(openPR) Ist Facebook für Unternehmen überhaupt interessant? Oder ist es für Selbstständige einfach nur Verschwendung von wichtigen Zeitressourcen? Diese Fragen sind nicht so leicht zu beantworten, denn Facebook kann beides sein – Zeitverschwendung und Umsatzbringer, je nachdem wie man das Medium handhabt.
Wer Facebook für Unternehmen nutzen will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es kein weiteres Werbemedium ist, über das man seine Produkte und Dienstleistungen anbieten, oder gar direkt verkaufen kann.
Vielmehr gilt es bestimmte Regeln zu beachten, deren Einhaltung von den neuen Medien gefordert, und deren Nichteinhaltung von ihnen abgestraft wird. Dennoch kann Facebook für Firmen als Marketinginstrument interessant sein, wenn man versteht, dass dieses Medium als Absatzverstärker nur mehrstufig funktioniert. Wer also hier, genau im gesamten Social-Media-Bereich, seine Waren und Dienstleistungen auf die gleiche Art anpreist, wie in der Offline-Welt, wird eine Bauchlandung hinlegen.
Virales Marketing und Facebook
Was früher die gute alte Mund-zu-Mund-Propaganda war, ist in Zeiten von Twitter und Facebook immer noch wertvoll und gut – allerdings verbreiten sich Nachrichten und Empfehlungen um ein vielfaches schneller, als zu Großmutters Zeiten. Dauerte es früher seine Zeit bis sich die Nachricht eines guten Angebots von Mensch zu Mensch herumsprach, geht das heute über Twitter oder dem „Gefällt-mir-Button“ von Facebook in Windeseile an Tausende von Followern oder Freunde raus.
Jedes „Gefällt-mir“ wird im Netzwerk des Besuchers angezeigt und wenn Personen aus diesem Netzwerk die Seite besuchen und ebenfalls „Gefällt-mir“ klicken, geht es wieder an deren Netzwerk raus. Eine rasante Verbreitung ist die Folge. Aber Vorsicht – mit schlechten Nachrichten und negativen Bewertungen geht das noch schneller.
Die meisten Besucher von Facebook sind im sogenannten „Fun-Modus“ unterwegs. Sie suchen etwas Entspannung, wollen sich über die neuesten Filme, Musiktitel und Videos bei Youtube austauschen, oder interessante Themen diskutieren. Sie wollen keine Werbenachrichten erhalten oder etwas einkaufen.
Beim Aufbau von Facebook-Seiten für Unternehmen, genannt Fanpages, muss dies berücksichtigt werden. Eine Fanpage sollte also nicht als Werbeplattform gestaltet werden, sondern den Besuchern möglichst großen Nutzen bieten, der mit dem eigenen Angebot zusammenhängt. Dies könnte zum Beispiel ein kostenloser Report mit einer gezielten Problemlösung für die Zielgruppe sein, ein kleines Video mit demselben Zweck, eine Leseprobe Ihres eBooks oder eine Warenprobe.
Ergänzend sollten nützliche, hilfreiche Mitteilungen passend zu Ihrem Angebot veröffentlicht werden und Ihre neuesten Blogbeiträge aufgeführt sein. Alles was den Besuchern der Fanpage einen großen Nutzen liefert und den Anbieter als Experten auf seinem Gebiet positioniert, wirkt sich positiv auf die Umsatzentwicklung aus. Zwar nicht direkt, aber dadurch, dass der Anbieter im Gedächtnis des potentiellen Kunden als Experte auf seinem Gebiet gespeichert ist, wenn konkreter Bedarf entsteht.
Virales Marketing mit Facebook geht aber über diese Funktionen hinaus. Die Bewertungselemente und Kommentarfunktionen lassen sich auf der eigenen Homepage oder dem eigenen Blog einbinden und sorgen dort für weitere Verbreitung. Parallel dazu können auf der Fanpage Diskussionen mit der eigenen „Fan-Gemeinde“ angestoßen werden. Hier haben Unternehmen ihr Ohr näher am Kunden, als in einer anonymen Umfrage oder einer subjektiven Befragung des Verkaufspersonals.
Allerdings ist Facebook für Unternehmen, die nur positives Feedback hören wollen auch gefährlich. Wer Kritik und negative Beiträge nach alter Manier ignoriert oder gar unterdrückt, wird gnadenlos abgestraft. Kontroverse Diskussionen müssen nicht nur geduldet und ertragen, sondern sogar gefördert werden. Das erhöht erstens die Glaubwürdigkeit und bringt zweitens wertvolle Erkenntnisse für die Angebotsoptimierung. Beleidigungen und unqualifizierte Pöbeleien sind hiervon natürlich ausgenommen.
Anbieter die es darüber hinaus noch verstehen ihre Fans immer mal wieder zu überraschen, befinden sich auf der Erfolgsstraße. Exklusive Informationen, Gewinnspiele, bevorzugter Informationsfluss und andere Vergünstigungen werden von den Interessenten mit Wohlwollen wahrgenommen und weiterempfohlen.
Ergänzend entwickelt sich Facebook zunehmend als großer Konkurrent des Branchenprimus Google im Bereich Online-Werbung. Werbeanzeigen auf Facebook lassen sich leicht erstellen und die Zielgruppe, denen diese angezeigt wird, lässt sich präzise festlegen, inklusive der Vorschau wie viele Personen das sein werden. Abgerechnet wird im sogenannten Pay-per-Click-Verfahren, also der Bezahlung eines bestimmten Betrags pro Besucher auf der beworbenen Seite.
Auch hier sollte nicht direkt das eigene Angebot oder die Verkaufsseite beworben werden, sondern die Fanpage mit den kostenfreien und nützlichen Angeboten.
Als Fazit kann man feststellen, dass Facebook alleine nicht den Umsatz und die Kundengewinnung eines Unternehmens sicherstellen kann, aber Facebook ist ein wichtiger Baustein bei diesem Vorhaben, wenn man die Funktion und die Besonderheiten dieses Marketinginstruments versteht und beachtet.













