(openPR) Jeder Container sollte mindestens eine halbe Stunde vor dem Ausladen zur Belüftung offen stehen. Dazu raten Experten, die sich mit dem Thema begaste Container auskennen. Auf Einladung der Dortmunder Logistik-Beratungsfirma „LOCON Consult“ informierten Experten rund 40 Logistikverantwortliche zum Thema „Die schleichende Gefahr aus Containern“. Dabei stellte sich schnell heraus, dass nicht nur die Begasung von Überseecontainern zur Schädlings- und Schimmelbekämpfung, sondern auch das Ausgasen von Industriechemikalien der produzierten Güter unter Umständen gesundheitsgefährdendes Potential haben. „Der Mix von beidem ist unkalkulierbar“, so Dipl.-Chemiker Dr. Gerhard Zwick von der „ansyco GmbH“. Die Firma stellt Messgeräte zur Überprüfung von Gasen in Containern her.
Bestenfalls müsse jeder Container bei Ankunft am Bestimmungsort entgast werden, stellte Vertriebsleiter Friedrich Hüter der Firma „S & A Service und Anwendungstechnik GmbH“, die in allen Nordsee- und Ostseehäfen be- und entgast, klar. Allerdings wird so umfassend nur ein geringer Prozentsatz der umgeschlagenen Container behandelt. Alle übrigen Container gehen direkt in den Hinterlandverkehr. Somit können generell Schadgase im Containerraum gestaut sein – eine Gefahr für die Arbeiter, die den Container schließlich an der Rampe eines Spediteurs oder einer Firma im Inland entladen.
Viele der Gase können Kopfschmerzen, Übelkeit und andere Beschwerden auslösen. Je nach Konzentration sind manche sogar schon lebensgefährlich geworden.
„Eine Gefahr, die leider bei den Arbeitgebern noch allzu oft ignoriert wird“, sagt der Inhaber der LOCON-Consult Wilfried Müller, dem das Thema am Herzen liegt. So existieren zum Beispiel verbindliche Regeln zum Umgang mit begasten Containern in der Technischen Regel für Gefahrstoffe /Arbeitsplatzgrenzwerte (TRGS) 900. Zusätzlich, so die Experten, gibt es einige Tipps und Verhaltensmaßnahmen, mit denen man seine Mitarbeiter weitergehend schützen kann:
- Verklebte Lüftungsschlitze und Schlauchstücke weisen in den meisten Fällen auf eine Begasung hin – hier ist also Vorsicht geboten.
- Wegen der möglichen Gesundheitsgefährdung sollte jede Firma einen Ablaufplan und eine Checkliste erstellen, die den Umgang mit Containern verbindlich regeln. Ihre Einhaltung sollte dann auch überwacht werden.
- Die Ausbildung von sachkundigen Personen zu diesem Thema ist immens wichtig.
- Im Zweifelsfall ist die Konzentration von Schadgasen von Profis zu messen und, wenn nötig, auch professionell entgasen zu lassen.
Container sind so zu lüften, dass eventuell vorhandene Gase sich an der Rampe oder in Gebäuden nicht wieder sammeln können. Für eine ausreichende Lüftung der Gebäude ist zusätzlich zu sorgen.
In einem zweiten Teil der Veranstaltung demonstrierte die Firma „S & A Service und Anwendungstechnik GmbH“ ganz praktisch, wie die Gase in Containern vor dem Öffnen gemessen werden.













