(openPR) 05. MÄRZ – 16. APRIL, 2011
OPENING: MARCH 05, 6 - 9 pm
MUSIC BY MARCEL DETTMANN
Die Galerie KUNSTAGENTEN präsentiert in einer zweiten Einzelausstellung mit Friederike von Rauch neue Arbeiten aus den Jahren 2009 und 2010.
In den vergangenen Jahren hat sich die Künstlerin mit ihrer reduzierten und konzentrierten Sichtweise auf Räume und Landschaften einen Namen gemacht. So wurde sie unter anderem von Stararchitekt David Chipperfield eingeladen, sein Projekt „Neues Museum“ in Berlin noch vor Fertigstellung mit der ihr eigenen Leidenschaft für die Qualität des Unvollkommenen zu interpretieren. Der dazu im Verlag Hatje & Canz erschienene Bildband wurde mit dem DAM Architectural Book Award ausgezeichnet.
In der aktuellen Ausstellung treffen erstmals zwei Minimalisten aufeinander. Auf Einladung von Friederike von Rauch komponierte der international bekannte DJ und Produzent Marcel Dettmann ein vierzigminütiges Stück aus minimalistischen Sound-Samples. Inspiriert durch ihre neuesten Arbeiten rollt Dettmann so einen Sound-Teppich für die Künstlerin aus.
Die Ausstellung “New Works“ umfasst drei Arbeitszyklen Ash (2010), Harpa (2010), sowie Transept (2009-2010). Wie auch in ihren früheren Arbeiten geht es nicht um die Dokumentation oder Wiedererkennbarkeit eines Ortes.
Die menschenleeren Fotografien erinnern vielmehr an abstrakte Malerei oder bizarre Stillleben und kreieren eine außergewöhnliche Atmosphäre, offen für Interpretationen, lesbar als Aufbruch oder Apokalypse
Die Fotografien der Serien Ash und Harpa entstanden während ihres Residenzprogramms und der zeitgleichen Museumsausstellung in Hafnarborg, Island. In der Serie Ash fotografierte Friederike von Rauch in unmittelbarer Nähe zum Asche ausstoßenden Vulkan Eyjafjallajökull den nun grau überzogenen, sonst grünen Süden Islands. Die in diffuses Licht getauchte Landschaft gewährt faszinierend weite Ausblicke von überwältigender Schönheit aber auch endzeitlicher Ruhe.
Die Fotografien zu Harpa entstanden im Rohbau der Harpa Concert Hall in Reykjavik, die mit der bislang größten freistehenden Skulptur von Olafur Eliasson einen prägenden Ort der Stadt bilden wird. Hier zeigt sich Friederike von Rauchs Gespür für die Schönheit unscheinbarer Details. Dunkle Räume aus kargen Rohbetonwänden in Grauschattierungen werden von wenigen Lichtflächen umspielt. Spuren von Hinter¬lassenschaften, wie Kabel oder Plastikfolien, deuten noch auf den Bauprozess hin, lösen aber auch völlig kontextunabhängige Assoziationen aus. In der Serie Transept fotografiert Friederike von Rauch Berliner Kirchen der Nachkriegsmoderne. Wieder findet sie Raumansichten, Objekte, Licht- und Schattensituationen, die durch gewählte Bildausschnitte abstrahiert werden. In klaren Kompositionen verblüffend malerischer und haptischer Ästhetik schenkt Friederike von Rauch dem Betrachter die Möglichkeit zu Kontemplation und Reflexion.
Friederike von Rauch studierte nach ihrer Ausbildung zur Silberschmiedin Industrie Design an der Universität der Künste Berlin. Im Rahmen ihrer Arbeit als Locationscout für große Filmproduktionen vertiefte sie ihr Interesse für Architektur. Ihre Arbeiten wurden 2010 für den Gabriele-Münter–Preis nominiert. Zudem erhielt sie Arbeitsstipendien des Hafnarborg Museum, Island (2010), des Baer Art Center, Island (2008) und des Vlaams-Nederlands Huis deBuren in Brüssel (2006) und Rotterdam (2007). Die Arbeiten von Friederike von Rauch wurden bereits in diversen Einzelausstellungen präsentiert, darunter das Hafnarborg Museum, Island (2010), die Galerie KUNSTAGENTEN, Berlin (2009) und das Kabinet van Cultuur, Brüssel (2008), das Vlaams-Nederlands Huis deBuren, Brüssel (2007), Gallery Fifty One Fine Art Photography, Antwerpen (2007)
Gruppenausstellungen fanden u.a. in der Architektur-Galerie Berlin (2011), im Rahmen des Gabriele-Münter-Preises 2010 im Martin-Gropius-Bau, Berlin, im Vlaams-Nederlands Huis deBuren, Brüssel, Belgien (2006) statt. Die Publikation zu den in Zusammenarbeit mit David Chipperfield im Neuen Museum entstandenen Fotografien wurde mit dem DAM Architectural Book Award ausgezeichnet. Parallel zur Ausstellung „New Works“ sind Friederike von Rauchs Arbeiten in Gruppenausstellungen der Gallery Fifty One Fine Art Photography, Antwerpen und im Kunstverein Heidelberg zu sehen.
Der DJ und Produzent Marcel Dettmann (*1977, Pössneck) ist seit 1999 Resident DJ im OstGut, heute Berghain und arbeitet seit 2004 im Berliner Plattenladen Hardwax. 2006 erschien die erste Produktion Dettmanns auf dem Berghain-Label Ostgut Tonträger. Im selben Jahr gründete er sein eigenes Label Marcel Dettmann Records (MDR). Sein inzwischen international gefragter Stil zeichnet sich durch dunkle, minimalistische Klänge aus, die sich an das klassische Erbe aus Detroit und Chicago anlehnen. Bereits 2010 kam es zu einer Zusammenarbeit mit Friederike von Rauch, die das Cover seines Albums „Dettmann“ gestaltete.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der in limitierter Edition eine CD mit der Soundkomposition Marcel Dettmanns enthält.












