(openPR) Viele Unternehmen der Biobranche haben die Boomjahre von 2005 bis 2009 genutzt, um ihre Eigenkapitaldecke deutlich aufzustocken. Das geht aus der Branchenanalyse "Die Bilanz der Boomjahre" hervor, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift BIOwelt publiziert wird. Insgesamt 484 Jahresabschlüsse der wichtigsten Branchenakteure aus den Jahren 2005 bis 2009 wurden hinsichtlich der Eigenkapitalquoten und des Return on Investment untersucht. Erfasst sind Umsätze in Höhe von rund 900 Mio. Euro auf der Herstellerstufe, 950 Mio. Euro auf der Großhandelsstufe und etwa 750 Mio. Euro auf der Naturkost-Fachhandelsstufe.
Die Hersteller von Biolebensmitteln erwiesen sich dabei als deutlich kapital- und renditestärker als die Groß- und Einzelhandelsunternehmen. So wiesen 2005 noch 15% der untersuchten Biohersteller eine Eigenkapitalquote von mehr als 40% auf, 2009 waren es bereits 39%. Insgesamt 27% der 199 untersuchten Jahresabschlüsse aus der Industrie wiesen Eigenkapitalquoten von jenseits der 40%-Marke aus, im Großhandel waren es lediglich 5%. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Analyse der Ertragssituation: 34% der Hersteller wiesen eine Gesamtkapitalrendite von 10% oder höher aus, aber nur 11% der Großhändler. Knapp die Hälfte der untersuchten Bilanzen im Großhandel bilanzierten eine Rendite von 0-5%. Im Naturkost-Fachhandel stieg die Eigenkapitalquote von 2005 bis 2009 zwar von 6 auf 17%, allerdings legte auch die Zahl der Unternehmen mit negativem Eigenkapital von 11% im Jahr 2005 auf 17% im Jahr 2009.
"Die Analyse der Ertrags- und Eigenkapitalsituation zeigt, dass die Biobranche die Jahre der Hochkonjunktur nutzen konnte, um ihre betriebswirtschaftlichen Ergebnisse zu verbessern", fasst BIOwelt-Chefredakteur Karsten Runge die Ergebnisse der Studie zusammen. Für die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette sieht Runge allerdings unterschiedliche Herausforderungen. "Bei den Herstellern prognostizieren wir für die kommenden Jahre eine zunehmende Internationalisierung", so Runge. Kritisch zu sehen sei, dass mit fortschreitenden Verbundentwicklungen und wachsendem Werbedruck die Preispflege verstärkt vom Einzelhandel auf den Großhandel übergehe. Im Großhandel sei eine verstärkte Konzentration und Spezialisierung der Anbieter zu erwarten. "Im Naturkost-Fachhandel schließlich sehen wir einen Trend hin zu Kooperationen und einer weiteren Filialisierung", so Runge.








