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SULTANAT OMAN PLANT BIOSPHÄRENRESERVAT

25.06.200511:14 UhrEnergie & Umwelt
Bild: SULTANAT OMAN PLANT BIOSPHÄRENRESERVAT
Schildkroete bei der Eiablage am Strand von Ras al Hadd
Schildkroete bei der Eiablage am Strand von Ras al Hadd

(openPR) Paderborner Geowissenschaftler als Gutachter im Auftrag der UNESCO auf der Arabischen Halbinsel

(Paderborn/Muscat) Im äußersten Südosten der Arabischen Halbinsel gelegen, kommt dem Sultanat Oman in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung unter den arabischen Staaten zu. Auf relativ „kleinem“ Raum (mit ca. 310 000 km2immerhin fast die Fläche der Bundesrepublik) findet sich eine faszinierende landschaftliche Vielfalt: Monumental bis in 3 000 m aufragende Gebirgsstöcke, tief eingeschnittene Canyons, lange Strände (1 700 km) mit leuchtend weißem Sand im Wechsel mit felsiger Steilküste und verträumten Buchten und schließlich den weiten Wüstenregionen der Rub `al Khali (dem „leeren Viertel“ der Arabischen Halbinsel) und der Wahiba Sands mit ihren gewaltigen rotbraunen Sanddünen. Diesem überaus eindrucksvollen Naturraum steht eine lange, bis weit in die vorchristliche Zeit zurückreichende kulturhistorische Entwicklung gegenüber, die sich in zahlreichen Kulturdenkmälern dokumentiert. Trotz, oder gerade wegen den extremen klimatischen Verhältnissen gedeiht in den südwestlichen Landesteilen der Weihrauch-Strauch, der seit Urzeiten das weltweit gesuchteste Handelsgut war und bis heute noch ist. Das aus der Rinde des Strauches gewonnene Harz begründete einen weit reichenden Handel über die berühmte Weihrauchstraße und den Seehandel mit den Dhaus, jenen hochseetüchtigen Segelboten, wie sie noch heute in den Hafenstädten Omans gebaut werden.



Natur- und kulturlandschaftliche Besonderheiten und Schönheiten des Landes sind lange Zeit weitgehend unbekannt geblieben. Tatsächlich öffnete sich Oman erst in den 70er Jahren, als es dem heutigen Sultan Qabus Bin Said gelang, das von Stammesfehden zerrüttete Land zu befrieden und mit der Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen die moderne Entwicklung einzuleiten. Heute präsentiert sich Oman als modernes, liberales und nach außen offenes Staatswesen, wobei von der Staatsführung bei aller Dynamik der Entwicklung ein besonderer Schwerpunkt auf die Bewahrung und den Schutz der natur- und kulturlandschaftlichen Eigenarten des Landes gelegt wird. Dies ist Hintergrund der Initiative des Ministeriums für Umwelt und Wasserressourcen mit Unterstützung der UNESCO ein Biosphärenreservat einzurichten.

Zu dem von der UNESCO einberufenen internationalen und interdisziplinären Experten-Team gehörten auch die Paderborner Geowissenschaftler Prof. Dr. Hans Karl Barth und Henning Schwarze von der „WORLD HABITAT SOCIETY“. Zusammen mit Kollegen aus Marokko, dem Libanon, Qatar, Großbritannien und dem Gastgeberland wurden in einer 2-wöchigen Mission drei in Frage stehende Regionen untersucht und auf ihre Eignung als Biosphärenreservat geprüft.

Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen die Erhaltung von Natur- und Kulturlandschaft, die Stärkung der Regionalwirtschaft, der Einbezug der Bevölkerung in die Gestaltung ihres Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraumes im Vordergrund stehen. Es geht hierbei also nicht allein um den Schutz von Naturbeständen, sondern vor allem auch um wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung und Neuerung ohne Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Diese Aspekte, so der Befund der Untersuchungen im Oman, treffen am ehesten für die südlichste Region des Landes, dem Jabal Samhan, Jabal Qara und Jabal Qamar im Gouvernement Dhofar zu. Das in Nachbarschaft zum südlichen Yemen gelegene Gebiet verfügt durch Besonderheiten des Klimas mit wenigstens 3 Regenmonaten im Sommer über eine artenreiche und vielfältige Flora und Fauna und unterliegt einer intensiven weidewirtschaftlichen Nutzung. Die gegenüber den Wüstenklimaten des übrigen Landes vorherrschende Begünstigung dieses Raumes führte zu schwerwiegender Überweidung der Plateaus mit den Folgen von gravierender Zerstörung der ursprünglichen Akazienwälder und stark einsetzender Bodenerosion. Die Gefährdung des natürlichen Ökosystems und damit die Zerstörung natürlicher Ressourcen als Lebensgrundlage der Bevölkerung bedeuten akuten Handlungsbedarf. Hinzu kommt die Nähe zum Nachbarstaat Yemen, was eine Völker verbindende, grenzüberschreitende Ausweitung des Biosphärenreservates ermöglicht.

Da das Prädikat der durch die UNESCO eingerichteten Biosphärenreservate mit der Initiierung eines nationalen und internationalen Tourismus einhergeht, ist gerade für diesen Raum ein wesentlicher Impuls für die Diversifizierung der Wirtschaft zu erwarten. Fraglos würden hier vor allem die Traumstrände des Arabischen Meeres, ebenso wie die faszinierenden Gebirgsformationen und - weiter im Inneren des Landes – die Unendlichkeit der Sandwüstenregion ein erhebliches Entwicklungspotential für die touristische Erschließung darstellen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen durch das Experten-Team werden in einem umfassenden Bericht dem Umweltministerium in Muscat zugeleitet und nach dessen Akzeptanz an die UNESCO weitergereicht. Nach Genehmigung des Vorschlags durch die UN-Behörde in Paris kann der Oman ein Biosphärenreservat auf seinem Territorium realisieren.

***

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presse: Herr Henning Schwarze (E-Mail)

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