(openPR) Bad Langensalza.
Ingeborg Elzer hatte viele Jahre lang nur eine Pflicht: Tag und Nacht für ihren pflegebedürftigen Vater da zu sein. Als dieser mit 97 Jahren starb, waren Elzers Tage plötzlich leer. Die Beschäftigung, die sie bis zu diesem Zeitpunkt ausgefüllt hatte, fehlte. „Ich überlegte, wie es weitergehen könnte“, erinnert sich die 57-Jährige. Als Reinigungskraft fand sie keine Erfüllung - sie glaubte, mehr zu können als Aufgaben auszuführen, die andere ihr auftrugen.
Als die passionierte Hausfrau eines Tages wieder in ihrem Garten spazieren ging, um den Apfelbaum zu betrachten – aus dessen Früchten sie bereits seit Jahren leckere „Apfelbutter“ herstellte – hatte sie eine Eingebung: „Dieser fruchtig-cremige Brotaufstrich könnte auch anderen als meinen Enkelkindern schmecken.“ Gesagt, getan. Elzer nahm Kontakt mit den Behörden auf, holte sich die entsprechende Gewerbeerlaubnis, kam in den Genuss finanzieller Förderungen und ist seit Dezember 2009 gewerbsmäßige Marmeladenköchin.
Produkte, die es überall zu kaufen gibt, passen nicht in ihre Philosophie. „Ich entschied mich für die Grundkomponenten Apfel, Holunder und Sauerkirsche“. Heute ist die Marmeladenköchin und Omi in ihrem Element. Beinahe täglich hat sie neue Ideen. Kompositionen wie Holunder mit Schwarzbier, Gelee mit weißer Schokolade und grünem Pfeffer oder Sauerkirsche mit Prosecco als Huldigung an die italienische Lebensart verlassen ihre Marmeladenküche. „Für die Liebhaber von Spirituosen zaubere ich Whiskey zur Sauerkirsche und Nougat wird zur cremigen Versuchung für Kinder“, verrät die Unternehmerin mit Vorliebe für Süßes. Auf den Gläschen prangen kleine Etiketten, die über Sport, Geschichte, Natur informieren und allerlei nützliche Tipps geben.
Ihren heimischen Bauernhof hat die Marmeladenköchin für ihre Manufaktur „Inges süße Leckereien“ – die auch Kleingebäck mit einschließen – vollkommen umgestaltet. „Ich musste sowohl bauliche als auch hygienische Auflagen erfüllen“, erklärt sie. „Meine Marmeladenküche betrete ich durch einen separaten Eingang, Küche und Vorratsraum sind durch eine Schiebetür getrennt.“ Ihre süßen Schätzchen produziert die selbstbewusste Endfünfzigerin nach Bedarf und auf Nachfrage. „Ich verarbeite keine Konservierungsstoffe. Deshalb sind die Lebensmittel je nach Zuckergehalt ab dem Kochtag 4 bis 12 Monate unbedenklich haltbar, aber auch zum baldigen Verzehr empfohlen.“
Noch arbeitet die Geschäftsfrau aus Merxleben allein. Das soll sich aber bald ändern: „Ich möchte noch mindestens eine Arbeitskraft einstellen.“



















