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Heizölpreis 21. Februar: Leichter Rückgang zum Wochenauftakt

21.02.201117:16 UhrEnergie & Umwelt

(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Die aktuellen Rohölnotierungen sind zunehmend von den Unruhen in Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel geprägt und gingen im Vergleich zum Freitag deutlich nach oben. Besonders prekär ist, dass sich die Lage im OPEC-Land Libyen zuspitzt –gegenläufige Faktoren aus den Märkten geraten dabei in den Hintergrund.


Am Nachmittag notierte US-Leichtöl (WTI) bei über 89,50 Dollar, Nordseeöl bei über 104 Dollar. Zum Vergleich: Am Freitagmorgen hatte die amerikanische Sorte noch um die 86 Dollar gekostet, ihr europäisches Gegenstück rund 102 Dollar. Einer der Faktoren für das Ansteigen ist der schwächelnde Dollar, was gemäß des Umkehrschlusses der Regel „Dollar rauf – Öl runter“ ein Zulegen der Notierungen für WTI unterstützt – und das, obwohl das Zentrallager in Cushing prall gefüllt ist und der Vorrat deutlich über dem langjährigen Mittelwert liegt.
Brent steht derweil weiter unter dem Druck der international angespannten Lage, die gerade in Libyen von der Eskalation steht. Medienberichten zufolge hat es in dem nordafrikanischen Land knapp 200 Tote gegeben. In einer ersten öffentlichen Reaktion des Regimes auf die Proteste kündigte der Sohn des Machthabers Muammar al Gaddafi an, „historische Reformen“ durchführen zu wollen, erklärte aber gleichzeitig, „bis zur letzten Kugel“ zu kämpfen. Weiterhin drohte ein Stammesführer damit, die Ölexporte in den Westen binnen Tagesfrist einzustellen, falls die Gewalt gegen die Aufständischen nicht aufhöre. Libyen produziert am Tag rund 1,6 Millionen Barrel Öl und liefert einen Großteil davon ans Ausland. Die Rohstoffbörsen reagieren auf die Situation quasi mit einem Dauer-Risikoaufschlag.
Wie kritisch die Lage ist, zeigen auch Nachrichten, nach denen Unternehmen ihre Mitarbeiter aus dem Land evakuieren wollen. Ein Sprecher des britischen Ölkonzerns BP bezeichnete es als „sehr wahrscheinlich“, dass in den kommenden Tagen Personal abgezogen werde. Wie der „Spiegel“ in Berufung auf BP berichtet, beschäftigt der Konzern in Libyen 140 Mitarbeiter, wobei ein Großteil der Arbeitskräfte allerdings aus dem Land selbst stammt. Auch das österreichische Energieunternehmen OMV, das ein Zehntel der Produktion in Libyen bestreitet, plant, ausländische Mitarbeiter außer Landes zu schaffen.
Gegenläufige Faktoren, wie die Anhebung der chinesischen Tankstellenpreise, was einen Nachfrageeinbruch fürchten lässt, rücken angesichts der politischen Ereignisse in den Hintergrund.
Die hiesigen Heizölpreise änderten sich – wie von BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau prognostiziert – in Folge der Marktvorgaben kaum. Der Handel meldete im Bundesdurchschnitt Preisnachlässe in einer Größenordnung von sieben Cent pro 100-Liter-Partie (bei einer Bestellung von 3.000 Litern). Das Preisniveau bleibt damit nach wie vor hoch, bei 80,13 Euro.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.

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