum unter der Telefonnummer 08640/79 77 66.













