(openPR) Verschiedene Dachformen wie Sattel- oder Walmdach fallen in jedem Stadtbild ins Auge und sind den meisten Menschen geläufig. Nach welchen Konstruktionsprinzipien dagegen ein Dachstuhl errichtet ist, bleibt vielen ein Rätsel.
Trotz industrieller Vorfertigung wird die Mehrzahl der deutschen Dächer, insbesondere im Einfamilienhausbau, im zimmermannsmäßigen Verbund hergestellt, so bauen.de, das Fachportal für Bauherren und Renovierer. Die Zunft der Zimmermänner ist sehr traditionsbewusst und so wundert es nicht, dass dieses Handwerk für die verschiedenen Dachbalken die althergebrachten Begriffe pflegt: Stuhl, Ständer, Stiel, Sparren und eben auch Pfette. Im Grunde genommen ist ein Pfettendach ein einigermaßen kompliziertes System sich gegenseitig stützender Holzbalken: die Dachziegel liegen auf Latten, die von den Sparren getragen werden; erhalten diese eine waagerechte Stütze, handelt es sich um eine Pfette; auch sie kann man noch mit einem Balken stützen, der Stiel oder Ständer heißt. Die Enden der Pfetten werden oft abgerundet oder kunstvoll behauen und stehen dann dekorativ aus der Giebelwand heraus.
Die einfachste und deshalb kostengünstigste frei tragende Dachkonstruktion ist jedoch zweifellos das Sparrendach, erklärt bauen.de. Hier bilden jeweils zwei tragende, schräg gegeneinander stehende Balken die Sparren - mit einem dritten, liegenden Balken ein starres gleichschenkliges Dreieck. Der entstehende Dachraum ist frei von jeglichen Ständern, Stützen oder Stielen, was zweifellos ein Vorteil ist. Nachteilig ist jedoch, dass ein Sparrendach nur in gewissen statischen Grenzen frei tragend sein kann, und meist relativ spitz ausfällt. Anders ausgedrückt: Mit einem Sparrendach kann man nur begrenzte Hausbreiten überspannen.
Werden stilvolle Gauben, größere Dachfenster, breitere Häuser, flach geneigte Dächer, Dachterrassen oder anspruchsvollere Dachformen gewünscht, müssen zusätzliche waagerechte Stützbalken her – Pfetten eben. Liegen sie im Dachraum unten, heißen sie Fußpfetten, sind sie ganz oben angebracht, werden sie Firstpfette genannt, alle Hölzer dazwischen heißen Mittelpfetten.
Hat es sich als notwendig erwiesen, auch die stützenden Pfetten noch durch Stiele oder Ständer abzustützen, hat man kein freies Dachgeschoss mehr, was bei einem Ausbau zu Wohnräumen manchmal als hinderlich angesehen wird. Doch auch hier kann man aus der Not leicht eine Tugend machen, indem Pfetten und Stiele als gestalterische Elemente angesehen und in die Raumplanung einbezogen werden. Schönheit liegt wie immer im Auge des Betrachters.
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