(openPR) * Nachhaltige Geschäftspolitik sorgt für stabile wirtschaftliche Entwicklung
Gießen, 03.05.2011. Vor den gewählten Mitgliedervertretern hat der Vorstand der Volksbank Mittelhessen gestern in der Gießener Kongresshalle Bilanz gezogen. Deutschlands drittgrößte Volksbank konnte ihr Ergebnis im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem bereits guten Vorjahr deutlich steigern. In dem positiven wirtschaftlichen Umfeld gelang es, alle wesentlichen Bilanzpositionen weiter zu verbessern. Zudem festigt die Volksbank Mittelhessen mit 179.324 Anteilseignern zum Stichtag 31.12.2010 ihre Stellung als mitgliederstärkste Volksbank Deutschlands.
Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker präsentierte den anwesenden Vertretern die erfreulichen Resultate und belegte damit eindrucksvoll, dass sich die langfristig ausgerichtete Geschäftsstrategie dauerhaft bezahlt macht. So können sich die Mitglieder der Bank wie bereits in den Vorjahren über eine Dividende in Höhe von 7 Prozent freuen.
Geschäftsentwicklung und Bilanzsumme
Im abgelaufenen Berichtsjahr konnte die Volksbank Mittelhessen respektabel wachsen. So wurde das Kundenkreditvolumen um 1,6 Prozent auf rund 3.357 Millionen Euro ausgeweitet. Träger des Wachstums waren sowohl das Neugeschäft im Bereich mittelständischer Unternehmensfinanzierung als auch vermehrte private Baufinanzierungen. Insgesamt wurden durch die Volksbank Mittelhessen Neukredite in Höhe von 669 Millionen Euro gewährt. Die Differenz zum Nettowachstum ergibt sich aus den Tilgungsleistungen der Kunden in Höhe von 592 Millionen Euro. Kredite im Wert von 460 Millionen Euro wurden an Partner der genossenschaftlichen FinanzGruppe außerbilanziell vermittelt.
Auf der Passivseite profitiert die Volksbank Mittelhessen von einem kräftigen Einlagenzuwachs. So konnte die Summe der Einlagen um 204 Millionen Euro auf zuletzt 4.874 Millionen Euro gesteigert werden. Nach den Erfahrungen der Finanzkrise suchen insbesondere private Anleger nach dem sicheren Hort für ihr Erspartes. Diesen finden sie bei den genossenschaftlichen Vertretern der deutschen Kreditwirtschaft, so auch bei der Volksbank Mittelhessen, die attraktive und flexible Passivprodukte in allen Laufzeiten anbietet. Im Berichtsjahr konnte zudem das Kundendepotvolumen (einschließlich der Fonds der Union Investment, ohne eigene IHS) von 1.477 Millionen Euro auf zuletzt 1.579 Millionen Euro gesteigert werden.
Das Eigenkapital ist bei der Volksbank Mittelhessen im Branchenvergleich überdurchschnittlich gut. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres betrug das bilanzielle Eigenkapital 465 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht dies einer absoluten Steigerung in Höhe von 32,3 Millionen Euro. 65 Millionen Euro stehen der Bank in Form von Geschäftsanteilen der Mitglieder zur Verfügung.
Unter dem Strich weitete sich die Bilanzsumme auf 5.765 Millionen Euro aus. Gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht dies einer Steigerung in Höhe von 2 Prozent bzw. 115 Millionen Euro. Gemessen an der Bilanzsumme belegt das mittelhessische Institut nach den Volksbanken in Berlin und Frankfurt den dritten Platz der Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland. Im gesamten Bundesgebiet gibt es 1138 genossenschaftlich organisierte Geldhäuser.
Ergebnisrechnung 2010
Im Berichtsjahr erwirtschaftete die Volksbank Mittelhessen einen Zinsüberschuss in Höhe von 136,7 Millionen Euro, rund 1,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einer Zinsspanne von 2,36 Prozent. Mit 47,1 Millionen Euro entwickelte sich der Provisionsüberschuss ebenfalls zufriedenstellend. Gegenüber dem Jahr 2009 verbesserte er sich um 2,9 Prozent bzw. rund 1,3 Millionen Euro. Im Wesentlichen beruht die Provisionssteigerung auf einem wieder belebten Wertpapiergeschäft.
Zum Stichtag summierte sich der Personalaufwand auf insgesamt 75,5 Millionen Euro, nach 82,4 Millionen im Vorjahr. Im Jahr 2009 lagerte die Volksbank Mittelhessen Pensionsverpflichtungen an die R+V Versicherungsgruppe aus. Die deutliche Kostenreduktion im Berichtsjahr basiert im Wesentlichen auf diesem einmaligen Effekt. Die Anzahl der Mitarbeiter unter Vertrag beläuft sich auf 1510 Kolleginnen und Kollegen. 75 Berufsanfänger absolvieren bei der Volksbank Mittelhessen die Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann.
Bereits im Jahr 2009 wurden umfassende Maßnahmen zur Optimierung der Sachkosten beschlossen. Auch in der Berichtsperiode wirkten sich die durchgesetzten Maßnahmen positiv aus. Der leichte Anstieg des Sachaufwands von 37,6 Millionen Euro auf 38,8 Millionen Euro beruht hauptsächlich auf höheren Beiträgen zur genossenschaftlichen Sicherungseinrichtung.
Insgesamt konnten die Verwaltungskosten um 5,7 Millionen Euro auf 114,3 Millionen Euro reduziert werden. Entsprechend verbesserte sich die Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) als Kennzahl zur Messung der wirtschaftlichen Effizienz von 69,42 Prozent auf 64,2 Prozent.
Ihr Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte die Volksbank Mittelhessen um 9 Millionen Euro auf 65,5 Millionen Euro, das entspricht 1,13 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Begünstigt durch die guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen fiel das Bewertungsergebnis gut aus. Mit 15,1 Millionen Euro blieb der Risikovorsorgebedarf etwa auf Vorjahresniveau. Nach Bewertung liegt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit im Jahr 2010 bei 50,3 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht dies einer Verbesserung von 25 Prozent bzw. 9,9 Millionen Euro.
Abzüglich der Steuerbelastung in Höhe von 8,6 Millionen Euro, der Einstellung in den Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 25 Millionen Euro sowie geringer außerordentlicher Aufwendungen verbleiben zum Stichtag 16,5 Millionen Euro Jahresüberschuss. Im Jahr zuvor konnten 10,7 Millionen Euro verbucht werden. Mit Beschluss der Vertreterversammlung erhalten die Mitglieder der Volksbank Mittelhessen auch in diesem Jahr eine Dividende auf ihren Geschäftsanteil in Höhe von 7 Prozent.
Erneut deutliche Stärkung der Eigenkapitalbasis
Mit der gestrigen Feststellung des Jahresabschlusses 2010 und dem Beschluss zur Verwendung des Bilanzgewinns durch die Vertreterversammlung wird das haftende Eigenkapital von zuletzt 462 Millionen Euro auf nun 510 Millionen Euro aufgestockt. Damit verbessert sich die Kernkapitalquote kräftig von 8,1 Prozent auf 10,1 Prozent.
Im Hinblick auf die im Jahr 2016 bzw. 2019 in Kraft tretenden verschärften Eigenkapitalvorschriften nach Basel III ist die Volksbank Mittelhessen sehr gut aufgestellt. Zudem ermöglicht die hervorragende Risikotragfähigkeit flexiblere Kreditentscheidungen. So kann die Volksbank Mittelhessen gerade gewerbliche Fremdkapitalfinanzierungen in einer Höhe stemmen, in welcher andere regional tätigen Banken bereits Konsortien bilden müssen.
Wirtschaftliche Förderung der gesamten Region
Seit mehr als 150 Jahren steht die Volksbank Mittelhessen der heimischen Wirtschaft als Finanzier mit Rat und Tat zur Seite. Im Passivgeschäft bzw. in Form von Geschäftsanteilen eingesammelte Mittel werden als Unternehmenskredite wieder in die Region investiert. Auf diese Weise fördert die Volksbank Mittelhessen die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten Geschäftsgebiet und ermöglicht gleichzeitig den Anlegern die indirekte Partizipation am Erfolg der lokalen Wirtschaft. Außerdem unterstützt die Volksbank Mittelhessen 850 regionale Initiativen, Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen durch die Vergabe von Spenden. Allein im Berichtsjahr 2010 flossen 1.064.436 Euro in finanzielle Fördermaßnahmen.
Gesetzliche Prüfung, Genehmigung des Jahresabschlusses und Verwendung des Jahresüberschusses 2010
Das von Hans-Heinrich Bernhardt, Vorstand der Volksbank Mittelhessen, vorgetragene zusammengefasste Prüfungsergebnis des Genossenschaftsverbandes e.V. erteilt der Bank den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die anwesenden Vertreter genehmigten den Jahresabschluss und entlasteten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Sie stimmten außerdem dem Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinnes sowie einer Dividende in Höhe von 7 Prozent zu.
Veränderungen im Aufsichtsrat
Durch den Ablauf der Wahlperiode schieden die Aufsichtsratsmitglieder Prof. Dr. Michael Kirk, Gerald Engeland, Helmut Henkel und Michael Kraft aus dem Gremium aus. Die genannten Herren stellten sich bis auf Herrn Henkel erneut zur Verfügung und wurden durch die Vertreterversammlung für eine weitere Amtsperiode wieder gewählt. Außerdem stellten sich am 12. April 2011 die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrates zur Wahl. In ihrem Amt bestätigt wurden Andrea Höfner, Erhard Balser, Klaus-Richard Arnold, Michael Hahn und Frank Hettche. Volker Schüßler wurde erstmals in das Gremium aufgenommen. Die Mitarbeiter der Volksbank Mittelhessen Karl-Michael Habermehl und Rainer Steitz sowie Helmut Henkel wurden mit großem Dank aus dem Aufsichtsrat verabschiedet.
Ausblick
Selbst im konjunkturell unruhigen Fahrwasser der letzten Jahre hat das solide Geschäftsmodell der Volksbank Mittelhessen für verlässliche Erträge gesorgt. Sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Fusionen und Zusammenschlüsse hat die Bank eine Stärke erreicht, die Stabilität und Zukunftsfähigkeit verspricht. Bilanziell kerngesund und mit ihrer Region eng verbunden ist die Volksbank Mittelhessen sehr gut aufgestellt, auch kommende Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Daher blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft und ist davon überzeugt, dass die Volksbank Mittelhessen ihre positive wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2011 fortsetzen wird.




