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Neue Rinder braucht das Land

28.01.201112:46 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Neue Rinder braucht das Land
Diese Liegeflächen sind für Fleckvieh-Milchrinder ausreichend groß und deshalb bequem.  Foto: Ingrid Wendt
Diese Liegeflächen sind für Fleckvieh-Milchrinder ausreichend groß und deshalb bequem. Foto: Ingrid Wendt

(openPR) Besucher der Internationalen Grünen Woche, die normalerweise keine Möglichkeit haben, landwirtschaftliche „Nutz“tiere in Ställen anzusehen, sollten den Erlebnis-Bauernhof in Halle 3.2 besuchen. Dort gibt es auch bei dieser Messe wieder Rinder, Schweine und Küken zu sehen.



Bei den Milchkühen fällt auf, dass sie im Gegensatz zu den vorherigen Jahren eine ausreichend große Liegefläche haben. Da sich die Größe der Stallbereiche nach Angaben des Ausstellers nicht verändert hat, muss es sich in diesem Jahr um eine kleinere Rasse handeln. Statt der immer sehr abgemagert wirkenden Holstein-Friesian sind es diesmal braun-weiße Kühe, die robust und gesund aussehen. Es ist Fleckvieh, eine Zweinutzungsrasse, die eine gute Milchleistung hat, nämlich durchschnittlich annähernd 8000 Liter pro Jahr. Man kann dort gut beobachten, wie die Tiere vor dem Melk-Roboter warten, um gemolken zu werden und sich eine Portion Kraftfutter abzuholen. An dem Transponder am Halsband der Kühe kann der Roboter erkennen, ob die Kuh berechtigt ist, wieder gemolken zu werden, denn es gibt Kühe, die sich gern eine Extraration Kraftfutter abholen möchten. Der Abstand zwischen zwei Melkvorgängen soll mindestens 6 Stunden betragen.

Die Liegeflächen der Kühe sind nicht nur ausreichend groß, sondern über der Betonfläche auch noch mit einer Latex-Schaumstoffmatte und einem Synthetik-Belag ausgestattet mit etwas Sägemehl als Einstreu. Auch der Spaltenboden ist etwas tierfreundlicher als vorher gestaltet: Über dem ursprünglichen und in den meisten Praxisbetrieben üblichen Betonspaltenboden sind geriffelte, mit Spalten versehene Gummimatten gelegt, so dass der Stallboden etwas weicher und trittsicherer ist als früher.

In den vergangenen Jahren konnte man außerdem beobachten, wie ein Reinigungsgerät selbsttätig über den Spaltenboden fuhr. Dieser Roboter hat sich offensichtlich nicht bewährt. Bei dieser Messe wird der Stallboden von den Betreuern gereinigt.

Der Tierschutz würde es begrüßen, wenn sich die Zweinutzungsrinder stärker durchsetzen würden, da sie sehr robust sind. Nach Angaben der Züchter erreichen die Kühe des Fleckviehs auf den landwirtschaftlichen Betrieben durchschnittlich ein Lebensalter von 6,5 Jahren, also ein Jahr mehr als die Holstein-Friesian. Die Kalbung verläuft meistens problemlos. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass der Geburtskanal nach unten geneigt ist und nicht nach oben wie bei den Holstein-Friesian. Es kommt außerdem seltener zu den für Hochleistungskühe typischen Abgangsursachen wie Labmagenverlagerungen, Euterentzündungen und Klauenproblemen. Auch ist der Zellgehalt der Milch niedriger als bei den Holstein-Friesian.

Sehr positiv ist auch, dass die Züchtung auf Hornlosigkeit beim Fleckvieh große Fortschritte macht. Es gibt schon einige Hochleistungsbullen, die reinrassig hornlos sind, so dass wegen der dominanten Vererbung dieses Merkmals alle ihre direkten Nachkommen nicht mehr die äußerst schmerzhafte Prozedur des Enthornens erleiden müssen, wenn sie in konventionellen Ställen gehalten werden.

Die Holstein-Friesian haben mit durchschnittlich 10 000 Litern pro Jahr zwar eine höhere Milchleistung, diese hat aber einen geringeren Fett- und Eiweißgehalt von ca. 700 Kilogramm, während dieser Anteil beim Fleckvieh bei fast 1000 Kilogramm liegt und zum großen Teil auf Grundfutter basiert. Die Kühe auf dem ErlebnisBauernhof erhalten als Tagesration 16 kg Grassilage, 20 kg Maissilage, 2 kg Heu, 2kg Sojaschrot, 1,5 kg Getreideschrot, 5,5 kg Kraftfutter 20/4 und 150 g Mineralfutter. Für die Landwirte besteht der Vorteil der Zweinutzungsrasse sowohl in der längeren Nutzungsdauer und den geringeren Futterkosten als auch darin, dass sich Preisschwankungen nicht so extrem auswirken, da sich ihr Markterlös zu 60% aus der Milch und zu 40% aus dem Fleisch der Tiere ergibt.

Aus der Sicht des Tierschutzes wäre es interessant festzustellen, ob die Möglichkeit besteht, Milchkühe mitsamt ihren Kälbern auf einer stallnahen Weide zu halten und die Kühe von einem Melk-Roboter je nach Bedarf melken zu lassen. Dabei wäre es in den meisten Fällen sogar möglich, auf die Hornlosigkeit zu verzichten, so dass die positiven Eigenschaften der horntragenden Kühe erhalten blieben. Da die Nachfrage nach tierfreundlich erzeugten Produkten steigt und etliche Verbraucher bereit sind, für solche Erzeugnisse einen angemessenen Preis zu zahlen, könnte eine solche Haltung durchaus Zukunftschancen haben.

Ingrid Wendt

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