(openPR) "Kann ein Kunstwerk „außer Betrieb“ sein? In heutiger Zeit - kein Problem, mag man glauben. In Museen und Ausstellungen kann es schon passieren, dass dem Besucher der schwarze Bildschirm einer Videoarbeit begegnet, ebenso der stumm bleibende Lautsprecher einer Klanginstallation oder die defekte Neonröhre einer Lichtskulptur. Aber ist deswegen immer das Werk selbst „außer Betrieb“ oder ist es nur seine ‚hardware’? Funktioniert die Rezeption eines Kunstwerks im 'Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit’ nicht längst auch über die Vermittlung seiner konzeptuellen Erscheinung?" (Rolf Giegold)
Rolf Giegold (*1970), Eberhard-Roters-Preisträger für junge Künstler 2006, zeigt in seiner dritten Einzelausstellung in der Emerson Gallery Berlin eine Reihe von Arbeiten, bei denen die Funktion des Werkes im Fokus steht. Die neuen Arbeiten sind eigens für die Räume der Galerie konzipiert worden.
Ausgangspunkt ist eine Serie von kleinformatigen Aquarellen, die den Hinweis Außer Betrieb in verschiedenen Sprachen variiert. Die klare Darstellung der Schrift wurde durch den wässrigen Farbauftrag “außer Betrieb” gesetzt. Die kalkulierte Störung setzt technisch um, was das Motiv als Bildinformation dem Betrachter anbietet. Oder handelt es sich am Ende doch nur um eine visuelle Falle? Führen die fremdsprachigen, für den einen oder anderen unübersetzt bleibenden Hinweise, das Bild als ein Aquarell vor, bei dem der Farbverlauf außer Kontrolle geraten durfte?
Als Hauptwerk der Ausstellung zeigt Rolf Giegold eine Lichtinstallation, die aus einem Ensemble großer Leuchtkästen besteht, die einst als Werbeträger dienten. Der Künstler hat die abgelegten und aus ihrem Nutzungszusammenhang entfernten Ready-mades zu bewusst arrangierten Objekten im Kontext der Galerie formiert. Für die Betrachter entsteht dabei eine offene, uneindeutige Situation, in der die Frage nach der Funktion von Kunst aufgeworfen wird. Darüber hinaus wird die Rolle der Werbung in unserer Informations- und Kosumgesellschaft kritisch thematisiert.
Dauer der Ausstellung: 22. Januar bis 12. März 2011
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 19 Uhr, Samstag 12 - 16 Uhr und nach Vereinbarung
Emerson Gallery Berlin
Gartenstr. 1
10115 Berlin
Tel: (030) 2404 7295
Fax: (030) 2404 7296
www.emerson-gallery.de
Über das Unternehmen
Mit der EMERSON Gallery Berlin (EGB) eröffnete im Herbst 2003 ein neuer Schauraum im vitalen und weiterhin expandierenden Galerienviertel „MitteNord“, zwischen Torstraße und Invalidenstraße. Die EMERSON Gallery Berlin präsentiert zeitgenössische Kunst und stellt insbesondere gesellschaftsbezogene Positionen zur Diskussion, ohne medienspezifisch ausgerichtet zu sein.
Das Profil der Galerie des aus New York stammenden Inhabers Russell Radzinski richtet den Fokus auf Standpunkte zur Gesellschaft, die im Werk der vertretenen Künstler – neben einer starken künstlerischen Sprache - in unterschiedlichem Maße zu erkennen sind.
Einen wichtigen Standpunkt zur Gesellschaft stellt das Editionskonzept dar. Begleitend zu den regulären Ausstellungen entsteht jeweils eine Edition mit einer Auflage von bis zu 50 Exemplaren mit einem Preis von max. 400 Euro. Dadurch bieten wir auch neuen oder jungen Sammlern die Möglichkeit, anspruchsvolle Kunst zu einem moderaten Preis zu erwerben und die Auseinandersetzung mit Kunst im eigenen Umfeld zu fördern. Ferner bietet die Galerie mit den kürzeren Intermezzo-Ausstellungen (7 bis 14-tägig) jungen und bisher unbekannten Künstlern mitunter erstmalig ein öffentliches Forum. Diese Präsentationen finden bis zu vier Mal im Jahr zwischen den regulären Ausstellungen statt und werden in Katalogheften publiziert.
Das kulturelle Rahmen- und Veranstaltungsprogramm vertieft den Dialog mit dem Publikum und dient der Erörterung von Fragen, die durch die präsentierte Kunst aufgeworfen werden. Durch Podiumsgespräche, Performances oder Lesungen beispielsweise regen wir Gespräche zwischen Künstlern, Kunstliebhabern, Wissenschaftlern, Geschäftsleuten und Politikern an. Diesem Zweck dient auch das jährlich stattfindende Sommerfest internationaler Kunst mit wechselndem Länderschwerpunkt. Es ermöglicht einen intensiveren Einblick in das aktuelle internationale Kunstgeschehen, auch in den Bereichen Darstellende Kunst oder Musik.
Nicht zuletzt: Als Exklusivanbieter des Corporate Supporters Program (CSP) spricht EGB die Wirtschaft an und ermöglicht eine fruchtbare Zusammenarbeit und Wechsel-beziehung zwischen Wirtschaft und Kultur.
Die Galerie ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Galerien e. V.
Künstler der Galerie
Steingrimur Eyfjörd
Thomas Gentner
Rolf Giegold
Ingrid Göttlicher
John Haney
Jaroslaw Kozlowski
Leonard Nimoy
Ann Noël
Benjamin Patterson
Pawel Polus
Heike Ruschmeyer
Frank Tornow
Emmett Williams