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Ostern in Lateinamerika

21.04.201110:31 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Ostern in Lateinamerika
Kathedrale in Cusco, Peru © Carlos Sala / PromPerú
Kathedrale in Cusco, Peru © Carlos Sala / PromPerú

(openPR) Da der überwiegende Teil der Bevölkerung in den Lateinamerikanischen Ländern katholisch ist, ist Ostern dort, neben Weihnachten, das wichtigste Fest des Jahres. In den meisten Ländern dauern die Feierlichkeiten eine Woche, die so genannte „Semana Santa“, die heilige Woche, die am Palmsonntag beginnt und mit dem Ostersonntag endet. Es wird von Land zu Land ähnlich gefeiert, ein paar Unterschiede gibt es jedoch trotzdem. Wie Ostern in Mexiko, Peru, Ecuador und Brasilien verbracht wird, möchte ich nun vorstellen.



Mexiko
Ostern beginnt am Palmsonntag in den Gemeinden Mexikos mit einem Gottesdienst, in dem aus Palmblättern gefertigte Kreuze gesegnet werden, und einer anschließenden Prozession, in der ein als Jesus verkleidetes Gemeindemitglied auf einem Esel durch den Ort reitet.
Während der Woche gibt es mehrere traditionelle Messen, und am Gründonnerstag werden dann alle Altäre und Heiligenbilder in den Kirchen mit dunkelroten Tüchern verhängt, die erst zur Auferstehung Jesu wieder abgenommen werden, und auch die Glocken werden ab heute drei Tage lang nicht mehr läuten. An diesem Tag ist es üblich, dass die Mexikaner von Kirche zu Kirche ziehen und so insgesamt sieben Kirchen besuchen, in denen sie um die Vergebung ihrer Sünden bitten. Vor den Kirchen werden Heiligenbilder und Kerzen, aber auch Getränke und Kleinigkeiten zu Essen verkauft, wie zum Beispiel die traditionelle Capirotada.
Am Karfreitag beginnen in ganz Mexiko aufwändige Passionsspiele, die oft auch noch das Wochenende über andauern. Karsamstag werden in den Städten Judas-Puppen aus Pappmaschee aufgehängt, an denen Knallkörper befestigt sind, die sie schließlich zur Explosion bringen. Die Woche endet am Ostersonntag, wenn die Tücher von den Altären genommen werden, die Glocken wieder läuten, die letzten Passionsspiele stattfinden und die Familien gemeinsam zu Hause oder auf den Straßen feiern, tanzen, essen und trinken.

Peru
Ebenso wie in Mexiko beginnen die Feierlichkeiten zu Ostern in Peru bereits am Palmsonntag. Viele Schulen, Büros und Verwaltungen bleiben daher die Semana Santa über geschlossen. Die Peruaner feiern dieses Fest gemeinsam mit der ganzen Familie, die Kirchen sind die ganze Woche über brechend voll und natürlich finden zahlreiche Prozessionen statt, bei denen schwere, kunstvoll geschnitzte Statuen von Heiligen durch die Straßen getragen werden. Die Umzüge werden von Musikkapellen und schwarz gekleideten, singenden Frauen begleitet. Anschließend gibt es auf den Plätzen und in den Straßen der Städte viele Stände, die typische Gerichte, Getränke und kleine Leckereien anbieten.
Daneben findet man in den einzelnen Städten auch noch verschiedene Bräuche und Traditionen. In Tarma beispielsweise, auch „Perle der Anden“ genannt, sind die Straßen übersät mit Millionen von Blütenblättern, die Szenen und Motive aus den Anden darstellen, und über die hinweg später die gesamte Prozession verläuft. In Huaraz basteln die Kinder am Ostersamstag kleine Judas-Puppen, die anschließend vor der jubelnden Menschenmenge verbrannt werden. Am Ostersonntag dann werden zum krönenden Abschluss hunderte von Vögeln freigelassen und bunte Feuerwerkskörper gezündet. In Ayacucho hat der Karfreitag ein trauriges Gesicht und wird sehr ernst begangen. Jedoch glaubt man dort, dass es zwischen dem Tod Christi und seiner Auferstehung keine Sünde gibt, und so wird der Ostersamstag extrem ausgelassen, mit viel Tanz und Musik gefeiert und die Bevölkerung kennt keine Grenzen. Am Sonntag dann werden die religiösen Riten fortgesetzt.
Natürlich gibt es auch in Peru typische Oster-Gerichte. Am Karfreitag beispielsweise isst man die „Chupe de Viernes Santo“, eine Suppe aus Fisch, Meeresfrüchten, Kartoffeln und Gemüse und am Ostersonntag gibt es dann „Caldo de siete carnes“, ein Eintopf mit sieben verschiedenen Fleischsorten.

Ecuador
Die Osterfeierlichkeiten in Ecuador haben noch große Ähnlichkeit mit denen in Spanien, was auf die Kolonialzeit zurückzuführen ist, als die Spanier das Land besetzten. Am Mittwoch der Karwoche, dem „Miércoles Santo“, findet in Quito ein Trauermarsch statt, der weltweit nur dort, in Lima und in Spanien abgehalten wird. Der Bischof führt diese Prozession an und trägt dabei eine riesige schwarze Fahne mit einem roten Kreuz darauf. Der früher weit verbreitete Aberglaube, dass derjenige, der diese Fahne berührt, im nächsten Jahr sterben wird, ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.
Die wichtigste Prozession der Karwoche findet jedoch, genau wie in Spanien, am Karfreitag statt und ist der spanischen auch sehr ähnlich: eine Figur Jesu wird durch die Straßen getragen, gefolgt von den reuigen Sündern, die mit den berühmten Spitzhüten, den „Cucuruchus“, aus Schmach ihre Gesichter verdecken und schwere Eisenketten an den Füßen tragen.
Das typische Essen der Karwoche in Ecuador ist die Fanesca. Diese reichhaltige und sehr sättigende Suppe wird nur während der Semana Santa gekocht und besteht vorwiegend aus verschiedenen Hülsenfrüchten, Lauch, Milch, Reis, Kürbis und Bacalao, ein gesalzener und getrockneter Fisch. Außerdem wird die Suppe oft noch mit Sahne und Eigelb angereichert und kann Einlagen wie frittierte Kochbananen, Teigtaschen oder Käse enthalten.
Ganz anders feiert in Ecuador die indigene Bevölkerung ihr „Osterfest“. Für den Stamm der Tsáchilas beispielsweise, die in der Nähe von Santo Domingo leben, beginnt am Karsamstag das Neue Jahr. Dazu gehört frühmorgens ein Bad im „Fluss der Läuterung“ und anschließend feiert, tanzt, musiziert, isst und trinkt das festlich gekleidete Volk gemeinsam.

Brasilien
In Brasilien beginnen die Osterfeierlichkeiten am Gründonnerstag und enden bereits am Ostersonntag. Der Ostermontag ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern wieder ganz normaler Alltag. Ähnlich wie in den anderen lateinamerikanischen Ländern ist Ostern ein Familienfest, es finden viele Gottesdienste, Prozessionen und auch Passionsspiele statt. Am Karfreitag isst man traditionell Bacalhau, eine Art Stockfisch. Dieser Fisch ist sehr teuer, weshalb ihn sich viele Familien wirklich nur einmal im Jahr leisten können.
Was das Osterfest in Brasilien von denen der anderen Länder seines Kontinents unterscheidet, ist gleichzeitig das, was es mit unserem Ostern gemeinsam hat: hier gibt es Osterhasen, Schokoladenostereier und das Osterlamm.

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