(openPR) Der Import von Fahrzeugen aus den USA galt lange Jahre als das Non plus Ultra für Schnäppchensucher und Risikofreudige. Allerdings ist der Markt dort mittlerweile nicht mehr ansatzweise so reichhaltig bestückt wie noch vor 10 Jahren, als man sich als Urlaubserinnerung aus Kalifornien einen guten ´69er 911S für $ 12.000,- mitbrachte. Der Markt in den USA ist mittlerweile abgegrast und wirklich gute Fahrzeuge zu günstigen Preisen sind kaum mehr zu finden.
Längst hat sich ein neuer Beschaffungsmarkt gefunden- in Japan! Japan ist das neue Nord Amerika. Die Anzahl der Händler, die Old- und Youngtimer aus Japan importieren, steigt stetig. Einer von Ihnen ist der Düsseldorfer Malte Rückert. Seit zweieinhalb Jahren importiert er hauptsächlich Porsche 911 zwischen ´74 und ´92 aus Japan nach Deutschland.
In Japan gelten Sportwagen, wie in Deutschland auch, als besonderes Statussymbol - allerdings nur wenn Sie neuwertig sind und der aktuellen Modellpalette entsprechen. Eine Oldtimerszene wie hier, gibt es in Japan nicht. Deswegen werden, bei uns begehrte Young- und Oldtimer dort günstig verkauft. Sie gelten dort schlichtweg als gebrauchte Fahrzeuge. Der Pflegzustand ist meist besonders gut. Ordentlicher Umgang und eine gute Pflege der Fahrzeuge spiegeln stark japanische Gepflogenheiten wieder.
Ein Porsche 911 SC von 1980 in gutem Zustand kommt incl. Verzollung, Steuer, und Transportkosten auf ca. 19.000,- €. Vergleichbare Autos kosten hier ca. 25.000,- €.
Ein Porsche 964 Cabrio von 1991 mit ca. 50.000 gelaufenen Kilometern kostet incl. aller Nebenkosten ca. 20.000,- €. Das sind etwa 25% weniger als in Deutschland.
Im Jahr 2008 flog Rückert noch mit einem Kollegen nach Amerika, um dort brauchbare Fahrzeuge einzukaufen. Dies gestaltete sich jedoch als äußerst schwierig. Rückert dazu: "Ich denke, wir kamen fünf Jahre zu spät! Bis auf wenige Ausnahmen gab es nur noch das, was die Leute die letzten zehn Jahre nicht kaufen wollten." Zurück in Deutschland begann er dann mit der Recherche nach Alternativen um an günstige Fahrzeuge zu kommen. Schnell fiel die Wahl auf Japan. Neben dem im Vergleich zu den USA deutlich besseren Zustand haben die Fahrzeuge aus Japan eine der Europäischen sehr ähnliche, häufig sogar eine identische Spezifikation , -so ist zum Beispiel die Tachoskala in km und nicht in Meilen gehalten und die Stoßstangen entsprechen denen Deutscher Auslieferungen. Auch die Lenksäule befindet sich in den meisten Fällen auf der linken Seite.
Nun ging es für Malte Rückert darum Kontakte nach Japan zu knüpfen: Er entschied sich anhand von Bildern zu einem Testkauf. Objekt der Begierde war ein preiswerter ´77er Carrera in durchschnittlichem Zustand. Alles klappte hervorragend, basierend auf diesem Testkauf folgten ca. 25 weitere in den letzten zweieinhalb Jahren.
Diesen japanischen "Testkaufporsche" hat Malte Rückert behalten. Seid Anfang 2010 wird dieser Elfer im Motorsport im Rahmen der Youngtimer Rallye Trophy eingesetzt. Nicht ohne Stolz erzählt Malte Rückert, dass der Motor aus 3 Liter Hubraum mittlerweile 282 PS entwickelt.
Seit Anfang des Jahres tritt Malte Rückert nicht mehr ausschließlich als Weiterverkäufer, sondern vielmehr als Importeur auf. "Die meisten Fahrzeuge die wir in Japan kaufen, werden zunächst zu meinem Kollegen nach Tokyo geliefert, dort werden die Fahrzeuge dann geprüft und eine ausführliche Fotodokumentation erstellt. Dann schon bieten wir die Fahrzeuge zum Kauf an. Über die Hälfte unserer Fahrzeuge sind verkauft und bezahlt bevor sie in Tokyo auf eines der Schiffe nach Deutschland oder zum Beispiel Holland, Norwegen und Schweden verladen werden." so Malte Rückert "Unser größtest Problem ist, dass wir den Kunden teilweise nicht mal reale Fahrzeuge zeigen können, da diese häufig vom Entladehafen aus direkt zum Kunden geliefert werden."













