(openPR) Sonntag 20. März 2011 Matinée: Vortrag, Lesung und Musik
München, Gasteig Kleiner Konzertsaal 11:00 Uhr
Unterhaltsam und fundiert gibt Thekla Chabbi, Sinologin und Coach für interkulturelle Seminare, eine Einführung in die chinesische Sprache, über die sich zahlreiche Aspekte der chinesischen Kultur erhellen. Sprache ist kulturell sehr aufschlussreich, da sie zum einen Traditionen und zum anderen einen lebendigen Zeitgeist widerspiegelt. Daher gewährt das Verständnis grundlegender Gesetzmäßigkeiten des Chinesischen sowie der Art und Weise, wie Chinesen mit ihrer Sprache umgehen, weitaus tiefere Einblicke in die Kultur, als es auf den ersten Blick scheint. Die chinesische Sprache gibt beispielsweise bereits Auskunft über Argumentationsgewohnheiten, die Menschen aus der westlichen Welt fremd sind, sowie über den chinesischen Umgang mit Ja und Nein und einiges mehr. Durch diese Kenntnis klären sich manche interkulturellen Missverständnisse von selbst.
Mit seinen 1,2 Milliarden Sprechern ist Chinesisch nicht nur die meistgesprochene Muttersprache der Welt, sondern auch die einzige Sprache, die auf eine über 3000jährige ununterbrochene Schrifttradition zurückblicken kann. Die Schrift schlägt damit eine gigantische Brücke zwischen Altertum und Moderne, auf die die Chinesen enorm stolz sind. Moderne Sachverhalte werden mit sprachlichen Mitteln einer Frühkultur ausgedrückt, moderne Begriffe entstehen durch den kreativen Umgang mit dem alten sprachlichen Erbe. Sprache und Kultur üben eine untrennbare Wechselwirkung aufeinander aus und prägen ein Volk.
Anschließend erwartet die Zuhörer Poesie aus der Tang-Dynastie (618 bis 907). Die Tang-Zeit gilt als Blütezeit der Dichtung und Kunst in China. Sie ist geprägt von einer enormen Schaffenskraft, der wir nahezu 50.000 Gedichte zu verdanken haben. Das berühmteste Werk ist eine Anthologie mit 300 Gedichten, die nicht nur in China, sondern im gesamten Fernen Osten zum allgemeinen Bildungsgut gehören. Jeder Chinese, der eine herkömmliche klassische Ausbildung erhalten hat, kann weite Teile dieser Sammlung auswendig rezitieren.
Begleitet wird die Lesung von virtuosen und getragenen Klängen der Pipa, einer traditionellen chinesischen Laute, gespielt von der Taiwanesin Pei Ju Tsai.
Eine Veranstaltung der Münchner Volkshochschule mit freundlicher Unterstützung der Hochschule für Musik und Theater München.









