(openPR) Mit gutem Beispiel vorangehen ...
Energie- und Effizienzanalyse an der Hochschule Reutlingen
Das Telefon klingelt. Am Apparat ist Professor Peter Kleine-Möllhoff. Er lädt mich ein, an der Abschlusspräsentation seines Erstsemesters teilzunehmen, weil die jungen Menschen drei sehr interessante Projektarbeiten zum Thema Energieeffizienz an der Hochschule erarbeitet haben. Das Projekt ist hoch „angesiedelt“, denn zur Abschlusspräsentation kommen auch die Kanzlerin der Hochschule, Paula Mattes und der technische Leiter der Hochschule, Klaus Romer. Eingeladen ist auch der Vizepräsident für Bauangelegenheiten, das Regierungspräsidium und das Bauamt, die sich entschuldigen ließen, aber demnächst noch in den Genuss der hochinteressanten Ergebnisse kommen werden.
Weil das Thema so spannend und komplex ist, habe ich mit einem der Studenten, Ulf Lindner, ein Interview geführt. Wie alle anderen Studierenden:
Lehr, Tobias
Steinbrück, Mandy
Gerstenberger, Svenja
Holzhausen, Michael
Schneider, Michael
Kölz, Manuel
Stassen, Boris
Krech, Jens
Gunawan, Junghan
Haussmann, Martin
Weisser, Bernhard
studiert er im 1. Semester des Master-Studienganges „Production Management“ und belegte bei Professor Kleine-Möllhoff die Projektarbeit „Industrial Ecology“.
Ulf Lindner ist davon überzeugt, dass jeder einzelne sein Handeln in punkto Energie selbst hinterfragen und auch ändern muss.
Herr Lindner, wie kam es zu dieser Idee?
Eine Thesis in 2010 hat ergeben, dass im Bereich Nachhaltigkeit an der Hochschule ein Defizit besteht. Außerdem ist das Projekt bestens dazu geeignet, den Studenten die Schwierigkeiten bei Prozessoptimierungen in Organisationen näher zu bringen.
Wie lange haben Sie daran gearbeitet?
Der Arbeitsumfang betrug ein Semester und pro Student ca. 100 Zeitstunden.
Welches Ziel soll mit einer so detaillierten Projektarbeit verfolgt werden?
Das Aufdecken von Potentialen zur Reduzierung der Energie- und Ressourcenverbrauchs an der Hochschule zum einen und zum anderen das Aufdecken von Energieverschwendung.
Was macht das Thema Nachhaltigkeit, Energie, für Sie selber so interessant?
Das Thema ist für mich deswegen so interessant, weil ich selber etwas bewegen möchte und nicht, wie so viele nur darüber reden. Ich bin der Meinung, dass viel zur Verbesserung der ökologischen Zustände beigetragen werden kann, wenn jeder einzelne sein Handeln hinterfragt und ggf. ändert. Ich möchte für andere mit gutem Beispiel vorangehen.
Sind das theoretische Projekte, die vielleicht über ein Studentenressort von uns (ESB Consult, etc.) in die Praxis umgesetzt werden können?
Die Idee eines Studentenressorts kam im Laufe des Projektes auf und soll im günstigsten Fall auch als reales Ergebnis implementiert werden!
Können Sie mir bitte die Vorgehensweise erläutern:
Wir hatten uns in drei Gruppen aufgeteilt und je verschiedene Gebäudepools betrachtet: Die Gebäude wurden am Anfang in Gruppen zusammengefasst, die auf den ersten Blick sinnvoll erschienen. Im Laufe des Projektes wurde dann jedoch festgestellt, dass eine andere Vorgehensweise besser gewesen wäre. Da jede Gruppe im Prinzip ähnlich vorgegangen ist, erläutere ich im Folgenden die Ergebnisse, die für alle identifiziert werden konnten: wir identifizierten, dass insbesondere das Verhalten der Menschen an der Hochschule ein bedeutender Verschwendungsfaktor ist. Um dem entgegenzuwirken, wurden mehrere Lösungsansätze entwickelt. Außerdem wurden noch verschiedene technische Lösungen präsentiert. Wir haben neue Beleuchtungstechnologien vorgestellt, wie z.B. LED-Technologien oder spezielle Jalousien zur besseren Nutzung von Tageslicht. Dann stand die bessere Wärmenutzung auf dem Programm. Wir schlagen vor, dass die technischen Anlagen mit professioneller Hilfe überprüft werden, dass die enorme Abwärme der Server für Heizzwecke genutzt wird, elektronischer Steuerungen für die Zimmer installiert und die Fenstermaterialien getauscht werden. Optimierungspotenziale haben wir auch im Bereich Wasserverbrauch vorgeschlagen.
Wie soll es weitergehen?
Zur Gewinnung der entsprechenden Gremien für das Projekt und die Generierung von finanziellen Mitteln, die für etwaige Investitionen notwendig wären, wird es eine weitere Präsentation im Regierungspräsidium geben und dann werden wir sehen, was wie und wann von der Hochschule umgesetzt werden kann und wie wir als Studenten, das Projekt weiter unterstützen können.
Für Professor Peter Kleine-Möllhoff sind die Ansätze und Ergebnisse sehr wichtig, denn das ist die wirkliche Verbindung von Theorie und Praxis. Die aufgedeckten Einsparpotentiale seien eine tolle Sache. Er möchte die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen künftiger Projekte vorbereiten. Eine sehr hohe Priorität habe für ihn die Einrichtung eines ESB-Energie-Ressorts, welches durch die Studenten betrieben werden könne. Idealerweise sollte dieses Studenten-Ressort fakultätsübergreifend arbeiten. Schließlich gehe das Thema alle an und es diene dem gegenseitigen Verständnis der Fakultäten in besonderer Weise.













