(openPR) Wissenschaftler des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) unterstützen Software-Entwickler beim Optimieren ihrer Programmiertätigkeiten. Bestimmte Anwendungen können mit einer anwendungsspezifischen Sprache (domain specific language) bis zu 10 mal schneller programmiert werden. Das bringt klare Wettbewerbsvorteile für Softwarehersteller.
Komplexität steigt
Die DNA einer Software ist heute 100x komplexer als noch vor 20 Jahren. Software-Entwickler müssen den Überblick über die Komplexität und Eigenschaften der Anwendungen behalten, um neue Entwicklungen mit vertretbarem Aufwand umzusetzen oder bestehende Anwendungen auf neue Plattformen (wie etwa Maschinen oder Geräte) zu bringen. Das ist dann eine Herausforderung, wenn es sich um spezifische Lösungen, zum Beispiel um einen speziellen Anwendungsbereich eines Unternehmens handelt: Weil mit allgemeinen Programmiersprachen von der Kaffeemaschine bis zum Herzschrittmacher alles programmiert werden kann, ist ihre Eignung für einen spezifischen Bereich, zum Beispiel für die Programmierung einer Spritzgieß-Maschine, nicht optimal - fachliche Aspekte müssen erst auf eine allgemeinen Programmiersprache abgebildet werden, um dann maßgeschneidert verwendet werden zu können.
Forschungsgebiet anwendungsspezifische Sprachen
Das SCCH entwickelt Sprachen und Werkzeuge, damit Software-Entwickler effizienter arbeiten können: Zuerst wird das Anwendungsgebiet modelliert und daraus werden anwendungsspezifische Sprachen abgeleitet. Das verhilft, Anforderungen und Abläufe formal zu beschreiben und auf Knopfdruck die gewünschte Software zu erzeugen. Dies erhöht nicht nur die Produktivität, sondern gestaltet auch die Programmiersprachen anwendungsfreundlicher.
Programmieren ohne Programmierkenntnisse
Ein Mitarbeiter in der Fertigung kann so ohne umfangreiche Programmierkenntnisse direkt an einer Produktions-Maschine Abläufe definieren. Oder auch bei der Entwicklung von Smartphone-Apps: In Sachen Hardware oder Betriebssystem sind viele Komponenten bis zu einem gewissen Grad tatsächlich völlig gleich aufgebaut – „und durch unsere Expertise und unsere Forschung aus bisherigen Projekten kann das Potenzial zur Automatisierung für neue Anwendungsgebiete kenntlich gemacht werden“, so Dr. Josef Pichler vom SCCH.
Informationen zu anwendungsspezifische Programmiersprachen: http://www.scch.at/Files/Success_Story_Fachwissen_Keba.pdf, http://www.scch.at/Files/SET_ISE_Factsheet_Domainspezifische_Sprachen_Deutsch.pdf










