(openPR) Berlin, 18. April 2011 (PRG) – Vom Abbau bis zum fer-tigen Wandbildner: Die Geschichte des Ziegels vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Wiedervereinigung wird im Technischen Museum „Ziegeleipark Milden-berg“ eindrucksvoll erzählt. Auf dem 42 Hektar großen Gelände, 50 Kilometer nordöstlich von Berlin, gehen die Besucher durch ehemalige Werkstätten. Hier werden einzelne Produktionsphasen mit Bildern, Tönen, Lichtinstallationen und interaktiven Elementen anschaulich in Szene gesetzt. Am 1. April ist der Ziegeleipark Mildenberg in die neue Saison gestartet und die originalgetreue Lorenbahn wartet schon auf große und kleine Gäste.
Das multimediale Konzept der vielfältigen Ausstellun-gen begeistert jedes Jahr etwa 40.000 Gäste. Im Fokus stehen die Menschen und ihre harten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bis zu 5.000 Männer, Frauen und sogar Kinder arbeiteten zu Spitzenzeiten „auf Ziegelei“, wie die Wanderarbeiter aus ganz Deutschland ihre Saisonarbeit im Ziegelwerk nannten.
Das Werk liegt inmitten der Tonstichlandschaft der Oberen Havel, die das Grundmaterial des Ziegels bereit hält. 1890 begann die Verarbeitung des Naturbaustoffs. Die malerischen Kanäle der Havel, heute beliebtes Ausflugsziel für romantische Bootstouren, ermöglichten den einfachen und schnellen Transport der fertigen Produkte. Anfänglich wurden die Ziegel noch in mühsamer Handarbeit gestrichen, also in Formen gepresst, getrocknet, gewendet und dann in den Brennofen geschichtet.
Der Ringofen im Brennpunkt
Ein Teil der Ausstellung widmet sich dem Berliner Ingenieur Friedrich Eduard Hoffmann, der Erfinder des Hoffmannschen Ringofens, und zeigt den Durchbruch in der industriellen Ziegelherstellung. Der Baumeister reichte 1858 sein Patent für ein rundes beziehungsweise ovales Gebilde ein, welches unterteilt war in bis zu 20 Kammern. In diesen wurden die Rohlinge aufgeschichtet und mit Feuer „beschickt“, das dann von Kammer zu Kammer wanderte und die Ziegel brannte. Diese umfassende Nutzung der Energie war eine frühe Form nachhaltigen Wirtschaftens. Hoffmanns bahnbrechende Erfindung gilt Experten als Meilenstein, ähnlich der Dampfmaschine. Zu Spitzenzeiten wurden in Mildenberg 63 Ringöfen betrieben, die die Ziegelher-stellung in gleichbleibend guter Qualität und großen Mengen ermöglichten. Sie waren in zweifacher Hinsicht Grundstein für brandsichere, massive Häuser. Außerdem wurden die Ziegel nach der Jahrhundertwende für die Brücken Berlins sowie den Bau der Kanalisation verwendet und läuteten damit die Neuzeit der Baugeschichte ein. Berlin entwickelte sich, auch dank der Mildenberger Ziegel, zur heutigen Wirtschafts- und Handelsmetropole.
Berichte ehemaliger Ziegeleiarbeiter begleiten die Zeit-reise durch die Maschinenziegelei. Sie erzählen in kurzen Filmsequenzen Anekdoten aus dem „VEB Zielgelwerke Zehdenick“, während die Maschinen mit lautem Getöse starten. Ein unterhaltsamer Kurzfilm gewährt Einblicke in die sozialistische Arbeitswelt.
1990 erlosch der Ofen endgültig; die Tongruben wurden still gelegt und füllten sich mit Wasser. Sieben Jahre später öffnete das Museum seine Tore. Die einst von rauchenden Schornsteinen geprägte Landschaft verzückt nun mit mehr als 50 Tonstich-Seen, die sich idyllisch aneinanderreihen. Das einst größte Ziegeleigebiet Europas hält noch mehr für die Besucher bereit: historische und neu angelegte Häfen, einen Abenteuerspielplatz für die Kleinen und romantische Dampflokfahrten in der Frühlingssonne. Für die kommenden Monate sind weitere Höhepunkte geplant, die jeden Tag im Park zu einem Erlebnis ma-chen.
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Berlin, April 2011
Events 2011
7./8. Mai 2011: 12. Märkisches Dampfspektakel
18. Juni 2011: Lange Museumsnacht
13./14. August 2011: 7. Traktoren- und Oldtimertreffen
Weitere Informationen:
Ziegeleipark Mildenberg
Ziegelei 10 | 16792 Zehdenick
Tel.: (033 07) 310 - 410 | Fax: (033 07) 755 532 7
Deutsche Poroton GmbH
Kochstraße 6-7 | 10969 Berlin
www.poroton.org
Tel.: (030) 252 944-99 | Fax: (030) 252 945-01












