(openPR) Duisburg. Placebo sind Mittel, die bezüglich einer Krankheit Heilung versprechen, aber keinen gegen diese Krankheit gerichteten Wirkstoff enthalten. In der Regel wird dieser Begriff auch auf „Scheintherapien“ ausgedehnt. Die Initiative gegen die Enteignung von Volksgesundheit und ihr Sprecher, der Duisburger Apotheker Rudolf Kley, wollen das Anbieten, den Verkauf und die Verordnung von Placebo verbieten lassen. Die Initiative ist der Meinung, „dass der Schein die Mittel nicht heiligt.“
Die Bundesärztekammer will dagegen den Einsatz von Placebo in der ärztlichen Praxis fördern. Der wissenschaftliche Beirat empfiehlt, „ ...das Bewusstsein in der Ärzteschaft dafür zu schärfen, dass der Placebo-Effekt bei jeder Behandlung, auch bei einer Standardtherapie auftritt. Deshalb empfiehlt die Arbeitsgruppe, Ärztinnen und Ärzten bereits in der Ausbildung sowie in der Fort- und Weiterbildung tiefergehende Kenntnisse der Placebo-Forschung zu vermitteln, um erwünschte Arzneimittelwirkungen zu maximieren, unerwünschte Wirkungen von Medikamenten zu verringern und Kosten im Gesundheitswesen zu sparen.“
Die Initiative sieht kein Heil für die Volksgesundheit darin, dass Arzneimittel gegen Placebo ausgetauscht und so vielleicht Nebenwirkungen verhindert und Kosten im Gesundheitswesen eingespart werden. Über die Größe der Einsparungen kann man im Augenblick sowieso nur spekulieren. Allen Insidern ist klar, dass nur über eine wirksame Gesundheitsprävention die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems erhalten werden kann. Gesunde, insbesondere Kinder und Jugendliche, haben zur Prävention ein anderes Verhältnis als Kranke. Dies macht Gesundheitserziehung sehr schwer. Am Verhalten der Erwachsenen ist ablesbar, dass sie bisher nicht richtig funktioniert hat, eigentlich gar nicht. Die Behandlung mit Scheintherapien und Scheinmedikamenten untergräbt ein wesentliches Element der Prävention, nämlich die Erkenntnis der eigenen Verantwortung für seinen Körper und seinen Gesundheitszustand. Vorbeugen lohnt sich, weil in sehr vielen Fällen nur der Körper die Heilung vollbringt. Die im Zusammenhang mit der Placebo-Therapie gewonnen Erkenntnisse müssen deshalb einer breiten Öffentlichkeit in geeigneter Weise zugänglich gemacht werden. Insbesondere muss dieses Thema in den Schulunterricht erfolgreich integriert werden. Die Abhängigkeit vom Einnahmeritual im Zusammenhang mit Scheinmedikamenten muss durch diese Aufklärung durchbrochen und Wege aufgezeigt werden, wie man selbst in sich diesen Placebo-Effekt auslöst. Erst dies senkt Behandlungskosten und befreit die Bevölkerung von den Nebenwirkungen von Pseudoplacebo.
Seit Jahren macht Rudolf Kley als Künstler über Aktionen auf die angedeuteten Zusammenhänge aufmerksam. 1978 hat er die Kulturwerkstatt Meiderich gegründet und Kreativität als Präventivmaßnahme gefördert. Seine Ausstellung „Nur Arzneimittel sind Arzneimittel“ fand 1994 ein überregionales Echo. 1996 behauptete er sogar „Jeder Mensch ist ein Placebo!“ und stellte als Beweis besondere Urkunden aus. (Alle Bundestagsabgeordneten erhielten diese seinerzeit zugeschickt.) Die Gesundheitsreformen hat er mit großer Skepsis begleitet. An die Adresse von Gesundheitsminister Seehofer war 1993 ein 2 Kilometer langen Brief aus Patienten Unterschriften adressiert. Als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreformen konnten die Patienten schon mal ihren Löffel in der Apotheke abgeben(2003). Seit 2004 betätigt sich der Apotheker zunehmend politisch und war Oberbürgermeisterkandidat der Bürger Union Duisburg. Sein Traumziel seit über 10 Jahren: die Gründung einer Gesundheitsschutzpartei! „Die Grünen haben es vorgemacht. Man muss nicht in allen Fragen kompetent sein. Ein Schwerpunkt reicht völlig aus. Gibt es etwas Wichtigeres als die Gesundheit?“ Der Apotheker lehnt es ab, Patienten zu instrumentalisieren. Aber er glaubt fest daran, dass 20 000 Apotheken mit über 2 000 000 Patientenkontakten täglich, diesen die Augen für die Problematik öffnen können. Für ihn sind Apotheker prädestiniert, mit neuen Ideen Bewegung in die Gesundheitspolitik zu bringen, wenn sie es nur wollen. Die Initiative gegen die Enteignung von Volksgesundheit gibt es seit dem Juli 2006. Sie tritt vor allen Dingen auch für die Absenkung der Mehrwertsteuer auf alle Arzneimittel ein.










