(openPR) Während an vielen Orten der Welt kriegsähnliche Zustände toben, jährt sich der Tag des Kriegsendes in Deutschland zum 67. Mal.
Pünktlich zum 08.Mai wird im Kunstraum Richard Sorge eine Ausstellung eröffnet, die das Thema Krieg behandelt.
Der Konzeptkünstler Jens Kloppmann beschäftigt sich seit Jahren mit Themen aus Politik und Zeitgeschichte. Seine in Form und Material oft unterschiedlichen Arbeiten wurden bereits in verschiedenen Ausstellungen in Deutschland, Polen, Kirgistan, Serbien, Österreich und der Schweiz gezeigt und besprochen.
Genau genommen ist es das größte Schlachtengemälde der letzten Jahre, das Kloppmann auf über 30 m2 im Kunstraum Richard Sorge zeigt. Mit der Laubsäge hat er mehrere Hundert Figuren aus Sperrholz ausgesägt und zu einem riesigen Ornament auf die Wand montiert. Viele Motive kommen uns bekannt vor. Großzügig bedient er sich in der Kunstgeschichte, der Kriegsberichterstattung, dem kollektiven Gedächtnis und so sehen wir ein Panorama der Schlacht in allen Facetten. Angriff, Gegenangriff, Flucht und Etappe. Das volle Programm.
Das ausgerechnet die Laubsägearbeit genutzt wird, ein verstaubtes Werkzeug aus piefigen Hobbykellern, konterkariert das Szenario mit einem gefälligen Erscheinungsbild, dessen Tiefe sich erst auf den zweiten Blick erschließt.
Ähnlich verhält es sich mit den Abgüssen von Einschusslöchern von Berliner Hausfassaden, die ebenfalls gezeigt werden. Historischen Spuren, die durch Sanierungen mehr und mehr aus dem öffentlichen Blick verschwinden. Hierbei interessiert den Künstler die Schere zwischen dem fast komponierten Bild in poliertem Gips und dem doch sehr unmittelbaren Hintergrund, dessen was dargestellt wird, nämlich einer im tödlichen Häuserkampf abgefeuerten Kugel. Hat sie getroffen? Musste jemand dadurch sterben? Wer hat sie abgeschossen?
Jens Kloppmann beschäftigt sich seit langem mit historischen Spuren und Phänomenen: Den Aussagegehalt des Spruchs „Bonn ist nicht Weimar“, also die Vergleichbarkeit der Weimarer mit der Bonner Republik, hat er durch den Austausch zweier Ortseingangsschilder dieser Städte hinterfragt, in Zusammenarbeit mit der heutigen Ministerpräsidentin von Thüringen Christine Lieberknecht, damals Leiterin der Staatskanzlei.
René Block lud ihn zur Teilnahme an der Balkan Biennale Oktober Salon in Belgrad ein, nachdem er im Fridericianum Kassel die Serie „Im fotografischen Exil – Rache für Trotzki“ gesehen hatte, eine Arbeit, die dem unter Stalin von offiziellen Revolutionsfotos wegretuschierten Trotzki auf anderen historischen Bildern Asyl gewährt.
Die Serie Diktatoren mit Tieren zeigt den ironischen Umgang mit Herrscherbildern. Nicht alle auf der 2005 fertiggestellten Diktatoren sind heute noch im Amt.
All diesen Arbeiten ist ein historisches Interesse gemein. Ob es Aufgabe der Kunst ist, sich mit Geschichte zu beschäftigen? Hier mag ein Satz Sebastian Haffners Antwort geben:
„Geschichte ist nichts vorgegebenes wie Natur. Geschichte selbst ist schon ein Kunstprodukt. Nicht alles, was je geschehen ist, wird Geschichte, sondern nur das, was Geschichtsschreiber irgendwo und irgendwann einmal der Erzählung für Wert erachtet haben...Geschichte – um es ganz scharf zu sagen – ist keine Realität, sie ist ein Zweig der Literatur.“
Eröffnung: Do. 5. Mai 2011, 19 Uhr.
Dauer: 6 - 28. Mai, 2011, Mi. - Sa, 15 - 18 Uhr, und nach Vereinbarung.
Special viewing: So. 8. Mai, 2011, 15 - 18 Uhr.
Artist's Talk moderiert von Martin Bayer (www.wartist.org): 26. Mai, 19. 30 Uhr.
Online Information:
http://www.kunstraumrichardsorge.org/schlachten
http://www.kloppmann.org/
Facebook Event Seite: https://www.facebook.com/event.php?eid=213969498630579













