(openPR) Der persönliche Reisebericht von einem, der loszog. Südamerika zu erkunden. 192 Seiten sozialkritischer Exkurs und naturverliebte Bewunderungen. -
16 Wochen lang tourte der Freiburger Körpertherapeut, der Geschichte studierte und sich für „außergewöhnliche, tiefsinnige und lebensbejahende Alternativen“ interessiert, durch Südamerika. In 77 E-Mails an seine Freunde, von Hola Uno bis Hola Setenta y seis bzw. der Abschlussmail aus Deutschland, berichtet Gerhards von seinen Eindrücken aus diesen vier Monaten Backpacking.
Dass er dabei vor allem auch sozialkritisch vorgeht, zeigt sich schon im Vorwort. Dabei erhebt sich jedoch nie der moralisierende Zeigefinger – frisch, fröhlich, frei schreibt sich Gerhards seine Eindrücke von der Leber weg. So sieht das auch die Berliner Literaturkritik in ihrer Rezension: „Das Verspielt-Neugierige mengt sich bei Gerhards mit der Wachheit eines aufmerksam Reisenden, mit kritischen politischen, historischen und sozialen Anmerkungen, die uns, die Leser, Südamerika mit anderen, offeneren Augen sehen und erleben lassen.“
Tatsächlich geht es in dem Buch nicht nur um gegrillte Meerschweinchen (cuy), frische, mit der Machete geöffnete Paranüsse, schön stachelige Akazien oder hübsche braungebrannte Einwohner. Es geht nicht nur um die für Tropenreisende quasi unvermeidliche Rache Montezumas, um das Erklimmen der Steinberge am Rand des Titicacasees per Pferd oder abenteuerliche Busfahrten.
In einem unzensierten „stream of consciousness“ lässt Gerhards seine Freunde per Mail (und jetzt auch den Leser per Buch) an seinem Abenteuer teilhaben – an den gesellschaftskritischen Überlegungen, Gedankensprüngen, spontanen Freudensausbrüchen und generell seinem Staunen über diese Schöne Neue Welt. Schön und gefährlich, anrührend und deprimierend.
So berichtet der Historiker über Ecuador: „…ganz früher kam der erste Weiße und brachte die Coca Cola, den Tod und den Niedergang der eigenen Kultur.“ Chile, die „Schweiz Südamerikas“, veranlasst ihn zu der Bemerkung: „Wo ist der indianische Ursprung? Wie kann ich ihn hier finden, wenn es sie, die Indios, hier gar nicht mehr gibt, wenn nur noch dicke Menschen in viel zu engen Kleidern in dicken Autos mit cooler Musik, Verträgen, Polizisten und gebügelten Hemden die Straßen säumen.“










